Aam Kashundi – Bengalische Senf-Sauce mit Mango

Obwohl ich mich in der indischen Küche recht gut auskenne, habe ich mit bengalischer Küche wenig Erfahrungen. Das einzige bengalische Gericht, das ich (wissentlich) in meinem Repertoire habe, ist ein Sorse Murgi, also ein Huhn mit Senfsamen, nach einem Rezept von Madhur Jaffrey – ganz einfach und sehr köstlich. Aber sonst fällt mir zu den Spezialitäten Bengalens eher wenig ein. Dabei steht das der bengalischen Küche verschriebene Blog Bong Mom’s Cookbook schon lange nicht nur auf meiner Liste empfehlenswerter indischer Kochblogs, sondern auch an prominenter Stelle in meinem Feedreader. Höchste Zeit also, meinen kulinarischen Horizont zu erweitern.

Da traf es sich ganz gut, dass vor ein paar Wochen einer der Discounter der Region Senföl im Angebot hatte – eine der Zutaten, die aus den Küchen Indiens, Pakistans und Bangladeshs fast nicht wegzudenken sind. Die Times of India etwa schreibt in einem Feature zu Senföl

Bengalis swear by their fish cooked in mustard oil and Biharis cannot make their bajkas or chokha and jhalmuri without it.

Meist behelfe ich mir ja mit dem Umweg eines anderen Öls plus Colman’s Senfpulver, aber natürlich ist das nicht ganz das gleiche.

In Bong Mom’s Cookbook fand ich dann auch das Rezept für ein Aam Kashundi, eine „Kochsauce“ / ein Halbfertigprodukt, das in der Zubereitung anderer Gerichte verwendet wird.

aam kashundi in a bottle

Das Original verwendet „raw mango“, also unreif geerntete Mangos, die eine in Südostasien weit verbreitete Zutat sind. Da eine winzige „raw“ oder „green mango“ allerdings hier im Asienladen zu Fantastenpreisen verkauft wird, habe ich stattdessen eine spottbillige und verdammt unreife normale Mango verwendet. Diese ist etwas süßer, und enthält durch den Reifungsvorgang etwas andere Zucker und weniger Stärken als das Original, ich kann aber versichern, dem Ergebnis und dem Geschmack tat das hier keinen Abbruch.


Aam Kashundi – Bengalische Senf-Sauce mit Mango

adaptiert nach: Bong Mom’s Cookbook // Delhibelle
Ergibt: 1 Rezept

Zutaten

  • 2 Esslöffel braune Senfsamen
  • 2 Esslöffel gelbe Senfsamen
  • 1 unreife Mango, je unreifer desto besser
  • 5 Knoblauchzehen, möglichst große
  • 8-10 spitze grüne Chilis, entstielt und in Stücke geschnitten
  • 2 Esslöffel Apfelessig
  • 100 ml Senföl, getrennte Verwendung
  • 1/2 Teelöffel Kurkuma
  • 1 Esslöffel Zucker
  • 1 Teelöffel Salz

Zubereitung

  1. Die Senfsamen für mindestens 1 Stunde in lauwarmem Wasser einweichen. Die Mango vom Stein schneiden, schälen, das Fruchtfleisch grob würfeln. Den Knoblauch grob hacken.
  2. Die Senfsamen in einem Sieb abtropfen lassen. Senfkörner, Mango, Chilis und Knoblauch in einen Mixer geben. Kurz durchhacken. Den Essig und etwa 80 ml vom Senföl zugeben. Zu einer glatten Paste mixen.
  3. Zucker, Salz, Kurkuma und den Rest Senföl zugeben, durchmixen bis alles miteinander verbunden ist. In ein Schraubglas füllen.
  4. Das Glas gut verschließen. Die Sauce an einem warmen Ort 3 Tage durchziehen lassen, dann einmal durchrühren, und in den Kühlschrank stellen.

Wer das Ganze nach drei Tagen probiert, wird feststellen, dass er eine Art sehr kräftigen Mangosenf hergestellt hat. Das Aam Kashundi hält sich recht lang im Kühlschrank, bei mir allerdings nicht, weil ich es sehr bald schon zum Kochen verwende 🙂 – die entstandene Menge reicht für ungefähr zwei bis drei bengalische Gerichte. Und was ich damit gekocht habe, verrate ich euch in den nächsten Tagen.

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Appetit bekommen? - Hungry for more?

4 Antworten

  1. Maria sagt:

    Danke für das Rezept, wir haben beide Gerichte ausprobiert und möchten das Hühnchen lieber. Noch eine Frage: wie lange ungefähr hält sich das Samsung Kashundi, was darf ich unter „recht lange“ verstehen? Liebe Grüße aus Österreich, Maria

    • FoodFreak sagt:

      Hallo Maria, danke für die Rückmeldung – freut mich, dass es euch geschmeckt hat – Das Kashundi ist effektiv ein Senf, und sollte sich im Kühlschrank, gut verschossen, einige Wochen aufbewahren lassen. Natürlich wird es über die Zeit ein wenig Farbe verlieren. Wenn du es länger aufheben willst, würde ich es zur Sicherheit einfrieren. so lang hält sich das aber bei mir nie… 😉

  1. 6. Februar 2018

    […] ich in meinem Beitrag zu Aam Kashundi ja schon versprochen habe, will ich euch ein paar Gerichte vorstellen, die ich mit der bengalischen […]

  2. 13. Februar 2018

    […] meines selbst gemachten Aam Kashundi habe ich mich noch ein wenig in der Küche Bengalens umgesehen. Typisch für die bengalische Küche […]

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