Hafermilch von Oatly

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Zu den Dingen, die ich auf Reisen gern tue, gehört das Stöbern in mir unbekannten Supermärkten, und so landen dann schon mal Produkte in meinem Einkaufskorb, die ich sonst nicht kaufen würde – in diesem Fall die Hafermilch von Oatly. Oatly gibt es auch in Deutschland, meine Packungen habe ich in den Niederlanden gekauft, deswegen sind sie oben im Bild mit niederländischem Aufdruck zu sehen.

Gekauft habe ich einmal den Haferdrink Bio, und einmal den Haferdrink Schokolade Bio. Das Versprechen:

Keine Milch, kein Soja, kein Gedöns.

Immerhin, es behauptet keiner, dass es sich bei diesem Produkt um – wie ich das im Titel sozusagen fälschlich behaupte – Milch handele. Es handelt sich um einen „Haferdrink“, aus schwedischen Bio-Haferflocken, und mit ebenso überschaubaren wie sich gut lesenden Zutatenlisten, nämlich:

Haferbasis (Wasser, Hafer* 10%), Meersalz

bzw.

Haferbasis (Wasser, Hafer* 10%), Agavensirup*, Kakao* (1,1%), Meersalz, Madagaskar-Bourbon-Vanille-Extrakt*.

* Aus kontrolliert biologischem Anbau.

Klingt erst mal nicht schlecht. Allerdings: als Milchersatz taugt Oatly überhaupt nicht – nicht mal visuell.

Der Haferdrink ohne aromagebende Zusätze plätschert dünnflüssig in der grünlich-gelblichen Farbe von Molke aus der Packung, und schmeckt vergleichsweise neutral-süßlich.

Der Hersteller behauptet:

Als Durstlöscher zwischen den Mahlzeiten oder morgens fürs Müsli. Tauschen Sie einfach bei jedem beliebigen Rezept Milch gegen den Haferdrink aus und Sie werden feststellen, dass er superlecker schmeckt.

Ähm. Nö. Das schmeckt nicht schlecht, nicht toll, einfach nur leicht süßlich und minimal nach Hafer. Nicht besonders, nicht vom Hocker reissend, nicht furchtbar, aber auch nicht lecker. Schon ganz und gar nicht superlecker. Und würde ich Müsli frühstücken, hätte ich lieber Proteine als noch mehr Zucker und Kohlenhydrate drauf. 100 g des Haferdrinks treten nach Herstellerangabe mit 150 kcal kJ oder 35 kcal, und 1 g Eiweiß an. Zum Vergleich: 100 g Milch mit 3,5% Fett enthalten 64 kcal, aber auch immerhin 3,2 Gramm Eiweiß.

Die angebrochene Packung werde ich im Mixer mit tiefgekühlten Erdbeeren aus dem Garten meiner Schwiegermutter zu einem halbwegs brauchbaren Smoothie mixen. Überzeugen kann das Produkt nicht.

Und wie steht es mit dem Schokodrink?

Oatly dazu:

Einfach sagenhaft lecker. Auch für Erwachsene. Und egal, wie sehr wir uns das Gehirn zermartern, wir können uns einfach nicht vorstellen, dass es einen Schokodrink geben kann, der leckerer schmeckt als dieser.

Das tut mir ehrlich leid für die Leute bei Oatly.

Fangen wir mal bei der Sensorik an… eine bräunlich-dünnflüssige Brühe fließt da aus dem Karton, die an vieles erinnert, aber nicht an einen Kakao oder Schokomilch. Auch beherztes Schütteln des Kartons fördert nicht mehr Sämigkeit zutage. Im Mund fühlt sich das genau so an wie es aussieht.

Und dann der Geschmack… nur ganz entfernt kann man ahnen, dass 1,1% Bio-Fairtrade-Kakao enthalten sind – schokoladig geht anders. Dafür ist der Drink unglaublich übersüß, so schreiend süß, dass ich ihn gar nicht weiter trinken mag, sicher der reichlich Fructose liefernden Beigabe des ach-so-gesunden Agavensirups zu verdanken. (100 g des Schokodrinks enthalten 220 kJ oder 50 kcal). — Sagenhaft lecker? Definitiv nicht.

Auch dieser Drink wird im Hause Foodfreak noch einer Verwertung zugeführt – mit Haferflocken lässt sich etwas einigermaßen geniessbares, porridge-ähnliches damit herstellen, das ich in den nächsten Tagen frühstücke. Aber auch hier wäre mir sowohl geschmacklich als auch in Sachen Nährwert echte Milch lieber.

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