Rote-Linsen-Suppe mit Sriracha

Die Rote-Linsen-Suppe mit Sriracha hört im Original auf den Namen Five-Alarm Lentil Soup, und ist wohl auch wegen der Schärfe der Suppe und der Farbe der Sauce den Feuerwehrleuten gewidmet.


Rote-Linsen-Suppe mit Sriracha

nach: The Sriracha Cookbook
6 Portionen

2 Esslöffel Olivenöl
2 rote Zwiebeln, gehackt
3 große Möhren, gehackt
(ich habe Zwiebeln und Möhren im Food Processor zerkleinert)
5 Zehen Knoblauch, gehackt (3 reichen, mit zu Möhren und Zwiebeln in den Hacker)
2 Esslöffel geräuchertes Paprikapulver
2 Esslöffel gemahlener Kreuzkümmel
3 Lorbeerblätter
1 Esslöffel Tomatenmark
180 ml Sriracha-Sauce
1 Dose (400 g) gehackte Tomaten
500 g rote Linsen
2 Liter Gemüsebrühe (hier: Wasser und Gemüsebrühpulver)
Salz, Pfeffer
Creme fraiche
Koriandergrün oder Schnittlauchröllchen, als Deko

Öl erhitzen, die Gemüse darin anschwitzen. Gewürze und Sriracha unterrühren, kurz andünsten, dann die Tomaten hinzufügen, gründlich umrühren. Linsen und Brühe in den Topf geben, nochmal durchrühren und zum Kochen bringen. Ohne Deckel 20-30 Minuten köcheln lassen, bis die Linsen weich sind. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, die Lorbeerblätter rausfischen.

Suppe in Schalen oder tiefe Teller löffeln, mit einem Klacks Creme fraiche verzieren und Kräuter draufstreuen. Wer will würzt noch mit Sriracha nach.


Die Suppe ist komplett vegetarisch, hat eine gewisse Basisschärfe und schmeckt wirklich lecker. Secret Ingredient ist, wer hätte das gedacht, Sriracha-Sauce.

Was genau ist Sriracha eigentlich?

In der Wikipedia steht

Als Sriracha-Sauce bezeichnet man allgemein eine scharfe Chilisauce, die nach der Küstenstadt Si Racha in Thailand benannt ist. Dort wurde sie als Erstes produziert und in lokalen Fischrestaurants verwendet. Die Sauce wird typischerweise aus Chilischoten, Essig, Knoblauch, Zucker und Speisesalz hergestellt. Die populärere Sriracha-Sauce, welche vor allem von Huy Fong Foods in den USA und Vietnam hergestellt wird und die in den USA weit verbreitet ist, weicht mitunter von der ursprünglichen, namensgebenden Sauce ab. In Deutschland gibt es Sriracha-Sauce fast ausschließlich in Asia-Läden zu kaufen.

Tatsache ist allerdings, dass das was die meisten Nicht-Thais als Sriracha bezeichnen, mit der thailändischen Version weniger gemeinsam hat als mit der vietnamesischen Chilisauce Tương Ớt Tỏi (ein Rezept auf Englisch gibt’s hier), gut auch daran zu erkennen, dass auf der amerikanisch-vietnamesischen (sic!) Sauce Tuong Ot Sriracha draufsteht.

Die meisten Leute meinen Flying Goose Sriracha Chili Sauce, wenn sie von Sriracha reden. Die Sauce gibt es in jedem Asienladen, meist von Flying Goose, oft in verschiedenen Varianten, die klassische Version ist aber die mit dem leuchtend grünen Deckel.

„Wie konnte mir dieses Zeug nur entgehen?“ fragte mich ein Freund, als ich ihn letztes Jahr mit Sriracha bekannt machte. Sriracha ist sowas wie die Chilisaucen-Allzweckwaffe der panasiatischen Küche und passt zu fast allem, sogar Desserts, und geht selbstredend perfekt zu Burgern, oder wie hier in (und auf) Sriracha Pulled Pork.

Drin sein sollte: Chilis, Wasser, Zucker, Salz, Essig, Knoblauch. Das Ergebnis ist eine mittelscharfe, leicht brennende, dezent knoblauchhaltige Chilisauce. Mittlerweile gibt es nicht nur die klassische Version, sondern auch Varianten mit extra Knoblauch, mit Zwiebeln, angereichert um Zitronengras, und sogar eine extra scharfe Sriracha für alle, denen es nie scharf genug sein kann. Zwar behaupten die Macher von Wisegeek, Sriracha sei „relatively mild“, aber obwohl ich in Thailand bevorzugt authentisch-scharf esse, empfinde ich die Schärfe der Sauce als durchaus ausreichend für den Alltag.

Die New York Times hatte vor einiger Zeit einen sehr interessanten Hintergrundartikel über den Siegeszug der Sriracha-Sauce von Huy Fong – die rote Sauce geniesst längst Kultstatus.
„United Tastes – A Chilisauce to crow about“.

Wie weit verbreitet Sriracha ist, kann man auch daran sehen dass es sie mittlerweile in der Metro (nicht nur) in der 730-ml-Flasche gibt, und sogar im lokalen Dönerladen steht so eine „Soße-scharf“-Spritzflasche auf dem Tresen.

Sriracha ist erstaunlich vielseitig: In The Sriracha Cookbook: 50 „Rooster Sauce“ Recipes that Pack a Punch wird sogar ein Pfirsichsorbet mit der scharfen Sauce aufgepeppt, und hier gibt es ein Cheddar Bread mit Sriracha drin.

Ich mag Sriracha gern, sie gehört zu den Standards in meinem Kühlschrank. Aber selbst alte Hasen wie ich sind manchmal unaufmerksam… bislang hatte ich einen Asialaden-Nachbau im Kühlschrank, nicht die Fliegende Gans. Bei der Fliegenden Gans liest sich die Zutatenliste nämlich wie folgt:

Chili 61%, Zucker, Knoblauch, Salz, Wasser, Säuerungsmittel E260, E330, Geschmacksverstärker E621, Stabilisator E415

E621 ist nichts anderes als das gute alte Natriumglutamat (Monosodiumglutamat / MSG), und das erklärt dann auch, warum ich die Nacht nach der Suppe mit Bauchkrämpfen im Bad verbracht habe…

Deswegen, wer auf derlei Extras verzichten kann (E415 ist Xanthan, E260 lösen wir zu Essigsäure auf – Wasser und Essigsäure ist halt billiger – und E330 ist Citronensäure), sollte genau hinsehen, es geht nämlich durchaus auch anders.

Die Sriracha von Uni-Eagle kommt immerhin ohne Glutamat aus, hat aber auch Xanthan als Verdickungsmittel sowie Kaliumsorbat als Konservierungsstoff im Aufgebot. Bei der Vielzahl an Chilisaucen mit und ohne Knoblauch wird man im Asienladen im Zweifel immer fündig.

Die ganz hart Gesottenen machen die Sauce einfach selbst: bei Vietworldkitchen findet sich das ultimative Rezept für Tuong Ot Sriracha.

Ein Inhaltsverzeichnis und einige Seiten mit weiteren Rezepten aus dem Sriracha-Cookbook könnt Ihr bei Scribd einsehen.


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