Mokka-Kahlua-Mini-Torte

Dass ich ganz spontan ein Kochbuch bzw. ein Backbuch kaufe, passiert selten, aber als ich auf der Suche nach einer Kahlua-Torte bei Lisa is Cooking auf Fotos des Mocha Kahlua Cake und der Oatmeal Maple Bars aus dem Greyston Bakery Cookbook stieß, und dann noch die ausgezeichneten Reviews bei Amazon.com fand, war der Kauf schnell erledigt.

Glücklicherweise kam das Buch rechtzeitig, um meinem Liebsten diese Mokka-Kahlua-Mini-Torte zum Geburtstag zu backen.

Aus dem Einleitungstext:

This luscious cake is great way to celebrate the birthday of a coffee-lover.

Passt 🙂

Da ich nicht oft Torten mache, stellte mich das Rezept allerdings vor ein paar Herausforderungen. So besitze ich (noch!) keine 3 8-inch cake pans (dazu später mehr), und ich habe noch nie so ein buttercream frosting gemacht und war etwas skeptisch…

Hinweis: Alle Angaben sind in cup (US-Meßtassen).


Mokka-Kahlua-Mini-Torte

Quelle: The Greyston Bakery Cookbook

Ergibt: 1 Torte mit 20 cm Durchmesser

Zutaten

BÖDEN

  • 3/4 cup gutes dunkles Kakaopulver
  • 1 Esslöffel Instant-Espresso-Pulver
  • 3/4 cup heißes Wasser
  • 1 1/2 cup Zucker, getrennte Verwendung
  • 1 cup Mehl Type 550
  • 2 Teelöffel Natron (baking soda)
  • 1 Teelöffel Backpulver
  • 1/4 Teelöffel Salz
  • 6 Eier, getrennt
  • 1/4 cup Pflanzenöl
  • 1 Teelöffel gemahlene Vanille (Original: 1 1/2 ts vanilla extract)
  • 2 Eiweiß; Eigelb für Kahlua-Creme verwenden
  • 3 Esslöffel Kahlua

KAHLUA-CREME

  • 1/3 cup Zucker
  • 1 Esslöffel Speisestärke (Maisstärke)
  • 1 cup Sahne
  • 1/4 cup Milch
  • 2 Eigelb; die Eiweiße kommen in die Böden
  • 2 Esslöffel Kahlua

FROSTING

  • 110 Gramm Butter, zimmerwarm (1 stick)
  • 1/4 cup guter dunkler Kakao
  • 3 Esslöffel Kahlua
  • 3 cups Puderzucker, gesiebt
  • 2 Esslöffel Sahne (im Original: half-and-half)

Zubereitung

BÖDEN

  1. Kakaopulver und Espressopulver mischen, in einer großen (möglichst Metall-) Schüssel mit dem heissen Wasser übergießen und zu einer glatten Creme rühren. Abkühlen lassen.
  2. Mehl, Natron, Salz, Backpulver, Vanille und 1 Tasse Zucker in einer separaten Schüssel mischen. Mit der Küchenmaschine 8 Eiweiss steif schlagen, dabei nach und nach 1/2 cup Zucker einrühren.
  3. Eigelbe und Öl zur Schokomasse geben, unterschlagen, dann die Mehlmischung einarbeiten. Zunächst 1/3 des geschlagenen Eiweiss einrühren damit die Masse dünner wird, dann die restlichen 2/3 gut unterheben.
  4. 3 Backformen je 20 cm Durchmesser fetten und am Boden mit Backpapier auslegen, Teig gleichmäßig auf die 3 Formen verteilen, bei 175° etwa 25 Minuten backen (Stäbchenprobe). 10 Minuten abkühlen lassen, aus den Formen lösen. Papier abziehen (habe ich erst beim Zusammensetzen der Torte gemacht). Die Böden auf der Oberseite glatt schneiden (für die Kuchenkrümel gibt es im Buch einen eigenen Verwendungsvorschlag als gebackene Kuchenkrümel zum Dekorieren von Tortenrändern), noch warm mit je 1 Esslöffel Kahlua beträufeln.

KAHLUA-CREME

  1. Zucker und Stärke mischen, Sahne und Milch und dann die Eigelb einrühren. In einem kleinen Topf unter Rühren zum Köcheln bringen und zu einer dicken Creme aufschlagen. Wenn alles ungefähr Puddingkonsistenz hat, vom Herd ziehen und den Kahlua untermischen, abkühlen lassen.

FROSTING

  1. Im Buch wird zunächst die Butter mit Kakao und Kahlua gerührt und dann Puderzucker und zum Schluss Sahne zugegeben. Ich habe den Puderzucker mitsamt Kakao in eine grosse Schüssel gesiebt, um mir Kakaoklumpen zu ersparen, die Butter und Kahlua in die Mitte gegeben und mit dem elektr. Handrührer durchgearbeitet, dann die Sahne dazu, und es ergibt sich ein gut schmierbares Frosting.

ZUSAMMENBAU

  1. Einen Boden mit der Schnittfläche nach oben auf eine Kuchenplatte legen, die Hälfte der Kahlua-Creme darauf streichen, dabei ungefähr 1 cm Rand frei lassen – die Creme verteilt sich von selbst dahin. Boden auflegen, wiederholen. Letzten Boden obendrauf legen, zwei Stunden kalt stellen, damit das Ganze fester werden kann. (Wegen dieses Schrittes würde ich das Frosting auch erst ganz zum Schluss machen). Dann rundum mit dem Frosting einstreichen und nach Wunsch dekorieren (ich habe mit einer gezackten Teigkarte Wirbelmuster gemacht). Bis zum Servieren einige Stunden, am besten über Nacht, in den Kühlschrank stellen.

Zu den Cake Pans: da ich mit der 20-cm-Springform arbeiten musste (jeweils frisch mit Papier ausgelegt und mit Butterschmalz den Rand ausgestrichen), hat sich das Backen natürlich etwas verzögert. Typische amerikanische cake pans sind nach oben minimal breiter als nach unten; die Böden – die gigantisch aufgegangen sind und dann wieder etwas in sich zusammenfielen – aus meiner Springform werden nach oben etwas schmaler. Mit einer cake pan hätte man sicher eine perfekt runde Form.

Das Rezept: gerade weil ich selten so etwas mache muss ich sagen: super. Die Schritte stimmen, die Mengen stimmen, alles klappt wunderbar – und auch geschmacklich ist der Kuchen 1a.

Besonders der Mokkabiskuit, der nur sehr zurückgenommen gesüßt ist, wird wahnsinnig locker und fluffig (kein Wunder bei 8 Eiweiß, der Teig wird wirklich eine große Schüssel voll, und ich war skeptisch ob ich das alles in 3 Durchgängen in die 20er Form bekomme…) Damit muss ich unbedingt mal Muffins backen.

Die Kahluacreme – das Buch bezeichnet sie als Custard, ich würde sagen es ist eine Creme patissiere – schmeckt ebenso lecker; wenn meine Creme etwas dicker geworden wäre (was vermutlich an mir lag oder einem Tick zu wenig Stärke) hätte man auch eine etwas dickere Cremeschicht in die Torte bekommen. – Nachtrag: auch bei anderen Blogs, in denen dieser Kuchen auftaucht, kann man lesen, dass die Creme nicht fest genug wurde, und erst mit mehr Stärkezugabe die passende Konsistenz hatte.

Das Frosting – es kommen ca. 300 Gramm Puderzucker rein – ist mir erwartungsgemäß ein wenig zu süß, im Verein mit den anderen Komponenten geht das aber durchaus. Es ist problemlos herzustellen, problemlos zu handhaben, und ohne Zicken im Kühlschrank fest geworden, und auch hier passte die Menge perfekt für meine kleine, hohe, dreistöckige Torte.

Fazit: die optischen Macken gehen voll auf meine Kappe; die Torte ist super, der Liebste fand sie lecker, und in dem Buch warten noch viele andere tolle Rezepte aufs Ausprobiert werden.

 


For an English version of this recipe click here.

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