Projekt Tassimo: Caffè Crema XL

Die Maschine habe ich hier vorgestellt, den ersten Kaffee aus dem Jacobs Krönung Kaffeevielfalt Testprojekt habe ich auch schon verkostet, nämlich die Krönung. Der nächste Kaffee im Programm war die Crema XL.

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Meine erste Berührung mit schwarzem Kaffee mit Crema muss Mövenpick Schümli Kaffee Anfang der 90er Jahre (aus dem Gastrovollautomaten) gewesen sein; einen guten Schümli oder eben Café crème mag ich bis heute. (In Italien wäre das tendenziell ein espresso lungo, in Spanien ein americano, aber das ist eine andere Geschichte…)

Der Caffè crema XL soll eine 220-ml-Becherportion ergeben, das ist eine anständige große Tasse (fast) voll. Also flugs den Becher untergestellt, Disc eingelegt, Knopf gedrückt, los gehts.

In einem großen 250 ml Becher sieht das aus, als hätte jemand nur dreiviertel voll eingegossen. Tassengrößen und die Tassimo, dazu komme ich an anderer Stelle nochmal – ideal ist das nicht eben.

Auf dem Kaffee schwimmt ein schmutzigbrauner löchriger Schaum mit hellen Stellen, der nicht wirklich appetitanregend aussieht sondern mehr wie schmutziges Abwaschwasser. (Das Foto wird der Realität dank guter Ausleuchtung nicht gerecht).

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Ein vorsichtiger Schluck, ungezuckert, und ich kann mit Mühe den Drang auszuspucken unterdrücken.

Die Krönung war schon kein Genuß, aber das hier würde ich nicht mal Feinden vorsetzen. Ich habe bislang erst einmal einen derartigen Kaffee gekostet – bei einem Kaffeetasting mit diversen Sorten aus aller Welt; das entsprechende Produkt war ein billiger vietnamesischer Robusta mit einem hohen Anteil an grün geernteten Bohnen, der in etwa ähnlich schmeckte: widerlich bitter-sauer und nach Asche. Ach ja: pro T-Disc sind hier 9 Gramm Kaffeepulver enthalten. Das deckt sich mit meiner Einschätzung eines Espresso Lungo; mit 9 Gramm Kaffeepulver kann ich auch einen (guten) Lungo im Siebträger machen.

Für 80 Portionen Caffè Crema XL bezahlt man bei Amazon momentan knapp 24 Euro; verglichen mit den Einzelpacks und besonders der Krönung ist das fast günstig; gemessen an wirklich gutem Kaffee allerdings immer noch Wucher. Zum Vergleich: 1 Kilo Fair Trade Bio Espresso von GEPA kostet momentan um 18 Euro (ca. 100 Portionen).

Zurück zum Kaffee von Tassimo/Jacobs:

Die so genannte Crema hält einen Löffel Zucker nicht mal für Bruchteile von Sekunden. Im zweiten Versuch lasse ich Wasser nachlaufen bis die Tasse voll ist. Das verdünnt die schwarze Brühe zwar ein wenig, kann am gruseligen Geschmack aber auch nichts ändern. Mit zwei Teelöffeln Zucker lässt sich das Gebräu mühselig herunter würgen. Solo ist es absolut ungenießbar.

Fazit: würde ich nur trinken wenn man mir Geld dafür gäbe.

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