Möhren mit Hijiki nach Washoku

Dieser Artikel wurde zuletzt am 22. Juni 2014 aktualisiert

Nach dem sehr leckeren Möhrensalat mit Hijiki und Rotkohl wollte ich noch ein weiteres Rezept für Möhren mit Hijiki ausprobieren, und zwar aus Washoku: Recipes from the Japanese Home Kitchen. Dort werden Möhren mit Sake, Brühe, Hijiki und am Ende Sojasauce geschmort.

Soy-braised carrots & hijiki
 

Soja-geschmorte Möhren mit Hijiki – Hijiki no nimono

Washoku würde ich als das endgültige Grundlagenwerk über die japanische Küche (traditionelle Alltagsgerichte) bezeichnen, Elizabeth Andoh erläutert darin liebevoll und mit Hingabe zum Detail Grundzubereitungen und Kochtechniken, ihre Einordnung in die japanische Küchenphilosophie, und liefert ausserdem Warenkunde in rauen Mengen mit, die helfen, sich diese für uns sehr fremdartige Küche nach und nach zu erschliessen. Mir gefällt das Buch sehr gut.

Die Möhren mit Hijiki schmecken sehr… japanisch, mit einer für unseren westlichen Gaumen ungewohnten Balance von Süße und Salzigkeit.

Möhren mit Hijiki nach Washoku

1 Rezept

eine Handvoll Hijiki
etwas Pflanzenöl
1 grosse Möhre, oder 3 schlanke kleinere Möhren, in Streifen geraspelt
1 Esslöffel Sake (oder Sherry)
200 ml Dashi (siehe Text)
1 Esslöffel Zucker
2-3 Esslöffel Sojasauce
helle Sesamsamen

Das Originalrezept verwendet sea stock, konbu dashi, die Brühe, die in der japanischen Küche ein unverzichtbares Standardgewürz ist. Dashi gibt es als Instant (meist eine gruselige Glutamatmischung); oder man kann es selbst aus Bonitoflocken und Kombu herstellen. Unter 1 Liter lohnt sich der Aufwand aber nicht wirklich, und da sich Dashi nicht lang hält, benutze ich stattdessen bisweilen einen Cheat – Gemüsebrühe, die mit Wakameflocken einen rauchig-meerigen Unterton bekommt. Hier habe ich also 200 ml Gemüsebrühe mit ein paar Wakameflocken ziehen lassen. Das ist nicht ganz dasselbe, funktioniert aber ziemlich gut.

Die Hijiki-Streifen mit lauwarmem Wasser einweichen, in einem Sieb abtropfen lassen, gut durchspülen.

Öl in einer beschichteten Pfanne erwärmen, die Hijiki darin anschwitzen bis es intensiv nach Meer riecht, dann die Möhren zugeben, kurz anbraten und den Sake zugiessen. Wenn der Alkohol verdampft ist, 2/3 der Brühe angiessen. 5-6 Minuten auf mittlerer Hitze garen lassen, evtl. abdecken. Nach Bedarf weitere Brühe zugeben.

Nun den Zucker über das Gericht streuen und die restliche Brühe dazu giessen, weitere 6 Minuten schmoren lassen. 2 Esslöffel Sojasauce darüber sprenkeln, unter Rühren 2 Minuten garen lassen. Salzigkeit und Süße ggf. mit weiterer Sojasauce ausbalancieren.

Das Gemüse abgedeckt auskühlen lassen.

Üblicherweise wird Hijiki no nimono kalt serviert; wer es lieber warm mag, kann es nach einer Abkühlzeit von ca. 30 Minuten erneut vorsichtig erhitzen.

Zum Servieren angesammelte Flüssigkeit abgiessen, die Möhren zu kleinen Häufchen auf passenden Tellern oder Schalen anrichten, und mit dem Sesam bestreuen.

Um ganz ehrlich zu sein: mir hat der farbenfrohe, frische Salat mit dem Rotkohl etwas besser gefallen. Diese Version ist mir einen Tick zu süß.

Der Zucker plus die Süße der Möhren ist gewöhnungsbedürftig, aber durchaus typisch für die japanische Küche, die ein solches Gericht ja selten allein stehen liesse, sondern im Zusammenspiel mit anderen Aromen auf den Tisch brächte. Dennoch eine schöne, andere Verwendung für Möhren. Der Geschmack wird übrigens besser und runder wenn das Ganze etwas durchziehen kann; laut Elizabeth Andoh kann man die Möhren bis zu 5 Tage im Kühlschrank aufbewahren, wenn sie abgedeckt sind.


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Appetit bekommen? - Hungry for more?

1 Antwort

  1. dyfa sagt:

    Sehr schön. Ich hätte bloss die Möhren weggelassen. 😉

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