DKduW – Oktober 2010

Der Oktober hat sich dieses Jahr mal wieder von seinen besten (goldener Sonnenschein) wie schlechtesten Seiten gezeigt (Nebel und Dauerregen), aber das herbstliche Wetter ist ja auch ein guter Anlaß, in alten und ungenutzten Kochbüchern zu schmökern und Neues zu entdecken, ideal also für Dein Kochbuch das unbekannte Wesen.

Heike von Kreatives Kochen lädt zu einer sehr farbenfrohen Speise ein, einer Roten Pastasuppe, deren kräftiger Rotton sicher schnell allen Herbstdunst verfliegen lässt.

Das Rezept aus Lust auf… Pasta Saucen. Step by Step verwendet unter anderem rote Beete (was bei mir gar nicht ginge aber natürlich für die superbe Farbe sorgt) und Kirschessig; das klingt sehr spannend.

Gleich zwei Mal hat Petra von Chili und Ciabatta diesen Monat aus ihrer, wie ich weiss, höchst umfangreichen Bibliothek Unbekanntes hervor geholt und für uns gezaubert.

Zum einen einen Napfkuchen mit Kakao-Walnuss-Fülle, der ganz klassisch aussieht und auch so klingt – klassisch lecker nämlich.

Petra meint dazu, dass man, wenn man sich nicht von amerikanischen Tassenmaßen abschrecken läßt, in Country Cakes: A Homestyle Treasury tatsächlich den einen oder anderen Schatz heben kann.

Und auch ihr zweiter Beitrag ist ein Kuchen, der mit einem reichen Apfelbelag gut in die Herbstküche passt.

Der Apfelkuchen, der auf den Namen Elfriede hört, bringt das beste aus mehreren Kuchenwelten zusammen – Mürbboden, Nusscreme, Biskuitbrösel und eine Mandelkaramellschicht obenauf – mmmh! Gefunden hat sie dieses feine Rezept in Kuchen und Torten: Die Krönung Ihrer Kaffeetafel, dessen Torten wohl gar nicht so bieder sind wie sie auf den ersten Blick wirken.

Gebacken hat auch Claus von Nur das gute Zeugs – vielleicht ist es ja auch der Drang, wohlige Wärme in der Wohnung zu zaubern? Pate für eine feine Beilage zu einer Putenroulade mit Schinken und Käse stand in diesem Fall Nigel Slaters „Einfach gut essen“, und geworden ist es ein Sellerie-Kartoffel-Kuchen.

Ist es nun ein Kuchen oder ein Gratin? Hat Nigel Slater wirklich die Sahne vergessen? Egal: Hauptsache es hat geschmeckt!

Bei Brot und Rosen gibt es diesen Monat jahreszeitliche und regionale Küche, nach einem regional orientierten Krautkochbüchlein aus der „Krautstadt“ Merkendorf. Das Merkendorfer Kraut-Kochbuch hat Herr Brot und Rosen vor Jahren für seine Liebste eingekauft, ein Grund mehr das Büchlein nicht im Regal darben zu lassen!

Die Schnelle Krautpfanne mit Nudeln, die Petra noch mit Käse überbacken hat, war jedenfalls ein voller Erfolg.

Nicht minder erfolgreich war die Spinat-Erdnuss-Tarte, die Rike von Genial Lecker ausprobiert hat. Secret Ingredient: Cranberries!

Für das Rezept verantwortlich zeichnen Annik Wecker und Alfons Schuhbeck mit dem Buch Raffinierte Tartes. Süß und pikant – das kann ja nur gut werden!

Ganz ohne Sternekoch, dafür mit dem geballten kulinarischen Wissen einer Region und sozusagen ein Slowfood-Buch par excellence (auch unter dem Patronat von Slowfood erschienen) ist I Mazzafam: Originalrezepte aus den Südtälern Graubündens. Ricettario curioso e gustoso del Grigioni italiano – das Kochbuch, das uns (natürlich) Robert von Lamiacucina vorstellt.

Der Genuss einfachster Produkte, die in der Küche mit heiliger Sorgfalt zubereitet werden,

schreibt er dazu, und allein das macht ja schon Lust auf dieses Buch, das damit einen gerade erst frei gewordenen Spot auf meinem Kochbuchwunschzettel belegt…

Maccarón de la paletta sind so etwas wie Käsespätzle, deftige Bauernkost aus kargen Zeiten – einfach und lecker.

Kulinarische Neugier kann auch die Neugier auf die Küche des Landes sein, in welchem man lebt – besonders wenn man, wie Nesrin in Nesrins Küche, Türkin ist, und wissen will, was die Nachbarn kochen.

Ich bezweifle zwar dass die meisten von Nesrins (deutschen) Nachbarn überhaupt vernünftig kochen; zumindest hier in meinem Stadtteil in HH haben die „Menschen mit Migrationshintergrund“ noch viel mehr Eßkultur als die „Alteingesessenen“ – aber es war eben diese Neugier auf das was in den Töpfen der Deutschen schmurgelt, was Nesrin das große GU-Familien-Kochbuch hat erstehen lassen. Daraus hat sie sich für den Oktober ein Rosenkohl-Polenta-Gratin ausgesucht.

Ich kann nur sagen, mir als Rosenkohl-Fan gefällt das ausgezeichnet — wandert auf die Nachkochliste!

Chez Mestolo wird mal wieder mit deutlichem mediterranem Einschlag geköchelt, in diesem Fall eine Muschelsuppe mit Kartoffeln.

Inspiriert ist das Ganze von einem Rezept aus Fisch & Meeresfrüchte, einem Bändchen das unter 1 Euro gekostet hat – es muss eben nicht immer der dicke Bildband sein, wenn man Ideen sucht 🙂

Anna Lena von der Hüttenhilfe hat sich für einen beinahe Küchenklassiker entschieden – in doppelter Hinsicht, denn der Apfel-Streusel-Kuchen

stammt aus dem in Deutschland vielleicht (noch) bekanntesten Backbuch, dem Dr. Oetker Buch Backen macht Freude. Und mit der guten Schritt-für-Schritt-Anleitung in diesem Beitrag sollten diesen Kuchen wirklich jeder hinbekommen!

Zu guter letzt habe ich selbst noch einen Kräutertee gegen den Herbstblues selbst gemischt, unter anderem mit Lavendel drin. Da ich das Gute-Laune-Quartett aus Heilkräuter-Kuren. Aus dem Schatz der Naturmedizin mit einem Creative-Commons-Lavendel-Foto garniert hatte, gibt es hier kein Foto, sondern stattdessen ein herzliches Dankeschön an alle Teilnehmer dieser Runde 🙂


Wie immer: Ihr seid alle herzlich eingeladen, an diesem Event teilzunehmen – die Regeln stehen hier. Und sollte sich jemand mal im Round-Up nicht wiederfinden, bitte ich um kurze Info per Mail, es kann schon mal passieren dass mir ein Beitrag durch die Lappen geht; dann korrigiere ich das baldmöglichst.

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Appetit bekommen? - Hungry for more?