Café Heldt, Eckernförde

Vergangene Woche haben wir uns einen Ausflug nach Eckernförde gegönnt. Wie auch Frau Küchenlatein haben wir dabei u.a. die Bonbonkocherei besucht (mehr dazu demnächst in eignem Artikel), da uns ein Geocaching-Stadtspaziergang geradezu dran vorbei führte. Gezielt hatten wir uns das Städtchen an der Ostsee allerdings ausgesucht, um einem Tipp aus Kann denn Süßes Sünde sein? Noch mehr leckere Rezepte aus norddeutschen Cafés zu folgen – einem Backbuch, das 10 Cafés in Schleswig-Holstein und eines in Hamburg vorstellt, mit Originalrezepten dieser Cafés.

Als ich das Buch im Sommer in Tating kaufte, dachte ich wir würden mehr der aufgeführten Adressen besuchen – geschafft haben wir es bislang nur ins Schweizer Haus in Tating und zur Konditorei Steinhusen in Lübeck. Aber so haben wir noch ein paar Ausflugsziele zum drauf freuen…

Unser Ziel war also dieses Mal das Café Heldt, direkt um die Ecke vom Rathaus in Eckernförde gelegen.

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Die Eckernförder Innenstadt ist größtenteils Fußgängerzone und besticht durch viele kleine Lädchen und auffällig wenig der bekannten Ladenketten, so dass der Bummel hier sehr viel Freude bereitet. Wer einen kurzen Fußweg zur Innenstadt nicht scheut, kann auf der mit P1 beschilderten Parkfläche ausserdem kostenlos parken.

Durch 4 Häuser ziehen sich die Räumlichkeiten des Cafés, die in jeweils unterschiedlichem Stil (Golden Twenties, Wiener Kaffeehaus, Louis Philippe, und Wintergarten) stilecht mit Antiquitäten eingerichtet sind.

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Mehr als das Ambiente interessierte uns aber das Konditorenhandwerk im Hause – ob Schokoladen, Pralinen, Petit fours oder Torten, hier wird alles selbst gemacht.

Ein ziemlicher Stilbruch ist dagegen der riesige Gastro-Kaffee-Vollautomat hinter der Theke (Bildmitte)

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der einen annehmbaren, aber auch nicht eben günstigen Kaffee ausspuckt.

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Ich hatte mir eine Kanne Ostfriesentee (laut Karte mit Kandis und Sahne) bestellt. Auf den Tischen standen Tabletts mit verschiedenen Zuckersorten, darunter brauner Grümmelkandis, und einem Kännchen welches wohl Kaffeesahne enthielt – und auch das hier ist nicht so ganz das was ich erwarte wenn ich stilechten Ostfriesentee ordere:

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Immerhin schmeckte der Tee trotz der Präsentation mit heissem (nicht kochendem!) Wasser in der Kanne recht gut, aber auf der Getränkestrecke gibt es hier Abzüge in der B-Note.

Am Nachbartisch bestellten zwei Damen, die offenbar Stammgäste waren, Fliederbeerpunsch, eine der winterlichen Spezialitäten des Hauses (für Nicht-Norddeutsche: Mit Fliederbeeren bezeichnet man in unseren Breitengraden Holunderbeeren).

Wir dagegen hatten uns aus der Tortenauswahl noch folgendes geordert:

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Eine Trüffeltorte, mit leichter Buttercreme und federleichten Schokobiskuitböden, für den Liebsten, für mich eine Eierlikörtorte, deren Schichten aus hauchdünnem Mürbteig, hellem und dunklem Biskuit, Eierlikör-Sahnecreme und einer likörigen Karamellcreme ein ebenso lockeres wie köstliches Gesamtvergnügen ergaben.

Torte, wie man sie sich besser kaum wünschen kann, und definitiv ein Grund, hier nochmal einzukehren.

Ein weiterer guter Tipp aus Kann denn Süßes Sünde sein? – aber ich habe mir geschworen den ersten Band davon erst zu kaufen, wenn ich alle Adressen des zweiten besucht habe.

Kaffeehaus & Konditorei Heldt
St. Nicolai Straße 1
24340 Eckernförde

täglich ab 8:30 Uhr
www.cafeheldt.de

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