Galerie Café Schweizer Haus, Tating

„Tating, das klingt so niederbayrisch.“ sagte Petra im Chat zu mir, und da musste ich ihr Recht geben. Wenn man allerdings weiss, dass die Orte in der Umgebung auf Garding, Tönning oder (St. Peter-) Ording hören, ist das geografisch schon besser zu verorten: auf der Halbinsel Eiderstedt nämlich, gute 100 km Luftlinie von der Casa Foodfreak entfernt.

In Tating, so weiss der geneigte e&t-Leser seit der aktuellen Ausgabe, gibt es ein hübsches kleines Café mit tollem Kuchen, und das wollten wir zum Anlass für eine kleine Geocaching-Tour rund um den Leuchtturm Westerhever-Sand, eines der wohl bekanntesten Gebäude Deutschlands, nehmen, und gegen Mittag dort den angepriesenen Kuchen verspeisen.

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Das Wetter war leider höchst durchwachsen, aber als wir dann dort anlangten – das Schweizer Haus macht um 12 auf – schien die Sonne. Perfekt also um sich im großen Garten des schönen alten Hauses niederzulassen.

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Doch ach, oh weh…

„Der Kuchen muss noch kalt stehen es gibt erst ab 13 Uhr Kuchen.“ wurden wir eher barsch beschieden, und waren nicht die einzigen, die ein bisschen dumm aus der Wäsche guggten, standen doch augenscheinlich handgemachte Torten in Reih und Glied und grosser Zahl bereit in ebenjener, der Kühlung nämlich.

Na gut, dachten wir uns, lümmelten noch ein Weilchen in der Umgebung rum, und sicherten uns um 12:40 Uhr einen Tisch im Schatten im Garten, bestellten einen Milchkaffee (2,50 Euro), frickelten am UMTS-Stick zum Laptop, und harrten des Kuchens.

An den Nachbartischen kamen Stammgäste, die zielsicher ohne Karte bestellten („Wir hätten gern die Garnelen in Knoblauchöl, halbe Portion, weil wir sind auf Diät, und dazu bitte zwei Gabeln“) und Neuankömmlinge, die – wie wir – positiv von der Menge wie Qualität des an ihre Tische gebrachten Essens angetan waren. Aber deftig war, so gut das auch aussah was da z.B. als Fischplatte mit Bratkartoffeln serviert wurde, nicht das wonach uns der Sinn stand – nein, wir wollten Kuchen. Torte.

Auf der Treppe zur Tortenkühlung stand das schon recht zerlesene Ansichtsexemplar eines Buches, das es auch im Café käuflich zu erwerben gab – Kann denn Süßes Sünde sein? Noch mehr leckere Rezepte aus norddeutschen Cafés. Ich wurde beim Blick darauf ermuntert drin zu blättern, und tat das ausgiebig.

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Dann, endlich, gab es Kuchen und wir entschieden uns für Schoko-Bananen-Torte und Kirsch-Quark-Sahne-Torte.

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Gut, wir bekamen Schoko-Birne (vermutlich ein Versehen, sehen fast identisch aus), war aber auch nicht schlimm. Beiden Kuchen war deutlich anzusehen, dass sie nicht von Konditorenhand stammen, das tat dem Geschmack allerdings keinen Abbruch – die großzügig dimensionierten Kuchenstücke schmeckten nämlich sehr lecker, und zu unserer Freude befinden sich auch beide Kuchen im oben erwähnten Buch, das nicht nur 11 Cafés in Schleswig-Holstein (bzw. eines davon in HH) vorstellt, sondern auch Rezepte der Cafés, und natürlich ist das Schweizer Haus dort vertreten.

Zu schade, dass man nicht auch all die anderen Kuchen an einem Tag probieren kann, die ausnahmslos gut aussahen. Unter dem aufgespannten Tarp im Garten sitzt man bei glühender Sonne wie bei Nieselregen prima; wer mag, kann im Liegestuhl auf der Wiese die Sonne geniessen; und auch bei etwas kühlerer Witterung ist man hübsch und heimelig im rustikal-gemütlichen Ambiente der Innenräume untergebracht.

Summa summarum hat es uns hier sehr gut gefallen, wir kommen sicher wieder, wenn es uns wieder an diesen Teil der Nordseeküste verschlägt – und das Buch musste natürlich auch mit. Mehr dazu, wenn ich noch ein paar Cafés daraus besucht und vielleicht auch das eine oder andere nachgebacken habe.

Galerie Café Schweizer Haus
Düsternbrook 10
25881 Tating

Mi-Sa 12-22 Uhr, So 10-22 Uhr – Kuchen erst ab 13 Uhr!

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