DKduW – Cipolle Ripiene-Murks

Wie das Leben so spielt… gekauft habe ich das kleine Büchlein mit dem schönen Titel La nonna – La cucina – La vita: Die wunderbaren Rezepte meiner Großmutter eigentlich nur, weil es so wunderhübsch aufgemacht ist mit Zeichnungen und Collagen der Verfasserin, die Orangenetiketten oder die Labels von Tomatendosen aus Italien ebenso verarbeitet wie Geschichten aus der Erinnerung daran, wie es war in den Ferien zur Nonna nach Italien zu fahren und dort die einfache Landküche zu geniessen.

„Ganz Ligurien duftet nach meiner Kindheit“ schreibt die Autorin und entführt beim Lesen und mit den kindhaft anmutenden aber doch künstlerischen Illustrationen in die Welt von „la nonna“ und „il paese“. Es macht Spaß das vielfarbig gedruckte und in flexiblem abwaschbaren Einband gebundene Büchlein durchzublättern.

Die Küche allerdings, die riss mich nie vom Hocker. Italienische Landküche findet man besser in La Cucina Casalinga, oder vielen anderen feinen Büchern zum Thema. Aber schliesslich lachten mich ganz einfach gehaltene Cipolle Ripiene an – mit einer Füllung aus gekochten Kartoffeln, Hackfleisch, Parmesan, Petersilie, Ei, Semmelbröseln.

Alle Zutaten waren sowieso im Haus… und ich legte los. Was konnte da schon schiefgehen?

In einem Wort: Alles.

Das begann bei der Füllungsmasse – nicht nur dass sie überreichlich schien, auch die Mengen waren irgendwie reichlich off. Ein Pfund Hack, ein Pfund gekochte mehlige Kartoffeln, dazu 4 Eier, eine angeschwitzte Zwiebel, 100 g Parmesan, 1/2 Bund Petersilie und Brösel von einem Brötchen. Das Ganze ergab schon irgendwie eine Masse, allerdings habe ich von vorn herein nur zwei Eier genommen um eine Fülle statt pantschigen Brei zu erhalten, und die Existenz von (reichlich nötigem) Salz und Pfeffer scheint gänzlich ignoriert worden zu sein.

4 grosse Zwiebeln sollte man nun pellen, keine Gemüsezwiebeln, und diese eine halbe Stunde in Salzwasser kochen, sodann in Schiffchen zerteilen und mit der Masse füllen und im Ofen backen.

Ich kann nur rätseln.. meine Zwiebeln waren nach 12 Minuten jenseits jeglicher Form, nach 30 Minuten hätte ich daraus Suppe machen können…

Die solcherart entstandene weiche Zwiebelmasse habe ich kurzerhand in eine Auflaufform gefüllt, die kräftig nachgewürzte (Salz, Fischsauce – Sardellen wären die italienischere Fassung) Fülle darauf gedrückt und das Gratin mit geriebenem Käse bestreut in den Ofen geschoben.

So konnte man es essen. Aufgewärmt schmeckte der Auflauf sogar noch ein wenig besser. Aber gelungen war das nicht… und das Buch wird entweder in meinem Regal Staub ansetzen oder aber demnächst den Weg auf den Verkaufen-Stapel antreten.

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