Burts hand-fried potato chips

Es ist schon Jahre her, da fragte ich in de.rec.mampf nach sachdienlichen Hinweisen zur Zubereitung von Kartoffelchips – und bekam selbst von altgedienten Foodies nur die erstaunte Antwort, wieso ich mir denn die Mühe machen wolle, die könne man doch gut in jedem Laden kaufen.

Schon damals war ich allerdings nicht nur ein großer aficionado der in Spanien in Sonnenblumenöl handfritierten Kartoffelchips, die ich bis heute für die leckersten überhaupt halte, sondern auch schon damals zeichnete sich ab, was heute vollends bittere Realität ist – alle in Läden erhältlichen Kartoffelchips, mit Ausnahme der Sorten aus dem Bioladen und reiner gesalzener (im Gegensatz zu: salt & pepper oder salt & vinegar) enthalten Aromen und vor allem Geschmacksverstärker.

Beim lokalen Edeka entdeckte ich dann neulich diese Chips:

und kaufte selbstredend erst mal die gesalzene Version.

„Burts hand-fried chips“, so der Aufdruck, kommen aus Devon, und die gesalzenen Chips enthalten genau drei Zutaten: Kartoffeln, Sonnenblumenöl, Meersalz. Vorbildlich.

Die Hersteller, Burts Chips, behaupten, ihr Produkt sei „naturally delicious“, und auf der Packung prangt ein Zusatzaufdruck, auf welchem Feld die Kartoffeln angebaut wurden, und wann die Chips für diese Tüte von welcher Person frittiert wurden.

Die crispen, ein wenig dicker geschnittenen Chips, die an Kettles erinnern, aber nicht so hart sind, haben einen wunderbaren Goldton und ein volles Kartoffelaroma, genau den richtigen Crunch, sind mir aber einen winzigen Hauch zu dick und damit zu mürbe in der Mitte. Auf jeden Fall gehören sie zum leckersten was man in Deutschland an gesalzenen Chips in der Tüte kaufen kann.

Auf der Tüte steht auch zu lesen, dass die Macher von Burts 1997 auf der Suche nach echten Kartoffelchips waren die noch nach Kartoffelchips schmeckten, und stattdessen eine quasi-antike Kartoffelchipfrittiermaschine fanden auf der sie unzählige Versuche starteten, bis sie die ihrer Meinung nach besten Kartoffelchips herstellen konnten – „using only the finest and freshest natural ingredients“.

Burts (achtung Flash) gibt es, neben der Variante Sea Salt (und in Deutschland wohl kaum erhältlichen Pastinakenchips, die ich gern mal kosten würde) in den Sorten Hot Chili Lemon, Mature Cheddar, No Salt, Salt and Black Pepper, Salt & Vinegar, und momentan auch in „seasonal flavors“ wie Smoked Streaky Bacon und Firecracker Lobster. Die anderen Sorten enthalten allerdings auch schon mal Dextrosepulver und (natürliche) Aromen, allerdings keinen Geschmacksverstärker. Vielleicht sollte ich doch noch mal eine exotische Sorte probieren… obwohl ich ja eher für klassische Geschmacksrichtungen zu haben bin.

Den Preis weiss ich nicht mehr. Billig waren sie nicht. Aber gut.

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