Europa-Küche (6) – Wiener Saftgulasch


Das zweite der beiden Gastgeberländer der EM, Österreich, kann man mit Fug und Recht als einen Hort der Eßkultur beschreiben. Ob die saftigen Marillen der Wachau oder die vielen tollen Weine, das steirische Kernöl oder die traumhaften Mehlspeisen, Tiroler Bergkäse oder köstlicher Rindfleischsalat, Wiener Schnitzel oder der Naschmarkt in Wien, für mich ist Österreich immer auch mit gutem Essen verbunden.

Die Auswahl für ein Rezept ist mir nicht leicht gefallen, den Ausschlag gab schliesslich, dass in meinem Tiefkühler noch Rind zum Schmoren auf baldige Verwendung wartete, und so habe ich mich bei einem Rezept bedient, das (ausgerechnet) Sarah Wiener bei Alfredissimo gekocht hat:

Wiener Saftgulasch

„Ausgerechnet“, weil mir gerade Sarah Wiener zum wiederholten Mal im TV mit der vorwurfsvoll-pauschalen Behauptung „Wir essen alle zuviel Fleisch“ sauer aufgestossen ist, ausgerechnet aber auch, weil es damit quasi ein doppeltes Wiener Gulasch wird… 🙂

Wie wohl die meisten in Deutschland bin ich damit aufgewachsen, dass das Fleisch für einen Gulasch angebraten gehört. Die klassische Zubereitung aus Wien dagegen schmort die Zwiebeln an, papriziert sie dann, und gibt das Fleisch hinzu.

Wiener Saftgulasch

750 g Zwiebeln
2-3 Knoblauchzehen
1 kg Rinderwade, ohne Knochen, mit Flaxen und Sehnen
Pflanzenöl
1/2 TL Kümmel, ganz
1 EL süßes Paprikapulver
200 ml Rinderbrühe
Rotweinessig
Salz
Pfeffer

Die Zwiebeln und Knoblauch schälen, Zwiebeln würfeln, Knoblauch hacken. Das Fleisch in 2 cm große Würfel schneiden.

In einem Bräter Pflanzenöl erhitzen und die Zwiebeln goldgelb anbraten. Knoblauch, Kümmel und Paprika zugeben. Das Fleisch dazugeben und die Brühe angießen. Mindestens 3 Stunden mit Deckel köcheln lassen, dabei immer wieder umrühren. Mit Salz, Pfeffer und Rotweinessig abschmecken.

Über Nacht stehen lassen und am nächsten Tag langsam erwärmen (evtl. etwas Brühe nachgießen).

Dazu passen „Butternockeln“, Baguette oder Kaisersemmeln.

Ich hab das Rezept wie beschrieben, allerdings mit gemahlenem Kümmel, zubereitet, und kann nur sagen: superlecker. Zu meckern hab ich allenfalls an den Mengen was – bei der langen Schmorzeit würde ich unbedingt die doppelte bis dreifache Menge machen und dann ggf. Portionen einfrieren, der Aufwand ist bis aufs Zwiebelschneiden ja identisch.

Wandert auf jeden Fall in die Favoritendatenbank.

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