Challah mit Safran

Schon im letzten Jahr habe ich mich an einem Challah-Rezept versucht, und das Ergebnis war auch durchaus gut und fotogen, aber mir geisterte immer noch etwas anderes durchs Hirn. Ein Versuch mit einem Rezept von Eric Treuille war dagegen zwar hübsch, aber so gar nicht das was ich mir vorgestellt hatte.Was ich wollte: eine goldgelbe, weiche, fluffige Challah mit Safran. Und gestern habe ich dann diese hier gebacken:

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte…

Langer Rede kurzer Sinn, ich habe ein Rezept gefunden, das ziemlich nah an ‚meine perfekte Challah‘ herankommt. Nachdem mir neulich auch ein anderes Brot aus dem Treuille-Buch hocken blieb und das Pao de leite condensada auch nicht richtig ging, hatte ich schon stark an mir gezweifelt. Oder waren in der Raumluft hier irgendwelche Killerbakterien, die die Hefe vernichteten?

Gestern stellte ich dann den Hefeteig für die Challah neben die Heizung und ging raus, meine Walking-Runde absolvieren. Als ich knapp 1 1/2 Stunden später wiederkam, beulte sich das feuchte Küchentuch auf der Schüssel vielversprechend aus – exakt so wie man sich das wünscht.

Im Gegensatz zum Treuille-Rezept hatte ich auch schon bei der Teigzubereitung das Gefühl, dass die Konsistenz stimmig war. Das Handling des fertigen Teiges – kneten, flechten – ging dann auch problemlos.

Vor dem 2. Gehen sah der Zopf so aus:

1 Stunde später:


Challah mit Safran

nach: ftp://sunsite.unc.edu/pub/academic/languages/yiddish/recipes/challah * (Seite existiert in der Form nicht mehr  // Feb 2017)

Ergibt: 1 große Challah

Zutaten

TEIG

  • 1/4 (US) cup Zucker
  • 1 1/4 (US) cups Wasser
  • 1 Teelöffel Salz
  • 1 große Prise Safran
  • 1 Würfel (42 g) Frischhefe
  • 1/4 (US) cup Pflanzenöl
  • 2 Eier
  • 5 (US) cups Weizenmehl (Type 550)

GLASUR

  • 1 Eigelb
  • 1 Esslöffel Wasser

ZUM BESTREUEN

  • Sesamsamen, hell oder dunkel, oder Mohnsamen

Zubereitung

* Dort wurde als Ursprung das Sunset-Magazine genannt. Eine andere Quelle (The Knowledge Center) nennt „Sunset’s Cook Book of Breads“, das dürfte wohl präziser sein.

  1. Salz, Zucker und Safran in eine große Schüssel geben, das heiße Wasser darauf gießen und rühren bis sich alles aufgelöst hat. Auf knapp handwarm abkühlen lassen. Hefe unter Rühren hineinbröckeln bis sie sich aufgelöst hat, dann Eier und Öl unterrühren.
  2. 4 1/2 Tassen Mehl von Hand oder mit der Küchenmaschine einrühren, gut durchkneten bis ein weicher Teig entsteht. Restliches Mehl auf ein Backbrett geben und den Teig darauf durchkneten, bis er elastisch ist. In eine geölte Schüssel geben, mit einem feuchten Küchentuch abdecken und 1 bis 1 1/2 Stunden gehen lassen.
  3. Teig abschlagen, und in 4 gleichmässige Stücke teilen. Aus drei Teilen gleichmäßige lange Stränge rollen. Zu einem Zopf flechten, dabei in der Mitte anfangen und zu den Enden hin arbeiten, Enden unterschlagen. Das verbliebene Teigstück in drei Teile teilen und auf die gleiche Weise einen kleinen Zopf herstellen. Längs in die Mitte des großen Zopfes legen und die Enden nach unten andrücken.
  4. Auf einem gefetteten oder mit Backpapier ausgelegten Blech 1 Stunde gehen lassen (mit feuchtem Küchentuch abdecken).
  5. Ofen auf 175 Grad vorheizen. Eigelb mit Wasser verrühren und die Challah damit einpinseln, mit Sesam- oder Mohnsamen bestreuen. Im Ofen 30-35 Minuten backen, dabei nach 20-25 Minuten prüfen wie braun der Zopf ist und evtl. oben in der Mitte mit Backpapier abdecken.
  6. Auf einem Gitter auskühlen lassen.

Was habe ich adaptiert? Im Original stand „1 package yeast“. Ich habe mir angesichts des Preises von 9 Cent für 1 Würfel Frischhefe überlegt, dass Frischhefe hier eine gute Idee wäre, und da die Mehlmenge auf fast 1 Kilo hinausläuft, den ganzen Würfel verwendet. Weiterhin haben die Original-Autoren Safran (oder „food coloring“) erst mit den Eiern zum Teig gegeben. Ich wollte aber, daß sich die zartgelbe Safranfarbe möglichst gleichmäßig verteilt und habe deswegen den Safran von Anfang an zugegeben, um ihn im warmen Wasser aufzulösen.

Die Challah ist fast genau so geworden wie ich sie mir vorstelle. Sie könnte ein wenig süßer sein – der Geschmack ist so quasi neutral – und ich hätte gern einen „gewickelten“ Teig-Effekt, was sich mit entsprechendem Teig-Handling sicher noch modifizieren lässt.

Ein prima Rezept, das in meine Favoritenliste wandert.

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