Shopping in Frankreich

Unseren Besuch in Karlsruhe haben wir auch zu einem kleinen Abstecher über die Grenze genutzt – das Elsaß liegt ja quasi vor der Tür. Eine knappe halbe Stunde mit dem Auto entfernt – in Lauterbourg – betritt man einkaufstechnisch eine andere Welt.

Unser erster Stop war ein kleiner CoOp-Laden mitten im Dorf, nicht viel mehr als ein Tante-Emma-Lädchen.

Beeindruckend daran war vor allem, dass der Laden etwa zur Hälfte mit Weinregalen gefüllt war – 90 Prozent französisches, darunter ca. 50 Prozent Elsässer Wein. Hier gehen wohl auch hauptsächlich Grenzgänger Wein bunkern.

Neben einer Flasche Elsässer Riesling, die wir durch unsere Freundin Mela kennengelernt haben, wanderte in unseren Einkaufskorb vor allem Gewürztraminer, Muscat und ein Cremant aus Riesling. Für das Frühstück am Tag drauf noch zwei Scheiben einer Pastete.

Der zweite Stop führte uns zu einem großen Supermarkt der Kette Champion. Da merkt man dann sofort, dass man in Frankreich ist – die Auswahl an hochwertigen Lebensmitteln ist riesig und komplett anders als in Deutschland, es ist wirklich als hätte man mit dem Grenzübertritt eine andere Welt betreten. Frische Quiches, Käse, Pasteten, Rillettes, Enten- und Gänseprodukte, Fischsuppe im Glas, Frischfleisch in Zuschnitten und Qualitäten die es bei uns nicht gibt, Speiseeis (selbst von Langnese) in unbekannten Sorten…

Ein Blick in die Molkereiprodukte ist ebenso aufschlußreich – Franzosen haben offenbar ein ganz anderes Verhältnis zu Creme fraiche oder Butter, zu Joghurts, Desserts und den von mir so geschätzten Fromage-blanc-Leckereien, von denen man bei uns meist nur Nicolait/Nicovanille findet.

Zwar geht man weitaus entspannter mit Aromen und Farbstoffen um als bei uns, aber dafür ist die Bandbreite an Produkten auch sehr viel größer. Oft habe ich mich gefragt, warum die Produkte nicht auch bei uns zu bekommen sind – unsere Supermarkt-Monokultur könnte ein paar neue Impulse brauchen. Und so manches Produkt ist ehrlich gelabelt:

Vor dem Butterregal hielt ich dank Hinweisen einer Freundin inne, um mich von der riesigen Auswahl an beurre douce, sel, demi-sel, mit fleur de sel usw. von diversen Herstellern aus diversen Regionen verwirren zu lassen und mich schließlich auf Verdacht auf eine Sorte douce und demi-sel festzulegen.

Beim Kaffee haben wir ebenfalls gestaunt – da gab es reinen Robusta, der zwar gut roch, aber beim Befühlen der Bohnen eher an bröselige Ascheklümpchen erinnerte – für 5 Euro das Kilo kann man wohl auch nichts erwarten, das nicht in einem bol mit heißer Milch auf Trinkfähigkeit gebracht werden will. Wir haben eine 70%-Arabica, 30%-Robusta-Mischung in unseren Einkaufswagen gelegt und uns dann dem Süßwarenregal und einem Hamsterkauf an Bioschokolade gewidmet.

Auch bei den Fertiggerichten gibt es eine Auswahl die mit Deutschland nicht zu vergleichen ist – ähnlich wie die Vielzahl von ‚fabadas‘ in Spanien gibt es cassoulet in unzähligen Varianten, ausserdem sehr viele Couscousgerichte, die den nordafrikanischen Touch selbst hier im Elsaß entdecken lassen. Daneben tummeln sich von Bocuse oder auch Maggi Fertignahrungsmittel, die bei uns noch nie gesichtet wurden.

Wir haben uns quer durch die Gänge eingedeckt – von Schokoladen-Pudding über Brotmehl bis hin zu Fischdosen und Gelierzucker aus Rohrzucker. Ich werde in den nächsten Wochen dann von unseren Verkostungen hier berichten. Es gehen selbst einem Foodie wie mir in einem französischen Supermarkt die Augen über.

Ich weiss schon was beim nächsten Besuch in Karlsruhe fest auf dem Plan steht… Shoppen in Frankreich.

Am Ausgang beim Boulanger entdeckte ich dann noch sehr hübsche Kekse, die ich aber nicht gekauft sondern nur fotografiert habe:

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