Spanische Weissweine haben seit vielen Jahren einen schlechten Ruf — absolut zu Unrecht. Die Zeiten schwerer überoxidierter Weine sind schon lange Geschichte, das haben Weinbauregionen wie Rias Baixas oder Rueda mit viel Erfolg und leichten, schmackhaften säurebetonten Weinen längst bewiesen.
Besonders gut sind spanische Weissweine meines Erachtens da, wo sie sich auf regionale Tugenden besinnen, etwa lokale Rebsorten – die Biowinzer von Albet i Noya haben es mit ihrem sensationellen Xarel.lo vorgemacht, und auch der Wein, den ich Euch heute vorstellen möchte, stammt aus Katalonien und zwei für diese Region typischen Rebsorten; Parellada und Macabeo.


Mit 12 % Alkohol ist er schon unter den kräftigen anzusiedeln, er schmeckt aber nicht so.
Vinos de Penedès schreibt über den weissen Xipella:
Macabeo 60%, Parellada 40%
Die Parelladatrauben wurden Anfang September und die Macabeotrauben Mitte Oktober jeweils nachts geerntet, um höchstmögliche Fruchtkonzentration zu erreichen und vorzeitige Oxidation zu vermeiden. Nach (..) der Mazeration wurden die Trauben nach dem Pressen in Edelstahltanks bei einer kontrollierten Temperatur von 14 Grad fermentiert.
Üblicherweise werden Macabeo und Parellada eher für cava gemischt; aber auch ohne Bläschen drin ergibt sich hier ein angenehmer, frischer Wein mit fruchtiger Note, einem Hauch von Zitrus und Melone und einem ein ganz klein wenig erdigen Körper. Ich mag ja ohnehin crispe Weisse aus dem Stahltank, und dieser hier bildet da keine Ausnahme.
In meinem Glas tummelte sich der gefällig leichte, gelbliche Xipella mit grünen Reflexen aus dem Jahr 2007; den Jahrgang 2006 gibt es noch für momentan um 10 Euro bei Vinos de Penedès.
Ein ganz hübscher Wein für heisse Tage, aber aus dem Penedès habe ich schon Eindrucksvolleres im Glas gehabt.
1 Person mag diesen Artikel.
Tags: Catalunya, Parellada, Penedès, Spanien, Wein, Weisswein
Keine Kommentare »