Coffee Bean & Tea Leaf – Rwanda Coffee

An einem auch für singapureanische Verhältnisse sehr schwülen Tag machten der Liebste und ich einen langen Spaziergang durch den East Coast Park in Katong. Und brauchten irgendwann dringend Abkühlung. Eine sehr angenehme Filiale von The Coffee Bean & Tea Leaf kam uns da für eine Runde AirConditioning und geeisten Kaffee gerade recht. An meinem geeisten ColdBrew Latte nippend nahm ich auch die Single Origin-Kaffees in Augenschein, und erwarb ein 1/2-lb-Päckchen Kaffee aus Rwanda / Ruanda.

Frische Füllung für die Kaffeemühle: #kaffee aus Ruanda, mitgebracht aus Singapur #coffee

Interessanterweise finde ich den Kaffee online (Stand Dez. 2017) nur auf der malaysischen Website von Coffee Bean & Tea Leaf, nicht aber auf der internationalen oder der von Singapur. In MY kostet er 45 Ringgit, also runde 10 Euro für die 226 Gramm, ich glaube, in Singapur habe ich noch ein wenig mehr bezahlt.

Wo kommt der Kaffee her?

Leider schweigt sich der Hersteller sowohl im Web als auch auf der Packung zu genaueren Details aus. Der Kaffee ist / war eine Limited Edition in der Single-Origin-Reihe, aus welcher Region Ruandas oder gar von welcher Kooperative oder Farm er kommt, lässt sich leider nicht herausfinden. Ein für mich interessantes Detail: Laut Espressocoffeeguide.com brachten Anfang des 20. Jahrhunderts deutsche Missionare die ersten Kaffeepflanzen nach Ruanda. Und bei Flavie Halais lerne ich, dass Ruanda sich zum Spezialitätenkaffee-Land entwickelt hat:

Some 33% of Rwanda’s coffee production in 2013 was graded “specialty”, meaning it scored above 80 on a 100-point scale, making up 45% of Rwanda’s total revenues from coffee exports (USD$55.2 million in 2013). Speciality coffee sells for at least USD$0.20 above ordinary coffee (the benchmark New York “C” price), and a large portion of the selling price goes directly to producers.

Das schreibt der Hersteller

Violet aroma with apricot flavor and chocolate finish.

Veilchennoten kann ich nun keine ausmachen – im Geruch finde ich eher schon Anklänge an Räucherwurst (durchaus angenehm) und eine prononcierte Säure mit schokoladigem Abgang.

So sehen die Bohnen aus

Rwanda Coffee Single Origin, beans

Nicht allzu große aber wohl geformte Arabica-Bohnen, mit einer mittleren Röstung, ein sattes Goldbraun. Wenig Beschädigungen und praktisch gar kein Bruch.

Und wie schmeckt der Kaffee nun?

Pur und handgefiltert erinnert mich der Rwanda-Kaffee an guten Kenya-Kaffee, den ich sehr gern mag. Die versprochenen Aprikosentöne paaren sich mit einer für mich sehr ausgewogenen Säure und einem mittleren Körper, sowie einem nicht zu lang im Mund verweilenden aber dennoch cremigen, nougatähnlichen Finish. Tatsächlich mag ich ihn so, pur und ohne Zucker, am liebsten. Sehr angenehm macht sich aber auch ein knapp dosierter Schuss Salted-Caramel-Sirup darin. Milch oder Sahne finde ich darin nicht so gut.

Eine ähnlich gute Figur macht der Kaffee aus der AeroPress – sowohl als „Espresso“ als auch als Americano. Mit der langen Ziehzeit einer French Press schließlich kann man aus diesem eher mittelschweren Kaffee noch eine Wuchtbrumme machen, allerdings wäre das für meine Begriffe eine Schande, es ist gerade die Frische, die diesen Kaffee ausmacht.

Fazit

Ein nicht ganz billiges Vergnügen eines Sondereditions-Kaffees, der mir sehr gut gefallen hat, und Lust darauf macht, auch andere Kaffees aus Ruanda und vielleicht auch der Single-Origins-Reihe von Coffee Bean & Tea Leaf zu probieren. Wünschen würde ich mir allerdings genauere und umfangreichere Begleitinformationen zu diesen „Spezialitäten“-Kaffees. Da ich bei CB&TL ohnehin eigentlich nur im Urlaub lande, wird mein nächster Einkauf in einer der Filialen wohl noch eine ganze Weile auf sich warten lassen…

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Appetit bekommen? - Hungry for more?

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