Möhrchen im Grünen

Endlich Sommer! Es gibt pralle, schöne Gemüse auf den Wochenmärkten, warmes Wetter, es ist Zeit, draußen zu sitzen und frische, köstliche Gemüsegerichte und Salate zu genießen.

Moehrchen im Grünen

Geröstet gewinnen Möhren nicht nur eine angenehme Textur, sondern auch viel Geschmack – und machen sich prima auf einem grünen Salatbett.


Möhrchen im Grünen

Ergibt: 3-4 Portionen

Zutaten

MÖHREN

  • 1 großer Bund frische Möhrchen mit Grün, möglichst nicht zu dicke
  • etwas Olivenöl
  • grobes Meersalz

LABNEH

  • 300 Gramm griechischer Joghurt mit 10% Fett, idealerweise ein sehr fester
  • 1 Prise Salz
  • 3 Esslöffel helle Sesamsamen
  • 2 Teelöffel Sumach

DRESSING

  • 3 Sardellenfilets in Öl, Anchovis
  • 2 Teelöffel Dijonsenf
  • 1 1/2 Esslöffel Zitronensaft, frisch gepresst
  • 2 Handvoll Basilikumblätter
  • 2 Handvoll glatte Petersilie, nur die Blätter
  • 3 Esslöffel frische Estragonblättchen
  • 3 Esslöffel Schnittlauchröllchen
  • 50-100 ml Olivenöl
  • Pfeffer aus der Mühle
  • 3 Esslöffel Mayonnaise
  • 50 ml Buttermilch, evtl auch etwas mehr, je nach Bedarf

SALAT

  • 1 Lollo Bionda-Salat, oder anderer hellgrüner Salat

Zubereitung

  1. Das erste, was es zu tun gilt, ist den Joghurt abtropfen zu lassen. Dafür gebe ich ihn in ein sauberes Küchentuch aus Leinen (oder ein Seihtuch), mische vorsichtig eine großzügige Prise feines Salz unter, und lege ihn in ein Sieb, das ich auf eine passende kleine Schale hänge. So kommt er erst mal 3-4 Stunden in den Kühlschrank.
  2. Die nächste Aufgabe ist das Rösten der Möhren. Wenn noch viel Grün dran ist, schneide ich es so ab, dass noch 10-20 cm Grün stehen bleiben. Die gründlich gewaschenen und trocken geschrubbten Möhrchen kommen nun auf ein Backblech. Kurz in 1-2 Esslöffeln Olivenöl wenden (nicht zu viel, sie sollen ja karamellisieren im Ofen), und mit etwas grobem Meersalz bestreuen. Besonders dicke Möhren sollte man besser längs halbieren. Den Ofen auf 200°C schalten, und die Möhren darin backen, bis sie Röstspuren bekommen. 35-50 Minuten – zwischendrin einmal wenden.
  3. Die Möhren aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen.
  4. Den Sesam in einer trockenen Pfanne goldbraun rösten. Sofort auf einen kalten Teller geben, und ebenfalls abkühlen lassen. Wenn der Sesam abgekühlt ist, in einer kleinen Schale mit dem Sumach vermischen. — Bis hierhin kann alles super vorbereitet werden.
  5. Jetzt nehmen wir den Joghurt aus dem Kühlschrank und drücken ihn vorsichtig, aber gründlich in seinem Seihtuch aus (über der Spüle, es sei denn, ihr wollt die Molke noch für andere Zwecke aufbewahren.) Den ausgedrückten / festen Joghurt-„Käse“ vorsichtig in 16 Portionen zerteilen. Jede Portion zu einem kleinen Bällchen rollen, und dieses in der Sesam-Sumach-Mischung wälzen. Bis zum Anrichten auf einen Teller legen und kühl stellen.
  6. Für das Dressing die Sardellenfilets mit Senf, Zitronensaft, den frischen Kräutern und 50 ml Olivenöl im Mixer zu einer glatten Paste mixen, nach Bedarf noch etwas Olivenöl zugeben – es soll eine Pesto-ähnliche, quietschgrüne Creme entstehen. Die Mayonnaise unterrühren, mit Pfeffer würzen. Nach und nach mit Zugabe von wenig Buttermilch weitermixen und bis zur gewünschten Konsistenz herunterverdünnen.
  7. Den Salat waschen, trockenschleudern, und in nicht zu kleine Stücke zerzupfen. Eine Servierplatte damit auslegen. Die gerösteten Möhren darauf drapieren.
  8. Vorsichtig einen Teil des Dressings über den Salat träufeln, den Rest getrennt dazu servieren. Die Platte mit den Labnehbällchen dekorieren und servieren.

Noch etwas attraktiver wäre der Salat wahrscheinlich mit bunten Möhrchen in gelb, violett und orange geworden, aber just als wir dieses Rezept austesteten, gab es nur „normale“ Bundmöhren. Dennoch finde ich, der Salat ist wirklich ein Hingucker. Köstlich ist er sowieso. Die Frische der Labnehbällchen, die Röstnoten vom Sesam, die aromatische Säure des Sumach, die Süße der Möhren und das würzige Kräuterdressing sind zusammen das perfekte Sommersalatglück für mich.

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Der passende Begleiter für das opulente Sommerglück ist ein frischer, fruchtiger, etwas säurebetonter Weißwein, der mit der Süße der Möhren harmoniert, aber gegen das intensive Dressing auch nicht untergeht.

Bei uns war das ein 2016er Sauvignon Blanc von Wildner, dessen für einen Sauvignon blanc ungewohnte Schmelzigkeit uns dazu besonders gut gefiel. Wer es selbst probieren mag: Der Wein ist für derzeit 8,90€ im Shop der Weingötter zu haben.

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Appetit bekommen? - Hungry for more?

4 Antworten

  1. Sus sagt:

    Toll!
    Könnte man nicht eigentlich auch das Karottengrün im Dressing verarbeiten?

    Liebe Grüße, Sus

    • FoodFreak sagt:

      Das klingt eigentlich nicht verkehrt, allerdings muss man dann natürlich die Aromatik des Dressings komplett anders gestalten – Karottengrün schmeckt schnell bitter, und nicht so aromatisch wie die hier eingesetzten Kräuter. Das wäre dann wohl was für eine Experimentierstrecke 🙂

      • Sus sagt:

        Bitter? Echt? Ich hatte mal Karottengrünpesto ausprobiert, das war nicht bitter.
        Ich dachte ja auch nur, z.B. die Petersilie (teilweise?) damit zu ersetzen…

        Liebe Grüße, Sus

  2. Veronika sagt:

    Das sieht ja super lecker aus! Herrlich, wie im Märchen!

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