Rindfleisch mit Spinat – Saag Gosht

Am Montag ereilte mich der kühlschranktechnische Super-GAU. Noch am Freitag hatte ich bei einem Großeinkauf den Tiefkühler voll gemacht, und der hat dann anscheinend am Sonntag still und leise den Geist aufgegeben. Dazu gibt’s in den nächsten Tagen noch einen eigenen Artikel. Jedenfalls stand ich dann am Montag vor dem Problem,

  1.  dass ich erst mal feststellte, dass fast alles (an-) getaut war, und
  2. was mache ich mit dem ganzen Zeug? Im Zwei-Personen-Haushalt ist das ja nicht so einfach.

Glücklicherweise konnte ich alles, was halbwegs noch gefroren war, in der eilends freigeräumten TK-Schublade einer Nachbarin zwischenlagern, aber ich hatte immer noch runde 1,3 kg Rind (Steak und Wokstreifen) und etwa 1,7 kg Huhn, die dringlich weg mussten. Und außerdem einen mehr oder weniger getauten großen Beutel Blattspinat. (und anderen Kleinkram). Aus dem Huhn entstand ein großes Green Thai Chicken Curry, blieben noch Rind und Spinat über.

Da kam mir ein vor ein paar Wochen gebookmarktes Rezept von The Daring Gourmet ganz Recht – ein Rindfleisch-Spinat-Curry aus dem Punjab, das sich halbwegs skalieren und auch ohne zusätzliche Einkäufe umsetzen liess.

Rindfleisch mit Spinat - Saag Gosht
Ein paar Kleinigkeiten und die Mengen habe ich an meine aktuell vorhandenen angepasst.


Saag Gosht – Rindfleischcurry mit Spinat aus dem Punjab

adaptiert nach einem Rezept von The Daring Gourmet

Ergibt: 6 Portionen

Zutaten

  • 1300 Gramm mageres Rindfleisch, hier: Huftsteak, gewürfelt
  • 2 Esslöffel Olivenöl
  • 2 Esslöffel Ghee, oder Butterschmalz
  • 100 Gramm Schalotten, geschält, in Halbringe zerteilt
  • 4 Knoblauchzehen, gehackt
  • 5 cm frischer Ingwer, gehackt
  • 2 Teelöffel Kreuzkümmel, gemahlen
  • 2 Teelöffel Koriander, gemahlen
  • 2 Teelöffel Paprikapulver edelsüß
  • 1/2 Teelöffel Kurkuma
  • 1/4 Teelöffel Nelken, gemahlen
  • 3 Teelöffel Garam Masala plus
  • 1/2 Teelöffel Zimt (siehe auch Text unten)
  • 2 Esslöffel Tomatenmark
  • 1 Dose (400 g) gehackte Tomaten mit Saft
  • 4 Esslöffel Vollmilchjoghurt, hier: 10%iger
  • Wasser, nach Bedarf
  • 2 Lorbeerblätter
  • 12 grüne Kardamomkapseln
  • Salz
  • 360 Gramm Tiefkühl-Blattspinat, getaut und ausgedrückt gewogen (ca. 500 Gramm brutto)

Zubereitung

  1. Öl und Ghee in einem großen, breiten Topf erhitzen. Das Fleisch portionsweise rundherum braun anbraten, aus dem Topf nehmen.
  2. Die Zwiebeln langsam und auf niedriger Flamme im Bratfett weich dünsten, bis sie ankaramellisieren – je langsamer, desto besser. Wenn sie braun werden und duften, den Ingwer und Knoblauch zugeben und kurz mit anbraten. Die gemahlenen Gewürze darüber streuen, gut umwenden. Das Tomatenmark zugeben, eine Minute braten, und dann die Dosentomaten samt Saft zugeben. Dose einmal mit Wasser auffüllen, das Wasser ebenfalls angießen.
  3. Gut umrühren, den Deckel auflegen. Alles etwa 5-10 Minuten sanft köcheln lassen. Nun den Joghurt einrühren. Das Fleisch wieder in den Topf geben, Kardamom und Lorbeerblatt zufügen, alles salzen und – wenn benötigt – noch etwas Wasser angießen. Zum Kochen bringen, dann auf niedriger Flamme eine Stunde sanft kücheln lassen, und gelegentlich umrühren. Nun den Blattspinat untermischen, und weitere 20 Minuten sanft garen lassen, dabei 2 oder 3 Mal umrühren. Mit Salz und ggf. etwas Zucker abschmecken.
  4. Mit Reis und evtl. einem Gurken-Raita servieren.

Was ich verändert habe:

Zum einen war die Flüssigkeitsmenge schon auf den ersten Blick zu hoch, die habe ich also etwas reduziert. Dann habe ich (da ich mehr Fleisch hatte) die Originalangaben frei Nase hochskaliert. Anstelle von Olivenöl und Ghee habe ich in Rindertalg gebraten, der neulich beim Entfetten einer Rinderbrust für den Grill angefallen war, und dank ausgefallenem Kühlschrank nun flüssig war. Da ich nur noch ungefähr 100 Gramm Schalotten im Haus hatte, habe ich die statt der im Original deutlich höheren Zwiebelmenge verwendet – mit mehr Zwiebeln wird das Ganze automatisch süßlicher / gulaschartiger, ich fand es aber gut so.

Nicht verwendet habe ich frische Tomaten, das geht im März nicht wirklich, sondern stattdessen Dosentomaten (gehackte, samt Saft). Statt – wie im Original – Rinderbrühe habe ich entsprechend (weniger) Wasser und den Tomatensaft genommen, so dass mein Saag Gosht wohl etwas tomatiger ausgefallen ist. Und schließlich habe ich anstelle von Garam Masala + Zimt mein selbst gemachtes, zimtlastiges Punjabi Garam Masala verwendet, was bei einem Gericht aus dem Punjab ja irgendwie nahe liegt.

Zwar tat es mir im Innersten leid, mein gutes Hüftsteak für einen Topf Curry zu zerschnippeln, aber dafür ist es ein wirklich feines, hoch aromatisches Curry-Gericht geworden, welches man selbstredend auch mit einem etwas weniger delikaten Stück Rind oder sicher auch ganz prima mit Lammfleisch zubereiten kann. Gibt’s hier garantiert wieder!

Appetit bekommen? - Hungry for more?

2 Antworten

  1. So ein Kühlschrank-Gau ist ja wirklich ein worst case – einem solchen habe wir eine 2. Tiefkühltruhe zu verdanken. Dennoch kann man dem hier etwas Gutes abgewinnen, wenn ich mir dein Rezept ansehe! Bei mir wird’s wohl Lamm als Fleischeinlage werden, das ist noch im Vorrat. Für den neuen Kühler jedenfalls viel Glück, möge er länger halten!

  2. Barbara (Barbaras Spielwiese) sagt:

    Wirklich ärgerlich, wenn so ein Gerät ausfällt. Dafür ist das Gericht zum Anbeißen geworden, liest sich sehr sehr gut. Indisch hatte ich auch schon lange nicht mehr…

Kommentar verfassen