Kung Pao Tofu

Dieser Artikel wurde zuletzt am 18. Januar 2017 aktualisiert

20160822-SM-N920C-kungpaotofu-2Dass es in der Casa Foodfreak Tofu gibt, ist relativ selten; das hat vor allem damit zu tun, dass mein Körper unfermentierte Sojaprodukte nicht so richtig mag. Aber auch kulinarisch finde ich das Sojaprotein eher unspannend, von Würfelchen Seidentofu in Misosuppe oder Ma Po Doufu mal abgesehen. Dafür mag ich sehr gern die Szechuan-Küche, und die Gerichte von Kenji López-Alt bei Serious Eats haben es mir ebenfalls angetan – darunter ein Rezept für Crispy Kung Pao Tofu.

Nun gut… im Asiamarkt des Vertrauens erwarb ich also regionalen Bio-Tofu, bewaffnete mich mit der unvermeidlichen Pi Xian-Chili Bean Paste, und warf den Wok an.

Wie auch schon beim Kung Pao-Huhn nach Serious Eats ist die Verwendung eines mit Szechuanpfeffer und Chili aromatisierten Öls einer der geschmacksgebenden „Tricks“, die dem Gericht das besondere Etwas verleihen. Hinzu kommt hier der für mich ungewöhnliche Teig mit Vodka drin.

Warum Vodka? Mit der Alkoholzugabe wird der Teig beim Frittieren knuspriger (da der Alkohol schnell verdunstet). Die unten angegebene Teigmenge ist die des Originals, damit hätte ich aber locker die doppelte Menge Tofu ausbacken können (ergo: die Hälfte reicht auch). Hat man noch Teig über, kann man darin ganz wunderbar frische Salbeiblättchen ausbacken und sofort knusprig inhalieren. An der Salbeiblättern haftet der Teig auch besser als am Tofu…


Kung Pao Tofu

nach einem Rezept bei Serious Eats

Ergibt: 4 Portionen

Zutaten

TEIG

  • 1/2 (US) Cup Maisstärke, plus 2 Teelöffel extra
  • 1/2 (US) Cup Mehl
  • 1/2 Teelöffel Backpulver
  • Salz
  • 1/2 (US) Cup kaltes Wasser
  • 1/2 (US) Cup Vodka

TOFU

  • 450 Gramm fester Tofu
  • 1 Liter Erdnussöl, oder anderes Frittieröl (im Original 1 1/2 Liter)

UND

  • 1/4 (US) Cup Brühe, oder Wasser
  • 1 Esslöffel Sojasauce
  • 1 Esslöffel Sichuan Chili Bean Paste
  • 1 Esslöffel schwarzer chinesischer Essig; Chinkiang
  • 2 Teelöffel Zucker
  • 3 Lauchzwiebeln, das Weiße und Hellgrüne, gehackt und separat beiseite gestellt
  • 3 Knoblauchzehen, fein gehackt
  • 1 Esslöffel frischer Ingwer, gerieben oder fein gehackt
  • 2 Esslöffel Szechuanpfeffer. von den schwarzen Samen befreit – getrennte Verwendung
  • 12 scharfe getrocknete asiatische Chilischoten
  • 2 dünne Lauchstangen, das Weiße und Hellgrüne, in schrägen Scheiben (etwa 1/2 cm dick)
  • 2 Stangen Sellerie, längs halbiert und in 2 cm langen Stückchen
  • 1 große scharfe frische grüne Chilischote, entkernt und entstielt, in Rauten
  • 1/2 (US) Cup geröstete Erdnüsse
  • gekochter Reis, als Beilage

Zubereitung

  1. Den Tofu zwischen mehreren Lagen Küchentüchern trocken pressen. Im Idealfall nach 1 Stunde die Küchentücher erneuern, und eine weitere Stunde pressen. Dann in Stückchen von ca 2 cm Kantenlänge zerteilen.
  2. Das Öl im Wok erhitzen. Den Teig mit knapp 1 Teelöffel Salz anrühren. dafür erst die trockenen Zutaten gut durchmischen, dann Wasser und Vodka einrühren. Falls der Teig zu dick sein sollte, noch wenig Wasser zugeben. Den Tofu in den Teig heben und vorsichtig darin wenden. Jeweils ein Stückchen herausheben, überschüssigen Teig abfließen lassen, und ins heiße Öl geben. So weiter verfahren, bis der Wok zu 2/3 gefüllt ist. Den Tofu rundum knusprig backen, das dauert etwa 5 Minuten, Herausheben, auf Küchenpapier entfetten, und den restlichen Tofu ebenfalls knusprig ausbacken.
  3. Das Öl aus dem Wok abgießen und davon 1/4 Cup (60 ml) aufbewahren.
  4. Die Brühe mit der Sojasauce, Bohnenpaste, dem Essig, Zucker und den 2 extra Teelöffeln Stärke gut verrühren. Beiseite stellen. Das Weiße der Lauchzwiebeln, den Ingwer und Knoblauch in einer kleinen Schale vermischen und bereit stellen. Die Hälfte des Szechuanpfeffers im Mörser zerreiben.
  5. Ein Metallsieb über eine hitzebeständige Schüssel (oder einen kleinen Topf) platzieren. Die Vierteltasse Öl wieder in den Wok geben und erhitzen. Die getrockneten Chilis und den zweiten Esslöffel Szechuanpfeffer in den Wok geben, kurz braten (5-10 Sekunden), bis es kräftig duftet. Das Öl sofort in das Sieb schütten. Die Chilis herausfischen und beiseite stellen. Der Szechuanpfeffer im Sieb kann entsorgt werden.
  6. Das gewürzte Öl wieder in den Wok geben und erhitzen. Nun den Lauch, den Staudensellerie und die grüne Chili darin heiß und schnell rührbraten, etwa 1 1/2 Minuten. In der Mitte des Woks Platz machen und die Knoblauch-Ingwer-Lauchzwiebel-Mischung hineingeben. 30 Sekunden rührbraten. Nun kommt der Tofu mit den Erdnüssen und den beiseite gestellten Chilis dazu. Die Sauce noch einmal durchrühren und ebenfalls in den Wok geben.
  7. Alles unter Wenden weiter garen lassen, bis der Tofu ganz mit der Sauce umhüllt ist. Lauchzwiebelgrün und den gemahlenen Szechuanpfeffer zufügen, umwenden, und mit weißem Reis servieren.

kungpaotofu

Ich habe nicht ganz so viele Chilis wie Kenji López-Alt auf seinem Bild benutzt, habe mich aber dafür genau an seine Angaben zum Pressen des Tofus gehalten. Das Ergebnis ist ein wirklich leckeres Gericht, in dem der Tofu eine sehr faszinierende Textur hat und der Ausbackteig auch nach dem Wokken noch knusprig bleibt. Da ich noch Cashew hatte, die aufgebraucht werden wollten, habe ich die statt der klassischen Erdnüsse benutzt.

Wir fanden den Kung-Pao-Tofu ausgesprochen schmackhaft. Ein wirklich tolles Tofugericht, mit dem man nicht nur Vegetarier sehr happy machen kann.

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Appetit bekommen? - Hungry for more?

3 Antworten

  1. Susanne sagt:

    Oh, das klingt gut. Und zwar nicht nur deswegen, weil ich Tofu gekauft habe, von der Packung aber nur einen Bruchteil brauchen werde. Jedenfalls weiß ich jetzt, wohin der Rest wandert…..

  2. Philipp sagt:

    Hi,

    das Tofu sieht sehr sehr lecker aus!

    MFG Philipp

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