Sonsana S1 – Single Estate Robusta

#kaffee

Durch einen Instagram-Follow (hat funktioniert!) stolperte ich über Sonsana, und war erstaunt, dass die Website mit „bekannt aus Funk, Fernsehen und Nachrichten“ wirbt – ich hatte davon bislang noch überhaupt gar nichts gehört oder gesehen.

Aber direkt vertriebener Premium-Robusta-Kaffee von einem kleinen Händler in Regensburg klang schon mal interessant. Das Prinzip direkter Handel ohne Zwischenhändler gefiel uns; und dass der Kaffee nachhaltig und ohne Pestizide angebaut wird, kommt dem Endkunden wie dem Kaffeebauern zugute. Also haben wir zu Testzwecken ein Pfund des Sonsana S1 bestellt.

Der Shop nimmt ausschließlich PayPal. Für mich war das angenehm unkompliziert. Wer aber kein PayPal-Konto hat und/oder mit PayPal nicht einkaufen möchte, schaut in die Röhre – oder muss den Kaffee für deutlich mehr Geld via Amazon erwerben.

Wo kommt der Kaffee her?

Die Sethuraman Farm befindet sich an den pflanzenreichen Hängen von Chikmagalur in Baba Budan Giri, Indien, und wird von Nishant Gurjer, einem der besten Kaffeefarmer weltweit bereits in der sechsten Generation geführt.

(so weit Sonsana).

Chikkamagaluru liegt ca. 250 km westlich von Bangalore im indischen Bundesstaat Karnataka, auf einer Höhe von knapp über 1.000 Metern. In der Region wird hauptsächlich coffea canephora angebaut, das, was wir Robusta-Kaffee nennen, wie in fast allen Kaffeeanbaugebieten Südindiens.

Das schreibt der Röster

Dank einer perfekt abgestimmten schonenden Trommelröstung mit den hochwertigsten Premium Robusta-Bohnen, ist unser S1 gering an Säure, absolut magenschonend und besonders auch für sensible Genießer ideal geeignet.

Mit extra Koffein, vollmundig und samtig weich als Filterkaffee oder mit einer unvergleichlichen Crema als Espresso lässt dieser S1 keine Wünsche offen.
Edle Aromen dunkler Schokolade in einzigartiger Harmonie mit Ahornsirup

Und wie sehen die Bohnen aus?

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Kleine, etwas dickliche (typische) Robusta-Bohnen, die relativ gleichmäßig geröstet sind. In der Packung findet sich kein Bruch. Der Geruch ist mild-nussig, etwas schokoladig, mit den in der Beschreibung genannten Noten von Ahornsirup.

Aber die wichtigste Frage ist natürlich:

Wie schmeckt der Kaffee?

Wir haben verschiedene Zubereitungsarten ausprobiert.

handgefiltert (mit dem Kalita Wave Dripper)

Gefiltert gefällt uns der Sonsana überhaupt nicht – er ist unangenehm bitter, und obwohl das Gebräu angenehm riecht, schmeckt es uns so nicht.

aus der French Press

Der Kaffee ist mild, säurearm, hat einen kräftigen Geschmack, und ein weiches, samtiges Mundgefühl.  Nicht übel, aber reisst auch nicht vom Hocker.

als Milchkaffee / aus der AeroPress

Aus der AeroPress ergibt der Kaffee einen soliden Pseudo-Espresso oder auch Americano, mit dezent schokoladigen Untertönen und einer feinen, gut austarierten Bitternote. Solo schmeckt er ein bisschen langweilig – mit Milch geschäumt dagegen durchaus lecker. Ein Hauch Karamellsirup macht daraus einen coffeeshop-tauglichen Cafe Latte.

Cold Brew

Wir haben mit verschiedenen Konzentrationen und Ziehzeiten experimentiert. Als Cold Brew, besonders in höheren Konzentrationen, macht der Sonsana-Kaffee eine wirklich gute Figur – an den gerade hinter uns liegenden heißen Spätsommertagen war ein Iced Coffee auf dieser Basis sehr willkommen. Die aromatische Intensität im Verein mit einem ordentlichen Koffein-Boost lässt ihn auf Eiswürfeln ebenso gut schmecken wie mit kalter Milch; Süßungsmittel haben wir dabei nicht vermisst. Dabei ist es auch willkommen, dass der Kaffee keine so ausgeprägte Säure hat, dennoch empfinde ich den Geschmack solo insgesamt als ein klein wenig dumpf.

Wirklich großartig, dann optisch allerdings ganz anders als der hier verlinkte, machte sich ein 1:8 bis 1:12 Coldbrew als Cold Brew-Tonic, denn das schäumt dann kräftig und ergibt eine wirklich fantastische Crema mit der Kohlensäure des Tonic Water. Auf jeden Fall ist es eine spürbare Koffeindröhnung, erheblich intensiver als bei meinem Standard-Kaffee.

Hot Bloom, Cold Brew

Kurz mit kochendem Wasser zum Quellen (bloom) gebracht, dann mit eiskaltem Wasser aufgegossen und kalt gezogen – so gefiel uns der Kaffee am besten. Die Saison für Cold Brew geht nun allerdings zu Ende, so wie auch unsere Sonsana-Bohnen zur Neige gehen, und nochmal kaufen werde ich den Kaffee wahrscheinlich nicht.

Fazit

Es war ein interessantes Experiment, mal einen Premium-Robusta in der Version „single origin“ (Plantagenkaffee) zu probieren. Der Sonsana S1 ist recht wohlschmeckend und zurückgenommen bitter; mir fehlt allerdings die Spritzigkeit und Säure und auch die aromatische Komplexiät eines guten Arabica-Kaffees. Wir haben u.a. gegen einen südamerikanischen Espressoblend und einen Guatemala Hard Bean getestet, und im Vergleich hatte der Robusta nur in einer einzigen Disziplin die Nase vorn: als Cold Brew mit Tonic Water.

Obwohl man hier einen soliden Kaffee bekommt, ist zumindest für uns dieser reine Robusta keine Alternative für den täglichen Kaffeegenuss. Für das Geld bekommt man auch andere, qualitativ vergleichbare Kaffees – es ist also wie immer Geschmackssache.

Wer’s mal selbst ausprobieren will, den Kaffee gibt es bei sonsana.com 


DISCLAIMER

Dieser Beitrag wurde nicht gesponsort. Er enthält allerdings Affiliate-Links zu Amazon. Wenn Ihr über diese etwas bei Amazon bestellt, kommen die Einnahmen daraus diesem Blog zugute – auch in Form von Tests wie diesem. Danke.

 

Appetit bekommen? - Hungry for more?

3 Antworten

  1. zorra sagt:

    Interessant. Kennt ihr schon 100%? Ich habe den Kaffee noch nicht probiert, aber ich kenn die Jungs dahinter.

    http://hundert-prozent.com/kaffee.php

  2. Chris sagt:

    Hallo lieber FoodFreak 🙂 ,

    Vielen Dank für Deinen ausführlichen Bericht über unseren #PureRobusta auf Deinem tollen und liebevoll gestalteten Blog. Vor allem finden wir Deinen Test mit unserem Kaffee als Cold Brew mit Tonic Water sehr spannend. Natürlich kann man unseren Robusta nicht mit den individuellen Eigenschaften eines Arabica vergleichen. Genau so wenig lässt sich ein direkter Geschmacksvergleich zwischen einem Rotwein oder Weißwein machen. Am Ende zählt die Qualität und wie Du auch zuletzt richtig schreibst „Der individuelle Geschmack“. Ganz liebe Grüße von den Jungs von SONSANA. Keep on blogging 🙂

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