Licor 43

Dieser Artikel wurde zuletzt am 25. August 2016 aktualisiert

Als wir vor kurzem eine Flasche Licor 43 zum Testen erhielten, hätte ich nicht gedacht, dass eine so lange Geschichte hinter dem Getränk steckt. Ich dachte, oh, schon wieder ein Hersteller, der es mit einem Trendgetränk versucht. Sicher, ich wusste, es gibt Licor 43 schon etwas länger, und jetzt muss es mal gepusht werden. Nebenbei dachte ich auch immer, es wäre ein Orangenlikör, was wohl der Farbe geschuldet ist. Doch statt dessen haben wir hier ein Produkt, welches seit 1924 in Cartagena produziert wird.

Damals waren es die Geschwister Diego, Angel und Josefina Zamora Conesa gemeinsam mit dem Ehemann ihrer Mutter, Emilo Restoy Godoy, die den einstigen „Liquor Mirabilis“ neu erfanden. Der „wunderbare Likör“, wie ihn schon die Römer nannten, lässt auf ein über 2000 Jahre altes Rezept schliessen, das dennoch angepasst wurde. Damals verwendete man Zitrusfrüchte, aromatische Pflanzen und weitere Früchte aus der Region. Heute sind die Zutaten von Licor 43 natürlich geheim. Auf Vanille als Hauptzutat lässt sich aber recht leicht schliessen.

In den 1950ern wurde Licor 43 dann in Spanien Marktführer. Hier kannten ihn wohl nur Spanien-Urlauber. Inzwischen dürfte „Cuarenta y Tres“, spanisch für 43, auch hierzulande jedem bekannt sein. Nachdem Berentzen den Vertrieb 1998 übernommen hatte, boomte der Likör in Deutschland. Seit 2009 liegt der Deutschlandvertrieb in den Händen von Campari, und der Absatz liegt bei über einer Million Flaschen im Jahr. In spanischen Discotheken und Nachtclubs ist er ein Szenegetränk und wird dort gerne mit Milch getrunken.

Warum landet nun so ein beliebtes Getränk bei uns zum Testen? Nun, es wurde als Vehikel für eine anderes Produkt benutzt, welches wir allerdings in einem anderen Artikel vorstellen wollen. So viel nur als kleiner Teaser. Wir haben erst mal Licor 43 probiert.

Pur

Pur landet der Likör erst mal in unseren Gläsern. Dickflüssig und fast sirupartig fliesst er aus der Flasche. Dabei riechen und schmecken wir sofort und deutlich die Vanille. Unsere Assoziationen sind eher eigenartig: Vanillekipferl mit Orangensosse, Toffeebonbon, Weihnachten, flüssiges Bonbon, kräuterig, flüssiges Karamell. Es ist schwer, den Licor 43 einzuordnen, denn er hat einen ganz eigenen Geschmack, der erst mal nicht wirklich in eine Schublade passt. Und eigentlich ist er gar nicht mal schlecht, aber er ist uns viel zu süß.

Mit Milch

Das Szenegetränk aus den Clubs, vor allem auf Mallorca. Hier wird gerne auch mal für „Muttermilch“, wie es heisst, die billigere Version des Likörs, also ein Nachbau genommen. Mit genug Alkohol drin merkt das wohl auch keiner. Wir haben natürlich mit dem Original probiert. Der Licor 43 wird im Verhältnis 1:3 mit Milch gemischt. Und auch das ist gar nicht mal so schlecht. Man muss nur Milchmischgetränke mögen oder aus der Generation Fast-Food-Milkshake kommen. Der Geschmack geht in Richtung sahnig, und wir haben nicht mehr das Bonbongefühl. Leider ist uns auch hier das Ganze noch immer zu süß.

Mit Espresso

Ein beiliegendes Rezeptheft bestätigt, was ich mir schon dachte. Mit Kaffee könnte das auch gehen. Hier wird der Licor 43 auf Eis gegossen. Dann kommt ein Espresso drüber. Und in der Tat, so geht das. Der Kaffee maskiert viel von dem Geschmack und der Süße des Likörs. Vanille ging ja schon immer mit Kaffee zusammen, und so fällt es fast nicht auf, dass kein Aromasirup im Getränk ist. Naja, zugegeben, doch, es fällt auf. Der Alkohol würde sonst ja fehlen. So gefällt der Licor 43 dann doch noch.

Fazit

Es ist schon herauszulesen. Wir finden den Licor 43 an sich gar nicht schlecht. Doch er ist uns um einige Stufen zu süß. Dabei wollen wir ihn nicht schlecht reden. Es ist lediglich so, dass süße Liköre nicht direkt unseren Geschmack treffen. Zum Mixen ist der Licor 43 sicher gut geeignet, doch uns konnte er bisher nur mit Kaffee überzeugen. Wir werden sehen, vielleicht wird der Artikel noch mit anderen Rezeptvarianten überarbeitet. Es ist ja noch was in der Flasche.

Eine weitere Verkostung kann im Langstreckensaufen-Podcast Nr. 22 ab Minute 48 nachgehört werden.

Disclaimer:

Die Flasche Licor 43 wurde uns von Licor 43 und Die Insider unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Eine Beeinflussung unseres Testes fand nicht statt. Wir danken freundlich für die Unterstützung. Dieser Beitrag enthält Links von Amazons Affiliate-Programm, die entsprechend gekennzeichnet sind. Sollte es Euch gefallen haben und Ihr möchtet uns unterstützen, dann könnt Ihr über diese Links einkaufen. Euch kostet es nicht mehr, und wir erhalten einen kleinen Betrag davon als Unterstützung.

Appetit bekommen? - Hungry for more?

2 Antworten

  1. Maria sagt:

    Habe das ganze noch nicht mit Milch getestet, aber das wird jetzt auch noch getan 🙂 Danke für den tollen Tipp! Liebe Grüße aus Südtirol 🙂

  1. 6. Juli 2016

    […] Artikel über den Licor 43 hatten wir es angekündigt: Die Flasche des Vanillelikörs war nur der Aufhänger. Und hier haben […]

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