Schweinebauch mit Fenchel

Dieser Artikel wurde zuletzt am 12. Oktober 2016 aktualisiert

Schweinebauch ist ein, wie ich finde, unterschätztes Stück Fleisch. Richtig zubereitet ist er einfach nur lecker – etwa als rotgeschmorter Schweinebauch auf chinesische Art, als indisches Stir-Fry mit Tamarinde und Ingwer, auf griechische Art vom Grill (Souvlaki), asiatisch mit Hoisinsauce aus dem Ofen, oder auch in der fabelhaften Version des Momofuku Pork Belly Ssäm.

Für ein schönes Stück Schweinebauch war ich nun auf der Suche nach einem neuen, möglichst simplen Rezept, und liess mich von Gordon Ramsay überzeugen.

In der (sehr nett anzuschauenden) Serie Gordon Ramsay’s Ultimate Cookery Course demonstrierte der britische Starkoch eine angenehm schnörkellose, geradlinige, aber aromatische Küche. Das zugehörige Buch habe ich auch, schaue aber eher selten rein, was ein Fehler ist, wie dieses Rezept mal wieder zeigt. (Auf Deutsch gibt’s das Werk auch, als Meine ultimative Kochschule). Leider gibt es die wirklich schönen Videos nicht als DVD, aber das eine oder andere findet man dann doch online.

Der Schweinebauch mit Fenchel verlockte schon durch seine Unkompliziertheit – ich liebe ja Sachen, die man in den Ofen schieben und sich selbst überlassen kann. Ein kleines bisschen mehr Arbeit als im Video ist das Einschneiden des Schweinebauchs schon, aber das kann man auch den Metzger machen lassen…

Und so sah das fertige Objekt dann aus:

slow roast pork belly with fennel
Wer Lust hat, es nachzumachen: hier kommt meine Fassung; das Original findet man auch auf der Website von Gordon Ramsay.


Schweinebauch mit Fenchel

nach einem Rezeot aus Gordon Ramsay’s Ultimate Cookery Course

Ergibt: 4 Portionen

Zutaten

  • 1 kg Schweinebauch
  • Meersalz und schwarzer Pfeffer
  • 1 große Fenchelknolle, geputzt, in grobe Streifen geschnitten
  • 4 frische Lorbeerblätter
  • 3 Knoblauchzehen, geschält und zerdrückt
  • 2 Esslöffel Fenchelsamen, getrennte Verwendung
  • 4 Sternanis
  • 1 Teelöffel grüne Kardamomkapseln, etwas angemörst
  • Olivenöl
  • 350 ml Weißwein, trocken
  • 500-750 ml Hühnerbrühe, abhängig von der Größe der verwendeten Bratreine
  • 1 Teelöffel grobkörniger Senf

Zubereitung

  1. Backofen auf 180°C vorheizen.
  2. Die Schwarte des Schweinebauchs rautenförmig einschneiden. Kräftig mit Salz und Pfeffer würzen und beides etwas einmassieren
  3. Olivenöl in einer großen Bratreine erhitzen. Fenchel, Knoblauch, 1 Esslöffel Fenchelsamen, Sternanis, Lorbeer und Kardamom darin anschwitzen. Gemüse etwas beiseite schieben. Den Schweinebauch mit der Hautseite nach unten hineinlegen und anbraten, bis die Haut goldbraun wird. Umdrehen, die Hautseite noch mit wenig Salz und den restlichen Fenchelsamen bestreuen.
  4. Den Wein angießen, zum Kochen bringen, und ein bisschen die angebräunten Stellen damit lösen. So viel Brühe angießen, dass sie bis kurz unter die obere Fettschicht des Schweinebauchs reicht.
  5. Alles erneut zum Kochen bringen und dann in den vorgeheizten Ofen stellen. Garzeit: 2 1/2 Stunden.
  6. Das Fleisch herausnehmen und auf einer warmen Platte ruhen lassen. Die Bratensäfte in der Bratreine, soweit möglich, entfetten. Den Senf einrühren. Alles durch ein Sieb in einen kleinen Topf passieren und abschmecken. Die Sauce zum Schweinebauch servieren.

Verändert habe ich nur sehr wenig – ich habe ein klein wenig mehr Fenchelsamen verwendet, statt Hühnerbrühe eine gerade frisch gemachte Rindssuppe angegossen, und mein Sößchen am Ende noch mit einem Esslöffel Frischkäse abgebunden. Dazu gab’s bei uns Wirsinggemüse.

Ganz einfach, mit toller, knuspriger Kruste, und superlecker.

Appetit bekommen? - Hungry for more?

4 Antworten

  1. Susanne sagt:

    Ich liebe Schweinebauch auch sehr. Und diese Variante hier sieht zum Abgerissen aus, dafür muss ich mich auf die Suche nach einem schönen Stück Fleisch machen.

  2. lieberlecker sagt:

    Damit schbst Du mich noch näher an den Porkbelly Abgrund 😉
    Liebe Grüsse aus Zürich,
    Andy

  3. Barbara sagt:

    Ich wüsste gar nicht, ob ich Schweinebauch je schon mal selbst zubereitet hätte – außer hongshao, also rotgeschmort, wobei, ich glaube, da hatte ich irgendwelches anderes Fleisch…

    Fenchel hat den Vorteil, dass es gleich bei der Verdauung hilft. Ich esse ja am liebsten das Fett, das aber gerne zwickt; besser als Schnaps sind da solche Helferchen. Toll, sieht zum Anbeißen aus!

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