Fisch-Curry aus Kerala – Fish molee

Molee ist eine typisch südindische Zubereitungsart, genauer gesagt der Stil stammt aus Kerala. Das Rezept habe ich in Rick Stein’s India – In Search of the Perfect Curry gefunden. Abweichend von der typischen Version in Kerala (die häufig Senfsamen und eigentlich immer curry leaves verwendet), kommt hier die eher nordindisch geprägte Dreifaltigkeit aus Zimt, Kardamom und Nelken zum Einsatz – also perfekt für den von Foodina ausgerichteten aktuellen Blogevent im Kochtopf.

Fisch-Curry aus Kerala - Fish molee

Das hat seinen Grund, denn Rick Stein, in dessen Buch sich verschiedene „molees“ finden lassen (im wesentlichen sind das in dicklicher Kokossauce geköchelte Gerichte), hat seine Fassung aus dem Punjab mitgebracht:

I was quite surprised to find a fish molee cooked in the Punjab. It’s a dish I associate with Southeast Asia and Kerala; essentially it’s just a fish curry with coconut. But Shailja Katoch’s grandfather, who wrote an acclaimed book, Cooking Delights of the Maharajas, got the recipe from a Keralan family and it’s now very much part of the Katoch household. They use the excellent freshwater fish from the rivers that flow through their considerable estate.

Davon habe ich mich inspirieren lassen, da es beim Fischhändler gerade schönen Wels gab, und Stein in seinem Rezept catfish, also Wels, spezifiziert.

Wer das Buch nicht hat: bei Google Books kann man dieses Rezept (und einiges mehr aus dem Buch) im Original anschauen.


Fisch-Curry aus Kerala – Fish molee

adaptiert nach Rick Stein’s India – In Search of the Perfect Curry

Ergibt: 4 Portionen

Zutaten

  • 50 Gramm Kokosöl; im Original: 90 ml Senföl, oder Pflanzenöl
  • 1 Prise Colmans Senfpulver; meine Zugabe, um Senföl zu emulieren
  • 2 Zwiebeln, in feine Ringe zerteilt
  • 2 schwarze Kardamomkapseln, grob im Mörser aufgebrochen
  • 2 Stücke Zimtstange je 3 cm
  • 4 Gewürznelken
  • 1 Lorbeerblatt * (siehe Text unter dem Rezept)
  • 4 Knoblauchzehen, geschält, längs halbiert
  • 2 grüne Chilischoten, längs aufgeschlitzt
  • 20 Gramm frischer Ingwer, gerieben („shredded“)
  • 1 Teelöffel Kurkuma
  • 1 Teelöffel Salz
  • 750 Gramm Welsfilet, in mundgerechte Stücke zerteilt
  • 250 ml Kokosmilch
  • 150 ml Wasser
  • 1 Limette, den Saft

Zubereitung

  1. Das Öl mit dem Senfpulver in einer möglichst großen Pfanne (oder einem flachen, breiten Topf) erwärmen. Die Zwiebeln darin ca. 10 Minuten langsam anbraten, bis sie weich und goldgelb werden.
  2. Kardamom, Nelken, Zimt und Lorbeer zugeben, und alles 2-3 Minuten braten lassen, bis es aromatisch duftet. Nun Knoblauch, Chili, Ingwer und Kurkuma einrühren, und nochmal etwa 1-2 Minuten unter Rühren braten lassen. Das Salz hinzufügen, umrühren.
  3. Die Fischstücke möglichst eben in die Pfanne legen, das Wasser darum gießen. Etwa 3 Minuten simmern lassen. Den Fisch (vorsichtig) wenden, und die Kokosmilch dazu gießen. Leise köcheln lassen, bis der Fisch gar ist (einige Minuten).
  4. Die Sauce mit Limettensaft und Salz würzen. Das Curry mit gekochtem Basmatireis servieren.

Das sind bereits meine adaptierten Mengenangaben; im Original ist es etwas weniger Fisch, etwas weniger Kokosmilch (ich habe auf meinen 250ml-Tetrapack optimiert) etc. Im Rezept von Rick Stein steht ausserdem etwas von einem indischen Lorbeerblatt (optional). Indischer Lorbeer stammt nicht, wie der europäische, von laurus nobilis, sondern es handelt sich um das Blatt des Cassia-Zimtbaumes (cinnamomum tamala), der zur Lorbeerfamilie gehört. Diese Lorbeerblätter schmecken etwas ätherischer und zimtiger als die bei uns verwendeten. Ich denke, normaler europäischer Lorbeer tut es aber auch.

Ich habe ein Blatt kalifornischen Lorbeer benutzt (umbellularia californica), den ich im vergangenen Mai bei Savory Spice in Boulder gekauft hatte. Der kalifornische Lorbeer ist sehr intensiv aromatisch, und gefiel mir in dem Gericht ausgezeichnet.

Weggelassen habe ich 1 TL Mehl, der die leichte Sauce etwas abgebunden hat. Zum einen wollte ich das Gericht glutenfrei haben, zum anderen (ich hätte Stärke oder Reismehl nehmen können) gefiel mir die Sauce so erheblich besser.

Im Gegensatz zu vielen klassischen molee-Gerichten ist dieses hier relativ leichtfüßig, und durch das (hocharomatische kalifornische) Lorbeerblatt und den schwarzen Kardamom eher ätherisch in den Kopfnoten, was gerade zu dem kräftigen Geschmack des Welsfilets einen angenehmen Kontrapunkt setzt.

Sehr lecker, könnte ich auch ohne Reis so aus der Pfanne löffeln.

 

Blog-Event CXV - Zimt, Kardamom, Nelke (Einsendeschluss 15. Januar 2016)

 

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Appetit bekommen? - Hungry for more?

7 Antworten

  1. Sehr fein sieht das aus, die Aromen gefallen mir – das müsste sich ja auch mit Forelle machen lassen (hab noch einige im TK).

  2. Ich mag so ziemlich alle Curries mit Kokosmilch und prompt troft mir beim Lesen der Zahn. Eine tolle Farbe hat das Curry auch.

  3. Tina@Foodina sagt:

    Oh, das hätte ich wohl auch direkt aus der Pfanne gelöffelt! Ein Curry ganz nach meinem Geschmack.

    Lieben Dank für’s Mitmachen,
    Tina

  4. Tja, was les´ ich auch solche Blogbeiträge. Jetzt hab ich die Tatstatur vollbesabbert ;-))
    Kurze Frage noch: Warum hast du den Wels zuerst in Wasser und nicht direkt in der Kokosmilch gegart? Hattest du nur die cremige?

    • FoodFreak sagt:

      die offensichtliche Antwort: so steht’s im Originalrezept bei Rick Stein 😀
      die etwas weniger offensichtliche Antwort: ich bin zwar weder Fett- noch Kokosphobikerin, aber es ist hier nicht nötig, mehr Kokos zuzugeben – die Sauce wird auch so sehr schön und sämig. Mit dem Wasser löst man ausserdem andere Aromen aus den Gewürzen als bei Zugabe der fettigen Kokosmilch, erreicht also eine geschmacklich etwas anders gelagerte Komplexität. Schließlich und endlich: mit mehr Kokos kann das Ganze schneller anhängen. Aber natürlich ist das am Ende Geschmackssache.

  1. 19. Januar 2016

    […] FoodfreakPetra kriegt mich mit ihrem Fisch-Curry aus Kerala, der Gewürzkiste Indiens […]

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