Malaysische Curry-Puffs – Karipap Pusing

Frau Magentratzerl ist die Gastgeberin des aktuellen Teigtaschen-Events im Kochtopf, den ich gerne als Anlass nehme, mal wieder etwas aus der malaysischen Küche vorzustellen, nämlich Curry Puffs. Curry Puffs (die es auch auf Sri Lanka gibt) sind eine typische preiswerte Mahlzeit aus den Straßenküchen, im Grunde sind sie so etwas wie eine Kreuzung aus den indischen Samosas und den spanisch/portugiesischen Empanadas.

Malaysian Curry Puffs

Es gibt eine ganze Menge Varianten mit allerlei Teigen und Füllungen, am verbreitetsten ist aber die Version mit einer Füllung mit Huhn und Kartoffeln. Typisch ist hier die Verwendung von Currypulver; meine Standard-Wahl wäre ein Baba’s Curry for Meat, das ich aus Malaysia mitgebracht habe, davon habe ich aber keins mehr, deswegen habe ich eine Mischung aus meinem Poudre de Colombo (ein Rest) und etwas geröstetem rötlichem Sri Lanka Curry eingesetzt. Der Kicker bei diesem Rezept ist allerdings der Zwei-Schichten-Teig, dazu unten mehr.


Malaysische Curry-Puffs – Karipap Pusing

adaptiert nach Rezepten von Sam Tan und Ms. I-Hua & The Boy

Ergibt: 12 Stück

Zutaten

CURRY

  • 2 große Schalotten, fein gehackt
  • 2 Knoblauchzehen, fein gehackt
  • 350 Gramm Kartoffeln, geschält gewogen; hier: Bio-Linda
  • 100 Gramm Hähnchenbrustfilet
  • 2 Esslöffel Öl
  • 2 Esslöffel mittelscharfes Currypulver „for meat“, zB Babas, oder geröstetes sri lankisches
  • 250 ml Wasser

TEIG 1 – Wasser-Teig

  • 300 Gramm Mehl
  • 1/2 Teelöffel Salz
  • 110 ml Wasser
  • 1 Ei (Klasse M)
  • 1 Esslöffel Öl

TEIG 2 – Fett-Teig

  • 150 Gramm Mehl
  • 75 Gramm Butter

UND

  • Frittierfett, z.B. Erdnussöl, oder hier: Kokosfett

Zubereitung

  1. Zunächst das Curry herstellen. Öl in einer beschichteten Pfanne erhitzen, die Zwiebeln und den Knoblauch darin anschwitzen. In der Zwischenzeit das Hähnchenfleisch mit dem Messer nicht zu fein durchhacken, die Kartoffeln in kleine Stückchen / Würfel schneiden. Die Kartoffeln zugeben, einige Minuten unter Rühren auf schwacher Hitze mit anbraten. Das Huhn untermischen, alles mit dem Currypulver bestäuben, 2 Minuten anbraten, dann etwa die Hälfte vom Wasser langsam unter Rühren zugießen. Nach ein paar Minuten alles durchrühren, weiteres Wasser nach Bedarf zugeben, alles garen lassen, bis die Kartoffeln weich sind. Das Curry abkühlen lassen.
  2. Für den Wasser-Teig alle Zutaten zunächst mit einer Gabel (oder den Fingern) vermischen, dann den entstehenden Teig auf der Arbeitsfläche durchkneten, bis er weich und flexibel und glatt ist.
  3. Für den Fett-Teig Butter und Mehl mit zwei Messern oder dem Elektrohacker durcharbeiten, bis die Butter sich mit dem Mehl gut vermischt hat und eine Art sandige Brösel entstehen. Nun ist Muskelkraft gefragt – von Hand durchkneten, bis sich ein Teigball bildet, das dauert einige Minuten.
  4. Beide Teige in je zwei gleich große Portionen zerteilen und diese in Bällchen formen. Den Wasser-Teig etwas ausrollen, jeweils den Fett-Teig mit dem Wasser-Teig einwickeln und umschließen.
  5. Einen Teigball zu einem langen Oval ausrollen. Von der kurzen Seite her eng aufwickeln. Um 90 Grad drehen, erneut zu einem langen Streifen ausrollen und diesen aufwickeln. Mit der zweiten Teigportion wiederholen. Die Teigrollen (quer zur Wickelrichtung) in je 6 Scheiben schneiden.
  6. Die Teigscheiben jeweils etwa auf 12-15 cm Durchmesser ausrollen. Ungefähr 1 bis 1 1/2 Esslöffel der Fülle (je nach Größe der Scheiben) darauf geben, überklappen, die Ränder mit einer Gabel zudrücken.
  7. Frittierfett im Wok erhitzen. Die Teigtaschen portionsweise darin rundum goldbraun und knusprig frittieren. Vor dem Verzehr auf Küchenpapier abtropfen lassen.

Bei Ms. I-Hua & The Boy bzw. bei Sam Tan kann man sehr gut Schritt-für-Schritt sehen, wie die Teigzubereitung funktioniert und aussehen soll (meine Fotos von diesem Schritt sind leider unscharf geworden). Das Ergebnis sind glatte Teigscheiben mit einem Muster aus konzentrischen Teigringen. Beim Zusammenfalten der Teigtaschen muss man aufpassen, dass sich diese Teigringe nicht voneinander lösen, bzw. sie wieder etwas zusammendrücken.

Belohnt wird man dann nach dem Frittieren mit würzigen Currytaschen, eingehüllt in einen super-knusprigen, blättrigen Teig, der sich wohl auch für andere Zwecke einsetzen lässt – sehr sehr genial.

Zu den Teigtaschen kann man auch noch ein Mangochutney servieren, oder einen grünen Salat. Die 12 Teigtaschen entsprechen 4 großen oder 6 eher vernünftigen Portionen.

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Der Liebste sah mich nach dem ersten Biss in eine der Teigtaschen zweifelnd an: „Das ist aus Malaysia?“
Ich nickte.
Er: „Da müssen wir nochmal hin.“

In diesem Sinne: Makan makan!

Blog-Event CXIII - Teigtaschen (Einsendeschluss 15. Oktober 2015)

Appetit bekommen? - Hungry for more?

7 Antworten

  1. Ich liebe ja solch knusprige Teige! Das sieht einfach nur genial aus und wird garantiert bald auch hier auf dem Tisch stehen 🙂

  2. Susanne sagt:

    Frau magentratzerl dankt 🙂 Ich bin ….. geflasht…die Curryfüllung gefällt mir. Aber die Teighülle ist der Knaller – da bekommt das Wort „puff“ eine neue Bedeutung. Probier ich aus. Bin schon gespannt.

    • FoodFreak sagt:

      Das Curry ist auch nicht wirklich „besonders“. eben sowas, wie es dort überall in den Straßenküchen angeboten wird, normale Alltagskost halt. Aber der Teig, der ist wirklich speziell 🙂

  3. Micha sagt:

    Wenn die so schmecken, wie sie aussehen…. also dann… 😉

  4. Das sieht richtig lecker und knusprig aus. Der Link für die Schritt-für-Schritt Anleitung ist super 🙂

    Liebe Grüße,
    Tanja und Martin

  1. 18. Oktober 2015

    […] FoodfreakDie Curry Puffs von Foodfreak sind mit einem Curry aus Kartoffeln und Hühnchen gefüllt. Der wahre Star aber ist der Teig – eine Art zwei-Komponenten-Blätterteig. Ich habe selten etwas so Blättriges, Knuspriges gesehen – das schreit nach Nachmachen. […]

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