Peri-Peri-Huhn nach Cook’s Illustrated

Dieser Artikel wurde zuletzt am 30. August 2015 aktualisiert

Mit Piri-Piri (oder wie hier Peri-Peri) verbinde ich eher eine mediterran bis portugiesisch angehauchte Gewürzmischung / Sauce als unbedingt einen Blend, in dem Five-Spice vorkommt, aber als ich das Rezept für das Peri-Peri Chicken in der aktuellen Cook’s Illustrated sah, wanderte es sofort auf die Nachmachliste. Und das erwies sich als eine gute Wahl, wir waren begeistert von der Saftigkeit und dem tollen Geschmack, der Knusprigkeit der Hühnerhaut, während das Fleisch fast vom Knochen fiel – ein Gericht zum Finger ablecken!

Peri-Peri-Huhn vom Grill
Ich habe das Rezept hier wie im Magazin abgedruckt wiedergegeben, meine Kommentare weiter unten.


Peri-Peri-Huhn vom Grill

nach Cook’s Illustrated #155, August 2015

Ergibt: 6-8 Portionen

Zutaten

  • 4-10 Chiles de Arbol, das sind die getrockneten spitzen roten aus dem Asienladen
  • 3 Esslöffel Olivenöl
  • 2 Esslöffel Salz, siehe Anmerkungen unter dem Rezept
  • 8 Zehen Knoblauch, geschält
  • 2 Esslöffel Tomatenmark
  • 1 Schalotte, gehackt
  • 1 Esslöffel Zucker
  • 1 Esslöffel Paprika edelsüß
  • 1 Esslöffel Five-Spice-Powder
  • 2 Bio-Zitronen, abgeriebene Zesten und Saft (ca. 60 ml)
  • 1 Teelöffel schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • 1/2 Teelöffel Cayenne, siehe Anmerkungen unter dem Rezept
  • 3 Lorbeerblätter, zerbröckelt
  • 2700 Gramm Hühnerportionsstücke mit Haut und Knochen, z.B. Drumsticks, Bruststücke, Oberschenkel
  • 1/2 Tasse geröstete Erdnüsse, fein gehackt – siehe Anmerkungen
  • einige Zitronenspalten

Zubereitung

  1. 4 Chiles de Arbol und die restlichen Zutaten bis einschließlich Lorbeerblätter in einem Mixer / Foodprocessor durchpürieren. Vorsichtig probieren, und nach Wunsch weitere Chilis zugeben – die Paste sollte etwas schärfer sein als das gewünschte Endprodukt. Die Hühnerstücke mit einem Metallspieß jeweils 8-10 Mal einstechen. Hühnerstücke, Marinade und Erdnüsse in einen großen Gefrierbeutel geben, gut verschliessen, und mindestens 6 und bis zu 24 Stunden marinieren lassen.
  2. Den Grill für indirektes Grillen vorbereiten. Auf einem Holzkohlegrill: 1 Grillschale mit Wasser auf eine Seite des Grills stellen, auf der anderen Seite die zum Glühen gebrachten Kohlen aufhäufen. Den Grillrost einlegen und 5 Minuten aufheizen.
  3. Grillrost abbürsten und leicht einölen. Das Huhn mit der Hautseite nach unten auf der heißen Seite grillen, bis es braun wird und erste Blasen wirft, das dauert 2-5 Minuten. Umdrehen und weitere ca. 4-6 Minuten grillen. Nun das Huhn auf die kühle Grillseite verschieben und mit der Haut nach oben so anordnen, dass Keulen und Oberschenkel näher an der Hitze sind und Bruststücke weiter weg. Den Deckel verschließen. Garen, bis das Brustfleisch 71°C (160F) hat und das der Keulen 80 (175 F). Laut CI dauert das 50-60 Minuten, bei uns waren 50 Minuten schon am oberen Ende der Garzeit.
  4. Huhn auf eine Servierplatte legen, 10 Minuten unter Folie ruhen lassen, dann mit Zitronenspalten servieren. Dazu passt gedämpfter weißer Reis.

Das Rezept gibt auch die Verfahrensweise für den Gasgrill an, da wir auf Holzkohle grillen, habe ich den Teil oben weggelassen. (copy/paste auf Anfrage, so ihr nicht wisst, wie).

6-8 Portionen war für uns dann doch etwas zu viel. Wir haben die ganze Marinadenmenge gemacht (allerdings ohne Erdnüsse, dafür mit den sehr aromatischen California Bay Leaves von Savory Spice) und insgesamt 4 Hühnerkeulen für uns beide verwendet, die Marinade war dabei natürlich reichlich. Die Drumsticks und Oberschenkelstücke mit Haut waren perfekt, die Aromatik super. Nur die Salzmenge empfand ich als minimal zu hoch, was aber insgesamt auch auf das „zu wenige“ Fleisch zurückzuführen sein kann (das ich mit einer Rouladennadel eingepiekt hatte). Dennoch würde ich das nächste Mal wohl eher 1 1/2 Esslöffel Salz nehmen.

Statt Cayenne habe ich 4 kleine sibirische Hauspaprika eingesetzt (die ähneln Sichuan-Chilis), mit 4 chiles de arbol war das Ganze angenehm scharf und ausgewogen. Gewünscht hätte ich mir eventuell noch ein bisschen mehr Fruchtigkeit, also vielleicht eine peruanische Aji Amarillo dazu. Das Team von Cook’s Illustrated erklärt im Magazin auch, dass ein Teil der Schärfe der Paste beim Grillen verloren geht, und sie sich (in Ermangelung echter Piri-Piri-Chilis) deswegen für einen Blend aus Arbol und Cayenne entschieden haben, um das abzufangen.

Der wichtigste Tipp, den ich euch aber geben kann, wenn ihr dieses Gericht nachmacht: plant nicht zuwenig Huhn ein. Es ist wirklich köstlich!

Appetit bekommen? - Hungry for more?

5 Antworten

  1. Das nehm ich mir natürlich mit! Danke für den Test und die Empfehlung 🙂

  2. Susa sagt:

    Hühnchenrezepte kann es gar nicht genug geben! Woher beziehst Du eigentlich Deine verschiedenen Chili Sorten?

    • FoodFreak sagt:

      die chile de arbol sind, wie im Artikel erwähnt, aus dem Asienladen. Die sibirischen Hauspaprika habe ich auf der eigenen Terrasse gezogen. Ansonsten: wo immer sie mir begegnen und mich interessieren – ein Großteil haben wir naheliegenderweise aus den USA mitgebracht. Es gibt ein paar Versender für Chilis mit guten Sortimenten, wenn man was bestimmtes sucht, aber ich bin da mehr Jäger und Sammler… 🙂

  3. Paula sagt:

    Lecker, lecker! Aber ein Kritikpunkt: die Hähnchenschenkel sind an einigen Stellen zu schwarz gegrillt (Nitrosamine, krebserregend), kann man das beim Grillen irgendwie anders hinbekommen?

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