Cremesso

Dieser Artikel wurde zuletzt am 28. August 2015 aktualisiert

Ein paar Kaffeesysteme haben wir ja schon hier auf dem Blog getestet. Nach Tassimo und Senseo hat sich jetzt noch Cremesso eingereiht. Während wir bei den anderen die einzelnen Kaffeesorten oder Kaffeespezialitäten, wie die Hersteller das gerne nennen, gesondert verkostet und verbloggt haben, beschränken wir uns hier auf einen Artikel. Zwei Kaffees und einen Tee hatten wir zu der Cremesso-Maschine. Der große Kooperationspartner in Deutschland ist der Discounter Netto.

Das System

Cremesso ist, wie viele andere auch, ein Kapselsystem. Soweit wir es richtig heraus bekommen haben, wurde es von den gleichen Leuten entwickelt, die auch Nespresso für Nestle entwickelt haben. Wer jetzt denkt, er hätte in der Maschine Verwendung für seine Nespresso-Kapseln, oder er könne günstige Kapseln für seine Nespresso-Maschine finden, der liegt falsch. Natürlich sind die Kapseln, wie auch bei allen anderen Systemen, nicht untereinander kompatibel. Die Größen wurden schon so angepasst, dass nichts passt.

Es gibt einige Kaffee-Sorten als Espresso oder als Lungo. Dazu kommen ab und zu ein paar Specials, bei uns war das Brazil, der nicht auf der Internetseite von Cremesso zu finden ist. Ausserdem gibt es aktuell noch drei Tees. Auch hier gibt es demnach keine Abgrenzung zu anderen Herstellern und Systemen. Das Vorhandene wird übernommen und angepasst.

Immerhin sind die Kapseln aus Plastik und nicht aus Aluminium. Das ist vom Müll her immer noch nicht besser, aber in der Herstellung ressourcensparender.

Die Maschine

Vier Maschinen hat Cremesso im Angebot. Wir hatten eine Cremesso Compact One zum Testen. Bei Amazon kostet die Maschine bei Erstellung dieses Artikels 111 Euro. Wir haben sie aber auch schon für 70 Euro bei Netto gesehen. Wann und ob es sie für diesen Preis gibt, ist wohl davon abhängig, wie sehr das System promotet werden muss.

Die Maschine ist einfach und übersichtlich gestaltet. Vorne ist eine Tropfschale. Zieht man diese heraus, befindet sich dahinter der Sammelbehälter für die benutzten Kapseln. auf der Rückseite gibt es einen richtigen Ein-Aus-Schalter. Die Maschine zieht also nicht immer Strom und wartet darauf, dass ein Nutzer ein Knöpfchen drückt. Sehr gut. Hinten ist auch der Wassertank. Der fasst 1,1 Liter. Das reicht für den Normalnutzer locker aus.

Die Benutzung ist sehr einfach. Ist der Wassertank gefüllt und die Maschine an, wird oben an der Maschine ein Hebel geöffnet, die Kapseln hinein gelegt, und der Hebel wieder geschlossen. Je nach Art des Kaffees gibt es drei Knöpfe, die sich nur durch die Wassermenge unterscheiden. In der normalen Einstellung sind das dann 30, 50 und 110 ml. Positiv zu erwähnen ist die Möglichkeit, die Wassermenge durch Gedrückthalten der Taste zu verstellen und somit an seine eigenen Tassengrößen anzupassen.

Die Aufheizzeit  beträgt laut Hersteller 15 Sekunden. Das ist kurz und funktioniert. Damit ist es dann auch noch praktisch. Morgens die Maschine anschalten und nicht lange auf den Kaffee warten müssen ist ein Argument für die Maschine. Auch der Pumpendruck von 19 Bar kann überzeugen. 15 Bar sollten es mindestens sein, viele andere Maschinen schaffen nicht mal das.

Viel mehr gibt es zu der Maschine nicht zu sagen. Sie arbeitet zuverlässig, der Kaffee, der heraus kommt, ist heiß. Auch das ist nicht bei allen anderen Maschinen so. Die Maschine selbst macht einen guten Eindruck, wenn auch am Abtropfgitter ein Stückchen Plastik schon beim Auspacken abgebrochen ist. Richtig hochwertig fühlt sie sich allerdings schon aufgrund des Plastiks nicht an. Ein Stück Metall hätte da gut getan. Dennoch wirkt sie ordentlich verarbeitet.

Espresso Alba

Die Kaffees unterscheiden sich durch Stärkegrade und Anwendungszweck. Der Espresso Alba ist eben für Espresso gedacht und hat eine Stärke von vier auf einer Skala von eins bis fünf. Die Menge auf der Verpackung ist mit 50 ml angegeben. Das ist für einen Espresso zu viel und ergibt eher einen doppelten Espresso.

Frischer Duft und angenehm lebhafte Säure

So beschreibt Cremesso den Kaffee. Uns war er etwas zu sauer. Auch schmeckt er recht bitter. Mit einem Löffel Zucker ist er aber ganz gut trinkbar. Der Geschmack ist recht generisch, das ist aber sicher so gewollt, damit der Kaffee einem breiten Publikum schmeckt.

Auf dem Video, ja, wir haben vergessen, dass man im Querformat filmt, ist gut zu sehen, dass sich eine schöne Crema bildet.

World Tour Brazil

Eine Sondersorte, die wir zum Testen erhalten haben, welche aber nicht auf der deutschen Website zu finden ist, ist Brazil. Mit Google findet man sie immerhin auf der englischen Seite. Auf der Verpackung ist angegeben, dass es sich um 100% Arabica von der Plantage „Fazenda da Lagoa“ handelt. Die Stufe ist mit zwei angegeben und der Kaffee soll für 50 ml dosiert sein.

Für einen milden Kaffee, der nicht als Espresso gedacht ist, finden wir das zu wenig. Wir haben versucht, den Kaffee mit mehr Wasser zuzubereiten, aber er wird dann schnell zu wässerig. Leider schmeckt der Kaffee hauptsächlich bitter. Feine Noten, die man sonst in Plantagenkaffees findet, sucht man hier vergebens. Das fanden wir sehr schade, denn gerade Sondersorten sind oft auch Entscheidungsgründe für und gegen ein System.

Ceylon Pekoe

Die dritte Testsorte, die wir erhalten haben, ist ein Tee. Ceylon Pekoe aus Sri Lanka. Der Hersteller schreibt dazu:

Würzige und leicht herbe Noten zeichnen diesen typischen Ceylon Pekoe aus.

Die Idee, das heiße Wasser durch Tee zu pressen, ist an sich keine blöde, um solch einer Maschine einen Mehrwert zu geben. Die Wassermenge ist mit 110 ml angegeben. Auch hier hätten wir gerne eine größere Tasse voll.

Der Geschmack des Tees konnte uns leider auch nicht überzeugen. Anfangs schmeckte er nur nicht besonders. Als er dann in der Tasse lauwarm wurde, wurde er auch bitter. So ist er praktisch nur mit Zucker trinkbar. Jeder billige Teebeutel macht hier einen mindestens gleich guten Tee und schont dazu den Geldbeutel.

Fazit

An sich ist das Cremesso-System keine schlechte Idee. Eben genau wie alle anderen auch. Und da liegt das Problem. Es gibt inzwischen zu viele Systeme auf dem Markt, die untereinander nicht kompatibel sind. Wer nicht viel Geld ausgeben will und eine Tasse Kaffee am Tag trinkt, der ist mit diesem System nicht schlecht dran. Leider kostet auch hier eine Tasse Kaffee (Packungspreis durch Anzahl der Kapseln) über 30 Cent. Wer mehr trinkt, ist da mit einem Kaffeevollautomaten oder einer Pressstempelkanne (Bodum / French Press) besser bedient. Geschmacklich kommt das System allerdings nicht an Nespresso ran.

Als positive Punkte sind zu nennen: günstige Maschinen, Plastik statt Aluminium und einfache schnelle Bedienung

Negativ: Kapselpreis und Geschmack.

Disclaimer

Die Maschine und die drei Sorten Kaffee / Tee wurden uns von Probierpioniere und Netto Marken Discount kostenfrei zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür. Eine inhaltliche Beeinflussung des Textes fand nicht statt. Wir danken freundlich für die Unterstützung.

Print Friendly, PDF & Email

Appetit bekommen? - Hungry for more?

1 Antwort

  1. hanf hanuta sagt:

    Die Maschine sieht baugleich mit der in der Schweiz bei Migros eingeführten delizio Maschine aus

Kommentar verfassen