Die Metro-Frühlings-Kochherausforderung

Dieser Artikel wurde zuletzt am 3. Februar 2017 aktualisiert

Die METRO ruft zur großen Frühlings-Kochherausforderung, und wie viele andere Foodblogger auch habe ich mich dieser Aufgabe gern gestellt 🙂

Das war im Wunderpaket der METRO drin:

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Hmmm, ja, soso… ein bisschen grüner, frischer, gemüsiger, naja: frühlingshafter hatte ich es schon erwartet, aber davon lassen wir uns nicht unterkriegen.

Für mich die schwierigsten Zutaten: die Calamarata-Pasta von Garofalo – nicht weil ich Pasta per se schwierig fände, sondern weil die Form doch eher nach Ragú, Fleischbällchen, geschmortem Irgendwas, Herbst und Winter ruft denn unbedingt Frühling verkündet; sowie die Schokolade, die für mich eher ein winterliches Thema ist, besonders karamellgefüllt, und mir eigentlich auch schon zu weit „verarbeitet“ ist mit der Füllung.

Beginnen wir doch das Menu mit einem Cocktail.

Life is good #cocktail in der Sonne

Das Rezept für den Jail House MarTEAni gibt es nebenan im Gin-Nerds-Blog, da passt es meines Erachtens prima hin. Verwendete Zutat: Rioba Earl Grey Tee. Der Tee darf 2 Stunden mit Gin, hier kalifornischer Jail House Gin, durchziehen, ehe man diesen für einen klassischen Sour verwendet.

Schon während des Kochens gab es einen kleinen Snack für die Köche – ein Gruß in die Küche, wenn man so will:

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Die kleine Forellenceviche entstand aus Abschnitten beim Filetieren der Forellen, plus etwas Saft von der Key Lime, Salz, ein paar Schalottenringen, und selbst gemachter Agrío de Naranja, einer karibischen Würzsauce aus Bitterorangensaft, Habanero-Chilis und Knoblauch. Extrem lecker!

Als Vorspeise servieren wir eine gebeizte Forelle mit Radieschensprossen und Bohnenpüree.

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Für das Bohnenpüree: Die Borlottibohnen in einem Durchschlag gründlich abspülen, abtropfen lassen. 2 Esslöffel Olivenöl mit 1/2 Esslöffel Herbes de Provence erwärmen, 30 Minuten stehen lassen. Bohnen mit dem Öl, 1/2 TL Salz und einem Schuss Kaffeesahne pürieren.

Die Forelle haben wir in zwei Varianten gebeizt – einmal mit Tee in der Beize (1 Beutel Earl Grey), einmal ohne. Uns gefiel die teefreie Version besser, deswegen hier ohne:


Gebeizte Forelle mit Gin und Zitrone und Radieschensprossen
Ergibt: 4-6 Portionen

1 Forelle, filetiert (mit Haut), von Gräten befreit
100 Gramm grobes (graues) Meersalz
100 Gramm Zucker
3 Esslöffel Gin; hier: Las Vegas Distillery Nevada Gin
2 Teelöffel Fenchelsamen, kurz im Mörser angequetscht
2 Bio-Zitronen, abgeriebene Schale
Radieschensprossen
1 kleine Limette
Bohnenpüree
Chiliflocken, hier: koreanische

Die Forellenfilets in eine flache Glas- oder Keramikschale legen, Hautseite nach unten. Zucker, Salz, Zitronenschale, Fenchelsamen und Gin verrühren, gleichmäßig auf den Filets verteilen. Abgedeckt 24 Stunden in den Kühlschrank stellen.

Salzmasse von den Filets spülen, gut trockentupfen, mit einem sehr scharfen Messer in dünne Scheiben aufschneiden. Auf Servierteller je einen Streifen Bohnenpüree streichen, die Fischscheibchen daneben drapieren, mit Radieschensprossen, dünnen Limettenscheiben und Chiliflocken ausdekorieren.


Verwendete Zutaten: Borlottibohnen, Forellen, und als Beilage zu der Vorspeise die spanischen Olivenöl-Knusperbrote. Die Chiliflocken sind für den Geschmack durchaus vorteilhaft, also nicht nur reine Deko.

Als Hauptgang entschieden wir uns für Pasta mit Artischocken, Lauch, Tomaten und Schinken.

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Dafür die Artischocken vorbereiten, bis man nur noch die geputzten Böden hat. In einer Auflaufform (hier: rund, Jenaer Glas) den Saft einer Zitrone mit 2 Esslöffeln Olivenöl, Salz und Pfeffer, etwas Thymian, Knoblauch, Salz und einem kräftigen Schuss Weisswein vermischen. Die gevirtelten Artischockenböden, das Weiße und Hellgrüne einer Stange Lauch und 2-3 gewürfelte Tomaten darunter heben, alles 45 Minuten bei ungefähr 175°C rösten lassen, mit Salz und Zucker abschmecken.

Die frisch gekochte Pasta mit dem Gemüse mischen, den zerzupften Schinken unterheben, und nach Wunsch mit etwas geriebenem Manchego oder Parmesan abschließen, nochmal groben Pfeffer darüber mahlen, fertig.

Verwendete Zutaten: Artischocken, Pasta, Ibericoschinken, Wein.

Fairerweise muss man sagen, dass das Gericht auch ohne den Wein (nur mit Zitronensaft) bestens funktioniert, und man den Wein auch „nur“ dazu hätte trinken können (er harmonierte damit wunderbar), aber wir wollten ihn ja auch in einem Gericht einsetzen.

Der schwierigste Part war nun, ein Dessert zu finden – geworden ist es Schokoladen-Baklava und Erdbeereis.

Bevor mich jetzt jemand fragt, wo ich im April die Erdbeeren herhabe: aus Mutters Garten, 2013, eingefroren.

Chocolate baklava and strawberry ice cream #dessert #metrokochdingens

Das Erdbeereis ist ganz einfach: ca. 120 g TK-Erdbeeren, getaut, mit Saft, mit 1 Dose gezuckerter Kondensmilch und einem Becher Schlagsahne (ohne Carrageen, bitte) durchpürieren, und ab in die Eismaschine damit.


Schokoladen-Baklava
adaptiert nach einem Rezept von George Colombaris
6-12 Portionen

6 Filoteigblätter (Yufka, türkischer / griechischer Gemüseladen)
50 g Butterschmalz, zerlassen
100 g Halbbitterschokolade (hier: Lindt mit Karamellfüllung), gehackt
1 Teelöffel Ceylon-Zimtpulver
250 g Mandelblättchen
150 g flüssiger Honig

Schokolade, Zimt und Mandelblättchen in einer Schale gut vermischen, dann den Honig darüber geben, noch einmal durchmengen.
Filoteigblätter einzeln auslegen, mit dem kurzen Ende zu einem selbst, dünn mit Butterschmalz einpinseln. Je 1/6 der Mandelmasse auf das Teigende vor einem verteilen, die Seiten überschlagen, und dann das Teigblatt von sich selbst weg zu einer Rolle aufwickeln.

Auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech platzieren. Bei 200°C ca. 6 Minuten backen, bis die Rollen goldbraun sind.


Die noch warmen Baklavas schräg durchschneiden und je eine halbe Rolle (sie sind sehr mächtig) mit einer Kugel Erdbeereis servieren. In dieser Version kommt auch die Karamellfüllung der Schokolade gut hervor – eine gelungene Kombination, es hätte fast noch ein Hauch Salz mehr sein dürfen.

Ich bin gespannt, was die anderen Teilnehmer gezaubert haben – und wünsche guten Appetit!

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Appetit bekommen? - Hungry for more?

11 Antworten

  1. Shermin sagt:

    Die gebeizte Forelle sieht traumhaft (lecker natürlich auch) aus. Mit der Nudelform hadere ich auch – habe aber eine Lösung vor Augen. 😉
    Das Baklava liest sich übrigens absolut köstlich – Schokolade und geröstete Mandeln. Damit kriegst du mich ja sowieso immer.

    Liebe Grüße!

    • FoodFreak sagt:

      die Baklava ist nicht übel, und ich war erstaunt wie wenig Filo ich brauche (was mach ich bloss mit dem Rest….), aber doch sehr sehr mächtig.

  2. Ulrike sagt:

    Och, ja, das hätte ich auch genommen. Vor allem den Cocktail;-)

    • FoodFreak sagt:

      Ich vermute ganz stark, der hätte ohne den Tee (oder mit einem etwas aromatischeren Tee) noch sehr viel besser geschmeckt, aber: lässt sich einrichten. Ich sage nur Projekt Espressomaschine… 🙂

  3. Shermin sagt:

    Ts ts ts… die Frau Küchenlatein kommt direkt zum Wesentlichen. 😉

  4. Shermin sagt:

    Bei mir im Blog findest du beispielsweise Sigara Böregi und Mandelpasteten, dafür eignet der Filoteig sich wunderbar. Oder du machst einen großen Börek, das ist am unaufwändigsten: Mehrere Platten mit Öl einpinseln, in Auflaufform legen, gewürztes rohes Hackfleisch rein, Teig darüber zuschlagen, mit Ei bepinseln, im Ofen backen. Fertig.

  5. Ulrike sagt:

    Süße, hattest du etwas Anderes erwartet?

  6. Spannend, was man nicht alles aus Tee machen kann. Der Cocktail gefällt mir (aber mit Gin schmeckt ja eigentlich alles gut …)!

    Aber eigentlich gefallen mir alle Gänge und ich würde darum sagen: Herausforderung bestens gemeistert 🙂

    Ab Anfang nächster Woche veröffentlichen wir nach und nach die Zusammenfassungen aller Teilnehmer auf dem METRO Genussblog und dann wird gevotet.

    Toll, dass Du dabei warst!

    Viele Grüße

    Anna
    Social Media Team
    METRO Cash & Carry Deutschland

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