Projekt Senseo – Das Fazit

Dieser Artikel wurde zuletzt am 20. September 2016 aktualisiert

Es begann mit der Nachfrage einer Agentur, ob ich denn nicht mal die neuen Senseo Milchschaum-Spezialitäten testen wolle. Ich erklärte wahrheitsgemäß, dass ich dafür vermutlich nicht die richtige Zielgruppe sei, und mit großer Wahrscheinlichkeit diese nicht mögen würde. Macht nix, befand die Agentur, man sei an meiner ehrlichen Meinung interessiert. Nun denn.

Wie auch schon beim Projekt Tassimo will ich hier zum Ende meiner Testphase eine Übersicht abliefern – was habe ich / haben wir getestet, und was kommt unter dem Strich dabei raus.

Die Hardware

Als Testgerät stellte mir die Agentur eine Philips HD7828/50 Senseo Viva Café.

Gut gefallen hat mir daran der verstellbare Auslauf, so dass man die Höhe unterschiedlichen Tassen- und Glasgrößen anpassen kann. Das nützt einem allerdings relativ wenig, weil die Durchlaufmenge nicht variabel ist.

Die Bedienung ist einfach: Deckel auf, Pad im passenden Halter einlegen (ein schmaler für normalen Kaffee, ein dicker für die Milchschaumspezialiäten), die Maschine verriegeln, Knöpfchen drücken. Wenn dann auch Wasser im (relativ großen) Vorratstank ist, kommt gleich mit dem Geräusch einer Druckpumpe der Kaffee. Die Temperatur des Getränks ist gut (mit anderen Worten, der Kaffee ist heiß), und es lassen sich auch problemlos zwei Getränke nacheinander machen, so man sich nicht scheut, das heiß dampfende Pad rauszunehmen und ein neues einzulegen.

Die Maschine ist relativ groß. Ich würde wenn, dann eine etwas kleinere – wie die oben abgebildete – Maschine bevorzugen; im Senseo-Segment findet man aber, wie bei den meisten Kaffeesystemen, verschiedene Designs ganz nach Geschmack.

Die Maschine wirkt wertig verarbeitet, hat allerdings eine relativ billige Haptik durch die Plastikoberflächen. Zur Langzeithaltbarkeit kann ich keine Aussagen treffen. Das Reinigen ist im großen und ganzen problemlos. Mehr zu den technischen Details findet man im dazugehörigen Beitrag hier im Blog.

Die Milchschaumgetränke

Ich trenne hier ganz bewusst die Milchschaumgetränke von den normalen Kaffees; zum einen, weil sie der eigentliche Anlass für diese Testreihe waren, zum anderen, weil sie – im Gegensatz zu den normalen Kaffeepads – eine ganz besondere Problematik mit sich bringen: unnötigen Plastikmüll.

Das Innenleben der Milchschaumspezialitäten-Pads sieht nämlich so aus:

2013-04-26-senseo

Das heisst, in jedem einzelnen Pad steckt so ein Plastikobjekt; mit jeder Tasse Heißgetränk produziert man mehrere Gramm Plastikmüll, der im Zweifel nicht mal dem Recycling zugeführt wird. Das muss einfach nicht sein.

Würden dann die Getränke wenigstens schmecken, gäbe es ja vielleicht noch einen Grund, sie zu kaufen – aber auch nur sehr vielleicht.

Verkostet haben wir:

Allen dreien ist gemeinsam, dass sie nach Instant-Getränk schmecken, und genau das steckt auch drin – Instant-Kaffee bzw. Instant-Kakao, mit Trennmitteln, Stabilisatoren, Emulgatoren und gehärteten Fetten auf Kaffee- bzw. Kakaomilchschaumgetränk-Konsistenz gebracht. Ein ohne Maschine von Hand aus Instantpulver angerührtes Getränk in Wunschstärke und -menge ist erheblich günstiger, und genauso einfach zuzubereiten; einen Vorteil für die Pad-Maschine gibt es hier nicht. Kurzum: diese Getränke sind vollkommen verzichtbar.

Die Kaffees

Verkostet haben wir:

  • Senseo Lungo Tradizionale – Pur kein Genuss, mit Milch trinkbar – aber eben nicht als Lungo, als der er gedacht ist
  • Senseo Lungo Forte – Gehört mit zum Schauderlichsten, das ich je an Kaffee im Mund hatte. Herr @datenhamster fand ihn mit reichlich Aromasirup akzeptabel.
  • Jacobs Krönung Crema – Erstaunlich trinkbar, aber ein Filterkaffee schmeckt immer noch besser.
  • Jacobs Bio Natura – schmeckt nicht nach viel, vor allem nicht wirklich nach Kaffee, ist aber besser als die Lungo-Versionen von Senseo.
  • Tchibo Caffee Crema (vollmundig) – Dieser Kaffee war der Tipp meiner Twitter-Timeline, schmeckt gut, riecht gut, gefällt.

Einen guten Kaffee von Tchibo haben wir also ausfindig machen können – alles andre kann uns nicht überzeugen, und das ist dann auch

Das Fazit

Für mich und meine Anwendungszwecke bietet das Senseo-System keine Vorteile. Der Kaffee ist relativ teuer, die meisten Getränke, die ich getestet habe, sagten mir nicht zu, und einen frischen Kaffee kann ich mir auch mit der French Press und der AeroPress machen, dafür muss keine Maschine Platz auf der Arbeitsplatte wegnehmen. Senseo kann mich nicht überzeugen.

Appetit bekommen? - Hungry for more?

2 Antworten

  1. Diane sagt:

    Hallo! Ich bin gerade auf deinem Blog gelandet und finde deinen Kaffeepad Beitrag sehr interessant. Wieso? Weil ich früher total begeistert war von diesen erschwinglichen Spezialitätsmaschinen, mit denen man einen „richtigen“ Capuccino machen konnte! Die Freude ließ dann schnell nach, als ich mir eine gebrauchte Dolce Gusto zulegte und die dafür noch vorhandenen Pads alle waren… Mein Gott sind die Dinger teuer! Naja, ich habe die Maschine zwar immer noch in der Küche stehen, gelegentlich bekomme ich mal Pads geschenkt und lade dazu Freunde ein, aber wenn ich richtigen Kaffee haben will, dann gibts bei mir nur die gute alte Kaffeemaschine mit Filter. Wie du schon sagtest – auch weniger Plastik, das man dafür verschwendet 🙂

  2. Jürgen sagt:

    Wir haben uns schon vor einigen Jahren eine Senseo gekauft und testen bis heute hin und wieder mal neue Kaffeepads, die in den Supermarkt kommen. Häufig wird die Senseo zwar nicht benutzt, aber ab und an schon.

    Von den neueren Pads mit Milchanteil finden wir den Cappuccino am besten. Klar ist der Cappuccino nicht wie selbst gemacht, aber für die Schnelle ist er gut.

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