BOH Palas Supreme Garden Tea, Malaysia

Dieser Artikel wurde zuletzt am 6. März 2017 aktualisiert

2013-08-20-tea-boh-palas-supremeEs war im Frühjahr, wir waren auf unserer Südostasientour gerade unterwegs in Richtung Malaysia, da unterhielt ich mich auf Twitter mit ein paar Foodies über Tee. Zu gern hätte ich in Hongkong Tee gekauft, aber wir standen eben erst am Anfang unserer 8 1/2 Wochen dauernden Tour, und ich wollte nicht so frühzeitig Souvenirs kaufen. Frau Esskultur empfahl mir den BOH Palas Supreme Garden Tea, und wie es der Zufall wollte, gab es genau diesen Tee zwei Tage später in Kuala Lumpur im von mir geschätzten ehemals japanischen Kaufhaus Isetan unter dem KLCC.

Später stellte ich fest, dass es den Tee (mitnichten günstiger) auch in einem Teehaus am unteren Ende von Chinatown, in Fußentfernung vom Geo Hotel, gegeben hätte.

Am Ende kaufte ich drei Dosen: eine für mich, eine für eine Freundin, und eine für die teebegeisterten Menschen, die in unserer Abwesenheit unsere Pflanzen und Wohnung im Auge behielten.

BOH ist Malaysias größter Teeproduzent, Tees von BOH findet man in verschiedenen Qualitäten, von den ganz einfachen CTC-Tees und (gezuckerten) Instant-Tees, die in dem typisch malaysischen teh tarik Anwendung finden, über mittelpreisige highgrown Varietäten (BOH Cameronian Gold Blend, der uns als Beigabe zu den coffee and tea making facilities in besseren Hotels begegnete), bis hin zur Teegarten-Serie, den Garden Teas. Was aber in Regionen wie Darjeeling und auch Sri Lanka (Ceylon) gang und gäbe ist, nämlich tatsächlich Teegarten-spezifische Tees anzubieten, ist in Malaysia, so weit ich das sehen konnte, wenig verbreitet.

BOH verrät immerhin, dass es sich bei diesem Tee um einen aus dem Sungai Palas Tea Garden handele, der nicht geblendet wurde – nach Angaben von Discovering Tea handelt es sich um die größte Teeplantage Malaysias, begründet von holländischen Siedlern.

Was ich genau bezahlt habe, weiss ich nicht mehr – für malaysische Verhältnisse war der Tee teuer, für Europäer war der Preis zwischen günstig und gerade noch angemessen angesiedelt, aber bei (a) Mitbringseln und (b) vernünftigen Lebensmitteln bin ich ja ohnehin bereit etwas mehr auszugeben.

Für diesen Bericht habe ich einen Esslöffel Tee im Stahleinsatz meines (in San Francisco gekauften) Stump Teapot aufgebrüht, mit knapp 1/2 Liter Wasser, und 2 1/2 Minuten ziehen lassen. Links 1 Esslöffel loser Tee, rechts dieselbe Menge gebrüht.

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Was sich als Orange Pekoe geriert, enthält auch einige kleine Stückchen bis hin zu Fannings, zeigt im großen und ganzen aber tatsächlich große, gerollte Blattstücke.

Gebrüht hat der Tee ein dunkles Rotgold, und riecht zunächst frisch und grasig, die Bitternote ist angenehm zurück genommen.

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Der Tee ist relativ leichtfüßig – weder so malzig wie ein Assam, noch so adstringierend wie Darjeeling, noch so frisch-spritzig wie Ceylon Highgrown. Insgesamt würde ich ihn als rund und leicht bezeichnen, angenehm im Geschmack, ein guter runder Mittelwert, gefällig, ebenso gut pur wie mit einem Spritzer Zitrone oder sehr wenig Zucker zu trinken.

Das macht ihn dann in einem Land, in dem Tee mit nahezu arabischer Süße und – wohl ein Erbe der britischen Kolonialzeit – üblicherweise mit Milch getrunken wird, zu einem ganz ungewöhnlichen Tee. In meiner Teesammlung würde ich ihn als guten oberen Durchschnitt unter den Alltagstees einsortieren.

Würde ich den Tee wieder kaufen? Möglicherweise. Aber unser Stopp in Sri Lanka hat mir gezeigt, dass es gerade in diesem Bereich noch sehr viele fabelhafte Tees zu entdecken gibt. Einen Fehler macht man mit dem Kauf sicherlich nicht.

Appetit bekommen? - Hungry for more?

2 Antworten

  1. Teaworld sagt:

    Die Flasche hat aber ein schönes Design und so wie sich das anhört, hat es auch geschmeckt. Würde ich zu gerne auch mal probieren 🙂

    LG,
    Moni

    • FoodFreak sagt:

      es ist eine Teedose, keine Flasche 😉

      Ich war im übrigen so frei die Werbe-Links zu deiner kommerziellen Website aus dem Kommentar zu entfernen – sie stehen ja auch nochmal in deinem Absender. Wer auf meiner Website Werbung gegen Bezahlung schalten möchte, kann mich kontaktieren – in Kommentaren werte ich das als Spam, und im Wiederholungsfall werden die Kommentare auch genau dort landen.

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