Projekt Senseo: Senseo Cappuccino

Dieser Artikel wurde zuletzt am 26. Februar 2015 aktualisiert

Ein weicher, runder Kaffee vollendet mit unwiderstehlich cremigem Schaum.

Hach, klingt das nicht lecker. So steht es auf der Seite Milchschaumspezialitäten bei Senseo. Und in der Tat, so ein Cappuccino mit einem schönen Schaum kann durchaus was leckeres sein. Was allerdings kein cremiger Schaum ist, zeigt uns eben dieses Senseo-Produkt auf folgendem Bild.

Grobporig mit deutlich sichtbaren Luftblasen, die schon in der Tasse merklich platzen und schnell weniger werden. Cremiger Schaum ist für mich etwas anderes – stabiler Schaum erst recht. All zu viel Schaum ist es auch nicht, wie folgendes Bild uns zeigt.

Mit dem Löffel wäre er recht schnell beiseite geschoben, wäre er stabil und mehr. Doch so schwimmt er immer wieder in seiner flachen Schicht zurück. Auch auf dem Video ist das deutlich zu sehen, wobei hier mehr Schaum entsteht, was an der konischen Form der Senseo-Tasse liegen kann.

Der Cappuccino musste, wie auch der Cafe Latte bei dem wir es schon erwähnt hatten, in die Frischzellenkur. Nicht nur eine neue Verpackung, sondern auch eine neue Rezeptur kam daher und sollte alles besser machen. Vergleichen wir doch einfach mal die alte mit der neuen Zutatenliste. Früher war drin:

Gemahlener Röstkaffee (44%), Magermilchpulver (23%), pflanzliches Fett gehärtet, Glucosesirup, Stabilisator (E340)

und heute:

Pflanzliches Fett gehärtet, Glukosesirup, Zucker, Magermilchpulver, löslicher Kaffee (9,8%), Stabilisator (E340, E452), Aroma, Milchprotein, Salz, Trennmittel (E551, E341), Emulgator (E481).

War früher noch richtiger Kaffee in einer großen Menge drin, wurde er heute durch Instant-Kaffee ersetzt. Das muss ein besonders schlauer Schachzug von Senseo sein, Kaffee aus einem Kaffeeprodukt herauszunehmen und ihn durch ein mehrfach bearbeitetes Ersatzprodukt zu ersetzen. Dazu kommt dann noch eine Menge Chemie.

Aber zum Glück wird ja nur mit einer „Neuen Rezeptur“ und nicht mit einer „Verbesserten Rezeptur“ geworben. Letzteres wäre purer Hohn gewesen.

Der Geschmack lässt auch hier, wie beim Café Latte, zu wünschen übrig. Deutlich ist der Instant-Kaffee herauszuschmecken. Noch deutlicher ertastet die Zunge, dass hier nicht, wie in einem echten Cappuccino, richtige Milch drin ist. Insgesamt schmeckt dieser Cappuccino nicht anders als ein selbst mit Pulver aus dem Kilopack angerührter.
Selbst im Chefkoch.de-Forum fallen die Meinungen nicht gerade zu Gunsten des Produktes aus.

Auch der Rest verhält sich beim Cappuccino wie beim Cafe Latte: Der Verpackungsirrsinn hat zugeschlagen. so sieht das Fazit nicht viel besser aus als dort, im Gegenteil. Der Cappuccino ist deutlich süßer, und schmeckt genauso nach Instant- und Automatenkaffee wie das andere Produkt. Das muss man wirklich nicht haben.

 

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Appetit bekommen? - Hungry for more?

3 Antworten

  1. Roland sagt:

    Über diese „neue Rezeptur“ könnte ich mich auch stundenlang aufregen. Widerlich süß und einfach eklig!
    Soll der etwa nicht schmecken?

    Bleibt die Frage: Wo bekommt man noch die „alte Rezeptur“ – evtl. von anderen Herstellern …?

  2. zorra sagt:

    Da kann ich dir nur zustimmen, ich hatte das alte Produkt getestet und auch das hatte nichts mit Cappuccino zu tun.

  1. 17. Mai 2014

    […] Senseo Cappuccino […]

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