Chicken Wings mit Jack Daniels Sweet Glaze

Dieser Artikel wurde zuletzt am 30. August 2015 aktualisiert

2013-07-19-jack-d-wings
Es war Ende April, also quasi noch im tiefsten Winter, da fragte mich eine Agentur, ob ich mir denn vorstellen könne, die neuen Jack Daniels Barbecuesaucen zu testen. Ich antwortete wahrheitsgemäß, dass ich mir das zwar vorstellen könne, ich aber kein allzu großer Freund von Verdickungsmitteln, Aromen, modifizierten Stärken und ähnlichem Zeugs bin, das sich gern in derlei Convenienceprodukten findet. Etwas später erreichte mich dann ein Päckchen mit drei Sorten Grillsaucen, die

nach einem Geheimrezept mit dem unverwechselbaren Original Tennessee Whiskey vermischt

werden und so ihren unverwechselbaren Geschmack erhalten sollen.

Bei einem Grillen mit Freunden testeten wir die drei Saucen, waren aber nur mäßig begeistert – erwartungsgemäß war das Ganze vor allem viel zu süß für unsern Geschmack. Ich weiss noch nicht was wir mit den anderen Saucen machen, vorstellen will ich aber den „Sweet Glaze“, also die süße Grillglasur, die uns auf Rippchen bereits zu süß war, von der wir uns aber dachten, sie könne auf Hühnerflügeln / Chicken wings gut passen.

Die Zutatenliste liest sich so:

Wasser, Traubenzucker, Weißweinessig, Tomatenmarkkonzentrat, Rosinensaftkonzentrat, Salz, Orangensaftkonzentrat, Zitronensaftkonzentrat, konzentrierter Tamarindenextrakt, getrockneter Knoblauch, Datteln, Jack Daniel’s Whiskey® (1%), modifizierte Speisestärke; Farbstoff: Ammoniak-Karamellkulör, Sojasauce (enthält Wasser, Sojabohnen, Salz, Weizenmehl, Zucker, Farbstoff: Karamell, Konservierungsmittel: Kaliumsorbat), getrocknete Zwiebel, Raucharomen, Stabilisator: Xanthangummi, Konservierungsstoffe: Kaliumsorbat, Chillipulver.

Das ist relativ harmlos; wirklich zu bemeckern habe ich hier nur den Konservierungsstoff, Zuckerkulör und die modifizierte Stärke. Alles andere (minus Xanthan) könnte sich so ähnlich tatsächlich auch in einer hausgemachten BBQ-Sauce finden – dann allerdings mit vermutlich mehr als 1% Whisky. Erfreulich ist das Fehlen von Fructose-Glucose-Sirup, Hefeextrakt und anderen Geschmacksverstärkern, sowie der Einsatz von Weißweinessig statt dem üblichen Industrie-Branntweinessig.

Beim ersten Durchlauf mit Chicken Wings auf dem Blech stellten wir fest, dass die Sauce in der Tat zu Huhn etwas besser passt, aber viel zu dickflüssig ist, schnell anbrennt – und immer noch übersüß schmeckt. Das Raucharoma ist zumindest bei dieser Sorte der Jack-Daniels-Saucen angenehm zurückgenommen. Nach Whisky schmeckt die Sauce übrigens meines Erachtens nicht.

Für die oben abgebildeten Wings habe ich mich deswegen von den essigbasierten Barbecue-Saucen Carolinas inspirieren lassen, und die Sauce im Verhältnis 60:40 mit Apfelessig angerührt, und die Wings, die ich auf Backpapier im Ofen gegart habe, 3 Mal damit eingepinselt.

So stimmt die Konsistenz und Säure und am Ende auch der Geschmack; pur ist die Sauce jedoch für mich unbrauchbar. Ein weiterer Kritikpunkt wären die Flaschen, die zwar sehr stylish aussehen und zweifelsohne an die quadratische Jack-Daniels-Flasche erinnern sollen, aus denen die dickflüssigen Saucen aber sehr schlecht herauszubekommen sind.

Summa summarum: wen ein bißchen Kaliumsorbat nicht stört, sowie die Tatsache, dass er die Sauce für den Gebrauch noch mal runterverdünnen sollte (so wird sie auch ergiebiger) und den Preisaufschlag für die Marke Jack Daniels zu zahlen bereit ist, findet hier ein relativ gutes Produkt vor, das zumindest auf Hähnchenflügeln und evtl. auch Spare Ribs für eine typisch amerikanisch-klebrige Würzung sorgt.

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