Apfeltaschen mit Eierlikör

16. Februar 2013
Author:

Es ist schon eine ganze Weile her – zwei Jahre glaube ich – da gewann ich auf Twitter beim Wiley Verlag eine Ausgabe von Backen für Dummies. Das Buch stelle ich demnächst nochmal gesondert vor – was mir daran ungemein gut gefällt, ist, dass es sein Thema ernst nimmt und wirklich sehr gut Grundwissen und Grundtechniken vermittelt, sehr anschaulich beschrieben und illustriert. Dazu gehören auch Klassiker wie Eier trennen oder “das Rezept ganz durchlesen”… dazu kommen wir gleich nochmal :)

Fotos sucht man hier vergebens, und die Rezepte sind relativ einfach gehalten, dem Thema geschuldet, aber keineswegs langweilig. Und als der Liebste kürzlich angesichts fleckiger mürber Äpfel im Obstkorb anmerkte, damit könne ich ja mal was backen (und das von einem Apfelkuchenverächter!) schlug die Stunde von Backen für Dummies.

Das Rezept so wie es im Buch steht:


Gefüllte Apfeltaschen

Auch diesem leckeren Rezept werden Sie garantiert nicht widerstehen können. Sie können Apfeltaschen auch etwas verkleinern und haben damit eine kleine Leckerei für zwischendurch.

Utensilien: Küchenwaage, Messbecher, Schälmesser, Messer, Schneidbrett, 2 kleine Schüsseln, Stieltopf, Rührlöffel, 2 Schüsseln, Schneebesen, Backblech, Backpapier, Rührschüssel, Handrührgerät, Nudelholz, Backpinsel, Gabel, Kuchengitter

Vorbereitungszeit: 35 Minuten

Backzeit: 15 Minuten (Vorbacken des Teigs) und 12-15 Minuten (fertig backen) auf der mittleren Schiene
Ergibt: 8 Apfeltaschen

Für die Füllung:
500 g säuerliche Apfel
2 EL Zitronensaft
90 g Zucker
100 ml Eierlikör
1 Päckchen Vanillepuddingpulver

Für den Teig:
150 g Magerquark
5 EL Milch
5 EL raffiniertes Rapsöl
1 Prise Salz
300 g Mehl
1 Päckchen Backpulver
1 Ei
1 EL Puderzucker

Die Äpfel schälen, waschen, vierteln und das Kerngehäuse entfernen (siehe Kapitel 3). Äpfel in kleine Würfel schneiden und in einer kleinen Schüssel sofort mit Zitronensaft beträufeln. Apfelwürfel, 3 Esslöffel Zucker und Eierlikör in einen Stieltopf geben und aufkochen.

Puddingpulver in einer Schüssel mit einem Schneebesen mit 3 Esslöffel kaltem Wasser verrühren und in das Kompott mit einem Rührlöffel einrühren. Etwa 1 Minute unter Rühren köcheln lassen. Beiseitestellen und auskühlen lassen.

Den Backofen auf 200 Grad vorheizen und ein Backblech mit Backpapier auslegen.

Magerquark, Milch, Rapsöl, 90 Gramm Zucker und Salz in eine Rührschüssel geben. Mehl und Backpulver in einer separaten Schüssel mischen, zum Quarkgemisch zufügen und alles mit einem Handrührgerät zu einem glatten Teig verarbeiten. Teig in 8 gleichmäßige Stücke teilen und auf einer bemehlten Arbeitsfläche mit einem Nudelholz jeweils zu einem Rechteck (12 x 14 Zentimeter) ausrollen.

Das Ei trennen (siehe dazu Kapitel 5). das Eiweiß in einer kleinen Schüssel mit einer Gabel schlagen und die Teigränder mit Eiweiß bestreichen. Je 3 Esslöffel Apfelkompott auf jeweils eine Hälfte der Rechtecke verteilen. Die anderen Teighälften mehrmals einschneiden und über die Füllung klappen. Teigränder andrücken. Das Eigelb ebenfalls mit einer Gabel verquirlen und die Apfeltaschen damit bestreichen. Auf das mit Backpapier ausgelegte Backblech legen, dabei ca. 5 Zentimeter Abstand zwischen den Teilchen lassen, damit sie nicht zusammenbacken.

Die Apfeltaschen im vorgeheizten Backofen ca. 15 Minuten backen. Apfeltaschen auf einem Kuchengitter abkühlen lassen und mit Puderzucker bestäuben.


Sooo…

Systematisch gesehen gibt es daran nichts auszusetzen. Im Prinzip. Allerdings würde ich die Apfelfülle am Vortag oder einige Stunden im Voraus machen, und das auch ins Rezept schreiben, gerade für Anfänger, und auch davor warnen, wie schnell das Puddingpulver stockt und die Masse anbrennen kann. Aber das nur am Rande.

Irritierend finde ich, dass der Zucker, der in den Teig soll, bei den Füllungszutaten steht, und der Zucker für die Füllung in der Zutatenliste ganz fehlt. Das führte dazu, dass ich den Quark-Öl-Teig ohne Zucker gemacht habe – obwohl ich das Rezept vorher gelesen habe. Denn beim Zusammenrühren des Teigs hab ich auf die Zutatenauflistung geschaut, nicht in den Text, und da stand der Zucker nicht… und den abgewogenen hatte ich ja schon mehr oder weniger in der Füllung. Verbuchen wir es unter goof.

Immerhin klappte der Quark-Öl-Teig auch ohne den Zucker, und bei der Süße der Füllung war das nicht weiter tragisch. Der Teig war gut zu handhaben, liess sich super überfalten, auch eingeschnitten, und mit etwas Routine bekäme man da sehr hübsche Taschen hin.

Zu bemeckern hätte ich noch, dass man bei der angegebenen Größe der Taschen und den Abständen im Normalfall zwei Backbleche braucht, und das (erneut, für Anfänger) auch erwähnen sollte.

Bestrichen habe ich meine Apfeltaschen nicht mit reinem Eigelb, sondern ich habe das Ei mit etwas Milch verquirlt, sonst wäre es etwas zu wenig gewesen. Statt Vanillepuddingpulver habe ich Speisestärke und gemahlene Vanille (und ein klein wenig mehr Wasser als angegeben) verwendet, was der Sache keinen Abbruch tat.

Im Wiederholungsfall würde ich (neben dem vergessenen Zucker) zwei Dinge anders machen: zum einen würde ich der Fülle ein paar geröstete Mandelstifte für etwas Crunch spendieren (sie schmeckt sehr eierlikörlastig, und die Textur lässt zu wünschen übrig). Zum anderen gehört für mich auf so eine Apfeltasche einfach Zuckerguß, der müsste da noch drauf.

Mit meinen eher mürben Äpfeln aus Schwiegermutters Garten ist mir die Füllung zu langweilig; ein ausgeprägt säuerlicher Apfel als Kontrast zum süßen Likör wäre hier angezeigt. Mit etwas Biß aus Mandeln o.ä. dürfte das aber ein paar wirklich leckere Taschen ergeben – und eine dieser Apfeltaschen ergibt eine durchaus sättigende Portion.

Trotz Tücke des Objektes ein gelungener Versuch, für den es vom Auftraggeber einen Daumen nach oben gab.

Aus Backen für Dummies habe ich noch nie etwas gemacht, und damit wird dies mein Beitrag zum Dauerevent Dein Kochbuch das unbekannte Wesen.

Print Friendly

Tags: , , , ,

4 Responses to Apfeltaschen mit Eierlikör

  1. Gabriele
    22. Februar 2013 at 21:13

    Hallo, ich wuerde gerne einige der grossartigen rezepte auf meiner website in den USA http://mybestgermanrecipes.com veroeffentlichen. Ich wuerde sie uebersetzen und einen link zu deiner webseite setzen.
    Waere das moeglich? Ich hab hier eine grosse USA-DE community auf FB geschaffen und die wuerden sich ganz sicher ueber deine Rezepte freuen.
    http://facebook.com/bestgermanrecipes
    LG Gabriele

    • FoodFreak
      23. Februar 2013 at 04:44

      Hallo Gabriele, natürlich kannst du gern meine Rezepte bei Dir übersetzt bloggen, gar kein Problem. Nur meine Bilder bitte nicht ;) – ansonsten ist das doch ganz deine eigene Leistung, und ich freue mich wenn Dir die Rezepte gefallen.

  2. 11. Juli 2013 at 17:59

    Mit Eierlikör, da lasse ich den Apfel weg und fülle die Taschen mit dem Likörchen (lach). Finde ich irgendwie famos, das Rezept.

Add Comment Register



Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Protected with IP Blacklist CloudIP Blacklist Cloud

Bento-Boxen

I do



Projekt Kim Chi. Teilnahme bis 21. April 2014

Letzte Kommentare

Food Inspiration

Follow Me on Pinterest 
My Pinterest Badge by: Jafaloo. For Support visit: My Pinterest Badge