Tilapia mit Drei-Aromen-Sauce – Pla Sam Rod

Dieser Artikel wurde zuletzt am 31. August 2015 aktualisiert

Trotz (immer noch geltender) Blog-Pause tauche ich heute mal aus der selbstgewählten Versenkung auf, um meine Event-Teilnahme zu Foodinas „Thai-Wo(ch)ken“ abzuliefern. Das warme Wetter der letzten Zeit war wie geschaffen für die Thai-Küche, und als letztes Indiz, dass ich das Rezept, das ich schon länger auf der nach unten offenen Nachkochliste ™ habe, kochen sollte, hatte der Supermarkt des geringsten Mißtrauens kürzlich wunderbares frisches Tilapia-Filet im Angebot. Tilapia ist – wenn es die richtige Sorte ist (es gibt Unmengen dieser Süßwasserbarsche) – nicht bloß völlig grätenfrei, sondern vor allem auch schön fest, und damit für Zwecke wie das stückchenweise Frittieren bestens geeignet.

Tilapia mit Drei-Aromen-Sauce - Pla Sam Rod

Pla sam rod (ปลาทอดสามรส – wörtlich: Fisch Drei Geschmack) ist ein Klassiker der Thai-Küche, man findet ihn in ungezählten Varianten, die drei Geschmäcker sind süß, salzig (von der Fischsauce) und säuerlich, Tamarinde ist unverzichtbar zum Säuern, aber dank der Chilis kommen eigentlich die stilechten vier Geschmäcker Südostasiens wieder zusammen. Ich habe mich schließlich für das Grundrezept von Shesimmers entschieden, weil es mir einfach und gut erschien.

Der Fisch ist ganz einfach zu machen: den Tilapia in mundgerechte Stücke schneiden, leicht salzen, in Reismehl (bei mir: Klebreismehl) wenden, und in heißem Öl (hier: Kokosfett) kurz ausfrittieren. Leela wendet die Fischstücke dann in der Sauce, ich habe diese lieber vorsichtig darüber gegeben.

Überhaupt: die Sauce.


Drei-Aromen-Sauce aus Thailand

adaptiert nach SheSimmers

Ergibt: 1 Rezept

Zutaten

  • 40 Gramm kleine rote Thai-Chilies, entstielt
  • 40 Gramm Knoblauch, geschält
  • 40 Gramm Schalotten, geschält
  • 20 Gramm Korianderwurzeln und/oder -stiele
  • 150 Gramm Palmzucker, gehackt
  • 125 ml Wasser
  • 70 Gramm Rohrzucker
  • 80 ml Fischsauce
  • 80 ml Tamarindenmus, aus dem Glas
  • 2 Esslöffel Öl, hier: Kokosöl

Zubereitung

  1. Chilis, Koriander, Knoblauch und Schalotten im Elektrohacker zu einer groben Paste mixen. In einem kleinen Topf im Öl anschwitzen, bis es duftet.
  2. Die übrigen Zutaten zufügen, zum Kochen bringen, dabei rühren, damit der Zucker nicht anbrennt. Auf kleiner Flamme 10-15 Minuten einköcheln lassen. Kalt werden lassen.
  3. Zu frittiertem Fisch oder Huhn servieren.
  4. Tipp: zubereitetes Essen mit Koriandergrün bestreuen, das rundet die Sauce ab.

Die fertige Sauce ist mir einen Tick zu süß, bei Leela kann man aber lesen, dass man die Aromen nach Geschmack pimpen soll – für mich müsste noch etwas mehr Fischsauce und Tamarinde oder ein guter Schuss Reisessig dran. Auf jeden Fall schmeckt und duftet die Sauce nach Thai-Straßenküche, einfach lecker, und brennend scharf – taube Stellen auf der Zunge sind eine durchaus normale Nebenwirkung 😉

Mit dem Fisch harmonierte die Sauce bestens; die zubereitete Menge reicht uns zweien allerdings noch eine ganze Weile. Un-be-dingt sollte zu dem Essen weißer Reis zum Löschen und Gurkenscheiben (oder frischer Kohl) gereicht werden, die die Schärfe nehmen (ausserdem machen das alle Straßenküchen in denen ich war auch so). Die Korianderblättchen auf dem Essen sind nicht einfach nur Deko, sondern gehören zur Aromenkomplexität dazu.

Am Tag drauf haben wir die Sauce zu etwas gebratenem Huhn gegessen, und da wurde mir auch klar, woher mir die Aromatik so bekannt vorkam: es ist im Prinzip eine etwas rustikalere selbst gemachte Version dessen, was man in Flaschen als Chili Sauce for Chicken findet – nur leckerer.

Beim nächsten Mal werde ich auf jeden Fall nicht nur Korianderstiele, sondern auch -wurzeln verwenden, und die Säuremenge erhöhen. Die Sauce ist eine ideale Allzweckwaffe, um relativ neutrale Dinge mit einem richtigen Geschmacks-Wumms zu versehen. Auch zu Frühlingsröllchen kann ich sie mir als Dipp (eventuell mit Essig verlängert) bestens vorstellen.

Ein sehr gelungenes Experiment, danke an Foodina für die Anregung 🙂


Thai-Wo(ch)ken

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Appetit bekommen? - Hungry for more?

4 Antworten

  1. Das muss hier unbedingt auf dem Teller landen – ich werde wohl nicht ganz stilecht Zander aus Eigenfang dafür opfern 😉

  2. la23ng sagt:

    Oh, oh ja. Das kommt auf die Nachkochliste. Die Sauce wollte ich schon immer mal in gut haben.

  1. 17. August 2012

    […] Foodfreak mit Pla Sam Rod – Fisch mit Drei-Aromen-Sauce […]

  2. 27. Mai 2014

    […] Tilapia mit Drei-Aromen-Sauce […]

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