Kühlschränke vergleichen – Drei Beispiele

Dieser Artikel wurde zuletzt am 30. August 2015 aktualisiert

Wie ich gestern schon versprochen habe, gibt’s heute die Tipps in der Anwendung zu sehen. Wie schon erwähnt, habe ich mich vor allem auf idealo.de und den Preisvergleich bei heise.de gestützt. Ich gehe für die hier vorliegenden Beispiele davon aus, dass Ihr die Vorüberlegungen zu Platz, Budget und gewünschten Features schon gemacht habt.

Der erste Blick auf die Kategorie Kühlschränke bei Idealo:

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Das ist erst mal relativ selbsterklärend; interessant wird es bei der „erweiterten Suche“ Also gehen wir das Ganze doch am Beispiel an.

Beispiel 1: Kühl-Gefrier-Kombination, max. 60 cm breit

Diese Suche dient mir als erstes und umfangreichstes Beispiel, einfach weil es lange Zeit „meine“ Suche war. Die Anforderungen:

  • max. 60 cm breit
  • möglichst viel Kühl- und Gefriervolumen
  • No-Frost
  • Null-Grad-Zone
  • optional, aber wünschenswert: Stahlfront oder Stahl-Look
  • energiesparend, im Idealfall A+++

Wähle ich im Menu direkt die Punkte Kühl-Gefrier-Kombination und A+++, werden mir (heute) noch 57 Geräte angezeigt. Jetzt heisst es filtern mit der erweiterten Suche.

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Am schnellsten geht das im Abschnitt „Top-Begriffe“. Tatsächlich taucht das No-Frost-System nochmal unter „Sonstige Eigenschaften“ auf, und es gibt eine eigene Untergruppe nur zum Thema Null-Grad-Zone.

Hat man jetzt No-Frost und Null-Grad-Zone ausgewählt, ergibt die Suche: nichts, bzw. die Kombination ist so nicht möglich. Toll. Anzunehmen wäre also dass es keine A+++-Kühlschränke mit Null-Grad-Zone gibt. Schaut man aber nach unten in den Bereich „Null-Grad-Zone“, ist noch eine Option anwählbar.

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Und das sind die Ergebnisse.

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Die Gegenprobe bei heise.de, Kategorie Kühl- und Gefrierkombinationen

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Hier wird, etwas treffsicherer, von einer Kaltlagerzone gesprochen. Dafür wirft die Auswahl Kaltlagerzone. No-Frost, A+++ aber nur 4 Geräte aus.

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An dieser Stelle werfen wir einen Blick auf Verbrauchswerte, Stauraum, und natürlich den Preis. (Optional auch auf dB-Zahlen = Geräuschentwicklung). Das Blomberg-Gerät fällt für mich raus, da ich Blomberg-Kühlschränke schon gesehen und angefasst habe, das käme für mich gar nicht in Frage. Über 1400 Euro ist bei mir ebenfalls Schluss. Damit bleibt bei Heise für mich schon mal nur ein Liebherr über. Liebherr ist zwar sehr sparsam, in die sehr gut isolierten Geräte passt aber nicht allzu viel rein.

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Bereinigt um Stromverbrauch und Nutzinhalt sieht das Ergebnis dann so aus, dass für mich noch ein Gerät über bleibt, der Samsung RL-60GQERS. Angenehmerweise ist das auch ein Gerät mit Top-Bewertungen.

Womit es (nach einem nominellen Ansehen eines Vergleichsgeräts im Fachhandel, was bei Samsung sehr schwer ist) mit dem Preisvergleich losgeht. Beim Preisvergleichen stolpere ich auf ein paar Webseiten darüber, dass sie dem Samsung keine Null-Grad-Zone zuordnen, und etwas irritiert surfe ich erst mal bei Samsung.de, bis ich raushabe, dass das System dort Cool-Select-Zone heisst. (Und dass der Kühlschrank auch Anti-Fingerprinting hat, jippie).

Preise vergleichen

Zwar listet Heise, aus welchen Gründen auch immer, den Samsung nicht bei der Suche, hat das Gerät aber bei Eingabe der Typbezeichnung durchaus im Vergleich.

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zum Vergleich Idealo

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Pixxbay liefert nur mit Nachnahme oder Vorkasse, beides kommt für mich nicht in Frage, ausserdem gab es (glaube ich) auch keine Liefern-bis-an-den-Aufstellort-Option. Anbieten tut das Wagner, und der Preis von Wagner sieht auch gut aus. Nachdem ich mir allerdings einen Abend lang Kundenbewertungen zu Wagner durchgelesen habe, nehme ich davon Abstand, dort etwas zu bestellen. Gerade bei günstigen Großgeräten, die angeblich auf Lager sind, kommt es da anscheinend häufiger zu massiven Verzögerungen.

Bei redcoon werden 1,95% vom Auftragswert für Kreditkarte oder Paypal fällig; auch hier: Vorkasse oder Nachnahme (und Sofortüberweisung ist auch Vorkasse) kommen für mich bei so einer Summe und so einem Gerät nicht in Frage. Aber mit den Gebühren könnte ich leben. Inklusive die von mir gewünschten Transportleistungen (aber ohne Kreditkartengebühr) kostet mich das Gerät hier 1221 Euro.

redcoon Samsung

Bei T-Online bezahle ich für das gleiche Paket € 1.287,99, bei Amazon (mit Versand durch Amazon) € 1282,99. (Preise vom 21.03.2012). Bei meiner ersten Suche war der Kühlschrank bei allen Anbietern noch etwas günstiger; und dann bei Redcoon gar nicht mehr im Sortiment. Im Elektro-Fachmarkt hätte man mir das Gerät gern bestellt, für rund 100 Euro mehr.

Und jetzt geht’s ans Rechnen. Wie ich ja schon schrieb, ist A+++ gut für Euren Stromverbrauch – aber rechnet sich das?

Wenn es nicht das High-End-Gerät sein muss, sondern auch A++ sein darf, sieht das Suchergebnis nämlich ganz anders aus – und auch die Preise. Ein weißer Samsung RL56GHGSW1 kostet z.B. derzeit, bei ansonsten fast identischen Features, € 673,93 bei Amazon (plus 14,99 für die Altgerätentsorgung). Das Gerät verbraucht nominell (bei 13 Litern weniger Kühlraum) 40 kWh im Jahr mehr, in 10 Jahren sind das 400 kWh Mehrverbrauch, bei einem Strompreis von ca. 30 Cent wären das gerade mal 120 Euro. Für mich müsste es Stahl sein – den Samsung RL-56GRGIH gibt es bei Alternate inklusive Transportdienstleistungen derzeit für 829 Euro, nur die Markierung „im Zulauf“ würde ich erst verifizieren (wann mit Ware zu rechnen ist). Der Samsung RL-56GRGIH braucht 260 statt 190 kWh im Jahr, auf 10 Jahre gerechnet also 500 kWh, selbst wenn wir stark steigende Strompreise – sagen wir 40 Cent – ansetzen, sind das fast 400 Euro Ersparnis gegenüber 200 Euro Mehrstromverbrauch, d.h. in 20 Jahren würde sich A+++ bezahlt machen. Darüber sollte man nachdenken.

Beispiel 2 – Einbaukühlschrank

Die Kriterien:

  • maximal 125 cm hoch, 54,5 cm breit, 55 tief
  • ein gutes Gemüsefach (BioFresh oder sowas)
  • ein Viersterne-Gefrierfach (eine TK-Truhe im Keller ist vorhanden, aber man will nicht für Kleinkram immer in den Keller müssen)
  • möglichst sparsam

Was als erstes auffällt, ist, dass Heise und Idealo unterschiedliche Größen angegeben haben bei ihren Filtern. Ob etwas 85 oder 90 cm hoch ist oder die Grenze der Auswahl bei 125 oder 140 cm liegt, macht insbesondere beim Filtern für einen Einbaukühlschrank einen erheblichen Unterschied.

heiseeinbau

Was als zweites auffällt: auch bei unterschiedlichen Suchergebnissen (kein A+++ bei Heise) kommen in einer bestimmten Größenklasse fast ausschliesslich Geräte der Bosch Hausgeräte Gruppe (Siemens, Neff, Bosch) als Ergebnisse heraus.

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Auch hier würde ich kostenbereinigt nicht zu A+++ greifen.

Grundsätzlich gilt, dass Einbaukühlschränke die wohl problematischste Geräteklasse sind, da sie sich zwingend am umbauenden Schrank orientieren müssen und deswegen auch weniger tief sind und damit weniger reinpasst, und das Kühlen in der Umbauung aufwändiger ist. Genaues Maßnehmen ist also in diesem Fall unerlässlich!

Beispiel 3 – Side by Side

Musste kommen, oder? 😉

Kriterien:

  • Side-by-side (ach)
  • A++
  • kein Wasserspender
  • No-Frost
  • Null-Grad-Zone
  • Lautstärke bis 40 dB

Tücke des Objektes: auf Features, die man nicht haben will, zu filtern – das geht schlicht nicht, da ist Handarbeit oder ein scharfes Auge gefragt. So nett ein Eis- und Wasserspender ja auch ist, aber am Zielort steht schlicht kein Wasseranschluss zur Verfügung. Samsung hat Lösungen mit Tanks wegen der Keimgefahr eingestellt; von LG gibt es noch ein solches Gerät, aber das bedeutet nicht nur auf der Gefrierseite Raum für den Wasserspender zu verlieren, sondern auch auf der Kühlseite Platz an den herausnehmbaren Tank zu vergeuden. Wasser kann ich auch anders kalt stellen.

heise.sidebyside
idealo.sidebyside

Ohne Wasserspender findet man zumindest mit der Anforderung No-Frost und Null-Grad Zone nur noch LG (wenn wir mal ein paar Billighersteller gedanklich ausblenden).

Zur Auswahl stehen hier ein LG GS5164AEFZ, in A++, und der LG GS3159PVJV1 in A+ – der aber keine echte Null-Grad-Zone hat, sondern nur einen Moist Balance Crisper. Das A+-Gerät verbraucht rund 100 kWh im Jahr mehr bei ausserdem etwa 20 Litern weniger (!) Gefrierraum, das macht auf 10 Jahre bei konservativen 30 Cent je kWH immerhin 300 Euro. Das ist ziemlich genau auch die Preisdifferenz der beiden Geräte. Dank des grösseren Gefrierteils und der schickeren Technik (LED Innenbeleuchtung etc.) habe ich mich deswegen für den LG GS5164AEFZ entschieden. Und liefern tut ihn mir Amazon.de – mit Wunschtermin. Ob und wie das klappt lest Ihr dann in 10 Tagen…

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Appetit bekommen? - Hungry for more?

5 Antworten

  1. Auch hier wieder danke für die Tipps – mir war nicht klar. dass man so detailliert suchen kann. Ich wünsche dir jedenfalls, dass du dich bald an deiner Entscheidung erfreuen kannst 🙂

  2. Nadja sagt:

    Neid!!! Das ist ja ein Side by Side 🙂 Auch haben will. Naja meiner ist ja auch nicht schlecht, zumindest solange er es noch tut 😉 Bin auf die folgende Berichterstattung gespannt. Gruß Nadja

  3. CarmenHi sagt:

    Hallo Petra,

    wow. Ich bin begeistert von Deiner GRÜNDLICHEN Recherche. Ich habe mir vor 3 Jahren einen Liebherr mit No Frost Gefrierfach und Nullgradzone gekauft. Ohne Eis/Wasserspender – brauche ich nicht.
    Fazit: Umwerfend! Ein Salatkopf ist nach 7 Tagen noch brauchbar. Den hätte ich in meinem ollen alten Kühlschrank nach 2 Tagen spätestens wegschmeißen können. Käse hält sich ewig…und und und…

    Aber sicher ist der LG auch gut. Und jetzt erstmal jetzt schon viel Spaß mit dem Teil.

  1. 21. März 2012

    […] heute voraussichtlich meinen Kühlschrank bestellen werde, gibt es morgen dann noch den Artikel: Kühlschränke vergleichen – Drei Beispiele. Tags: Einkauf, HowTo, […]

  2. 16. Dezember 2012

    […] habe mich ja schon über die Tücken der Kühlschrankwahl und wie man einen Kühlschrank kauft in diesem Blog ausgelassen; damals versprach ich einen […]

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