Hammel Müller-Thurgau 2009 trocken

Dieser Artikel wurde zuletzt am 9. Mai 2016 aktualisiert

2012-03-06-Canon EOS 350D DIGITAL-50.0 mm-8914-hammel-mtEin Neubeginn soll die Weinrallye #49 also werden, die Frau CucinaCasalinga ausruft, ein Reboot für einen Klassiker unter den Blog-Events. In gewisser Weise passt mir das ganz gut, denn auch bei mir soll das Thema Wein, neben anderen neuen Themen, in Zukunft zumindest ein klein bisschen mehr in den Vordergrund rücken. Aber halt: isch bin doch gar keine Weinblogger…?

Tatsächlich tue ich mich schwer damit – gegenüber den ganzen Experten, die das Social Web rund um Wein bevölkern, komme ich mir immer blöd vor.

Was hätte ich über Wein schon zu schreiben? Ich weiss gerade mal was mir schmeckt und worauf ich eher nicht so scharf bin; ich habe weder einen Weinkeller noch fühle ich mich sonstwie qualifiziert, fachkundig über Wein zu schreiben. Ich bin also nur, als Food-Blogger, interessierter Laie, wobei interessiert bedeutet, ich möchte Spaß an gutem Wein haben, den Rest überlasse ich gern den Profis.

Und Frau Casalinga wünscht sich nun ausgerechnet

Müller-Thurgau

als Thema, oy vey…

Die unvermeidlichen wikipedi-esquen Notizen zur Rebsorte (Rivaner, Anbaugebiete, etc.) könnt Ihr sicher alle selber googlen. Für mich ist Müller-Thurgau synonym mit Literflaschen, Schoppenweinen, und auch bei denen würde ich im Normalfall eher zu anderen Rebsorten greifen. Zeit, mal wieder etwas Neues zu entdecken 🙂

Von wegen häufige Rebsorte: Ich habe mich erst mal ganz schön schwer getan, überhaupt etwas zu finden. Der lokale Supermarkt hatte genau 1 der 2,49-je-Liter-Varianten, und einen Junge-Franken-Vertreter, der es eventuell geworden wäre, aber der nächstgrößere Edeka Markt pflegt seit vielen Jahren eine enge Beziehung zum Weingut Hammel in der Pfalz. Bei den Weinen von Hammel ist einiges dabei, das mir vom Stil her sehr gefällt, und der Blick ins Regal warf dann auch genau aus was ich suchte: Müller-Thurgau, die Literflasche im Bordeaux-Look, das Etikett im modernen Design des Weingutes.

Auf der Weinflasche (beim Winzer gibt es derweil den 2010er) steht

Duftig * oliven * aromatisch fruchtig * balkon * trocken * grillparty * jazz * antipasti * sommer im garten * spritzig-frisch * meeresfrüchte * am pool * vegetarische köstlichkeiten * harmonisch * eiskalte sommerschorle * abend am see * kammermusik * parma schinken * kochen mit freunden * crostini * rythm & blues * veranda * mozzarella caprese * schmeckt zu allem was schmeckt * Gut gekühlt bei 6° C genießen.

Das mit Grillparty, Sommerschorle, Abend am See muss noch warten, aber man kann ja schon mal vorverkosten… und wie es das Schicksal will wird im Haus Foodfreak dieses Jahr im Wortsinn Bedarf an Terrassenweinen bestehen. Also flug den Drehverschluss (finde ich bei schnell zu trinkenden Weißweinen absolut gut) aufgemacht und das blaß strohfarbene Stöffchen ins Glas gegossen.

Das erste Schnuppern am Wein enthüllt eine feine Muskatnote, plus den Geruch grünlicher Birnen und eine Apfelnote, angenehm fruchtig, aber dezent. Frisch und sommerlich schmeckt der Wein, aber auch nicht zu leichtfüßig, das gefällt mir schon mal.

Der im Edelstahltank ausgebaute Wein bringt in der 2009er Edition satte 12,5 % Alkohol mit, die spürbar Körper verleihen. Die Säure ist so, wie ich sie an einem Weisswein mag, und so eher nicht wie die Müller-Thurgaus die mir bislang begegnet sind (nämlich flache, sehr milde Weine).

An diesem Abend haben wir ein nicht sehr stark gewürztes rein vegetarisches Blumenkohlcurry auf dem Teller, zu dem der Wein eine ausgesprochen gute Figur macht. Gerade bei Currys finde ich die Weinauswahl wegen der konkurrierenden Gewürze oft nicht einfach; hier haben wir anscheinend den richtigen Griff getan. Eine angenehme Überraschung.

Mit runden 5 Euro für die Literflasche muss sich der Müller-Thurgau preislich nicht vor den Massenweinen aus der neuen Welt verstecken – er schmeckt gut, kommt von einem deutschen Traditionsunternehmen, und dürfte sicher auch bei mir mal eine Antipasti-Platte oder wieder ein weiteres leichtes Curry begleiten, und in Form einer Schorle kann ich ihn mir fabelhaft als Sommergetränk vorstellen.

Bleibt mir nur, danke zu sagen für den Anreiz, mich einem neuen Wein zu stellen – und auf weitere Weinrallyes. Prost!

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Appetit bekommen? - Hungry for more?

4 Antworten

  1. Nathalie sagt:

    Vielen Dank fürs Mitmachen! Schön, daß Du in Zukunft auch über Wein schreibst.

  2. Thomas sagt:

    Hihi das ich ausgerechnet bei dir auf Hammel Weine treffen würde hätte ich ja nicht gedacht! Aber ich finde du hast gut gewählt, wenn der Hammel was richtig gut kann, dann sind die aromatischen Weine und da gehört der Müller dazu!

  3. lamiacucina sagt:

    solche Bericht lese ich gerne, die Beschreibungen der „Experten“ brauchts nicht.

  1. 10. März 2012

    […] Foodfreak, Müller-Thurgau 2009 vom Weingut Hammel aus der Pfalz. […]

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