Suppe aus dunklem Miso und Süßkartoffel

Dieser Artikel wurde zuletzt am 31. August 2015 aktualisiert

Suppe aus dunklem Miso und Suesskartoffel, nach Washoku

Beim Durchforsten meiner Vorräte fand sich kürzlich ein Rest Hatcho Miso in Bio-Qualität. Zwar schreibt Hersteller Lima im Begleittext, Hatcho Miso sei aus reinem Soja hergestellt, deklariert aber völlig richtig einen Anteil von 0,8% gerösteter Gerste, was das Produkt leider nicht glutenfrei macht. Zum Wegwerfen war mir das gute Stöffchen dann aber doch zu schade, und die geringe Menge Gluten ist ausnahmsweise zu verschmerzen.

Wer sich das nicht erlauben kann, kann gegebenenfalls auf Genmai Miso von Arche (oder ein anderes gerstenfreies dunkles Miso) ausweichen. Ich habe, nachdem ich u.a. die Peaches with Pungent Red Miso Sauce aus Washoku: Recipes from the Japanese Home Kitchen sehr spannend fand, das Buch aus dem Regal genommen. Elizabeth Andoh ist immer eine gute Wahl, wenn es um japanische Küche geht.

Ausgesucht habe ich mir eine ganz einfache und fast vegetarische Suppe. Fast, weil im Original Dashi verwendet wird (das aus Kombu und Bonito-Flocken gemacht wird) und noch katsuo-bushi reinkommt, also besagte Fischflocken. Immerhin ist das Gericht damit Pescetarier-tauglich.


Suppe aus dunklem Miso und Süßkartoffel

nach: Elizabeth Andoh – Washoku

Ergibt: 2 Portionen

Zutaten

  • 1 kleine (japanische) Süßkartoffel, ca. 150 g, ungeschält und in 1-cm-Würfelchen geschnitten (ich habe meine geschält)
  • 1 Teelöffel Kaisernatron (baking soda)
  • 1/2 Liter Wasser
  • 1 Liter Dashi, nach Grundrezept (siehe Anmerkungen)
  • 1 Teelöffel Sojasauce, hier: Tamari
  • 1 Schuss Sake
  • einige Schnittlauchhalme, gehackt, hier: Lauchzwiebelgrüm
  • 2 Esslöffel dunkles Miso, vorzugsweise Hatcho Miso
  • 1/4 Tasse katsuo-bushi (hier: 1 25-g-Beutelchen)

Zubereitung

  1. Die Süßkartoffel mit Wasser und Natron 1-2 Stunden einweichen, mindestens aber 30 Minuten.
  2. Abgießen, mit Dashi, Sake und Sojasauce zum Kochen bringen, abschäumen, und köcheln (ein paar Minuten) bis die Süßkartoffel weich ist. Süßkartoffel mit einem Schaumlöffel herausheben und in vorgewärmte Suppenschalen legen.
  3. Bonito-Flocken zugeben. Nach 40 Sekunden umrühren. Durch ein feines Sieb auf die Süßkartoffeln seihen, mit dem Schnittlauch oder Lauchzwiebelgrün bestreut servieren.

Anmerkungen:

Da ich nur noch 1 Beutelchen Katsuo-bushi hatte, habe ich mich bei der Brühe für einen schon häufiger angewendeten hack entschieden: man nimmt eine gute (möglichst wenig salzige) Gemüse- oder Hühnerbrühe, erhitzt sie, und lässt einen Teelöffel Wakameflocken darin zwei bis vier Minuten ziehen, und seiht durch. Das ist natürlich kein richtiges Dashi, aber hat die rauchig-meerige Note, die zur Abrundung der Suppe ideal ist. Da hier ohnehin nochmal katsuo-bushi zur Suppe kommt, ist das erst recht eine gute Lösung gewesen.

Die würzige Note des Hatcho Miso verbindet sich sehr angenehm mit der Süße der Süßkartoffel, ein leichtes, sehr japanisches Essen.

Wer gern Misosuppe mag, wird vielleicht Freude an einem Artikel von Japanese Food Report haben (weiter oben auch mit Dashi verlinkt), der sich mit 66 verschiedenen Varianten von Misosuppe befasst.


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Appetit bekommen? - Hungry for more?

2 Antworten

  1. Miso muss ich mir auch mal wieder zulegen. Warum muss die Süßkartoffel eigentlich eingeweicht werden?

    • FoodFreak sagt:

      Elizabeth Andoh schreibt, das in Japan Süßkartoffeln in einer Alaun-Lösung eingeweicht werden, die dabei hilft, dass die Schale ihre rötliche Färbung behält und das Süßkartoffel-Fleisch orange bleibt, statt in der Brühe einen schmutzig-grauen Farbton anzunehmen, und schlägt ‚baking soda‘ als Ersatz für die myõban sui genannte Alaun-Lösung vor.

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