DKduW – Dezember 2011 / Januar 2012

Dieser Artikel wurde zuletzt am 22. Juni 2014 aktualisiert

Morgen ist der 1. Februar, aber gefühlt könnte es auch der 1. Januar sein – irgendwie ist alles auf Anfang hier, und die letzten Altlasten aus 2011 scheinen erst jetzt langsam ihren Abschluß zu finden. Da passt es ganz gut, dass ich auch noch etwas nachzureichen habe, nämlich die Beiträge zu Dein Kochbuch das unbekannte Wesen aus dem Dezember und dem Januar. Um Altlasten handelt es sich in diesem Fall allerdings nicht, eher um neue alte Inspirationen.

Wer Kleingebäck nach der Weihnachtszeit noch sehen kann, wird zum Beispiel viel Freude an den Schokoladen-Biscotti mit Oliven haben, die die Zwergenprinzessin hervorgezaubert hat (und ich vermute, wem klassisches Weihnachtsgebäck zu den Öhrchen herauskam, der wird sich dennoch für diese höchst ungewöhnlichen Kekse erwärmen können.)

Entdeckt hat sie die Gebäckhappen, in die auch noch Olivenöl und Pinienkerne hineinkommen, in einem Kochbuch, in dem sie bei Freunden gestöbert hat: Backen mit Leila, von Leila Lindholm, dessen wundervolle Fotos und etwas verrückte Rezepte es ihr gleich angetan haben. Danke für den Tipp!

Ihr habt es ja wahrscheinlich mitbekommen, ich habe einen Ganzjahres-Kochevent unter dem Titel Koch den Vinz gestartet, und mein erster Beitrag dazu war auch gleichzeitig einer zu DKduW, denn obwohl ich Vincent Klink – Meine Küche einfach fabelhaft finde, hatte ich daraus noch nie was gekocht. Das wird sich ja nun 2012 ändern… Zum Einstieg habe ich Rinderrücken mit Portwein-Schalotten gemacht.

Die Portweinschalotten sind der absolute Hit. An dem Buch gefällt mir die schnörkellose Küche, die ohne allzuviel Sättigungsbeilagen und Schäumchen von und Dekoratiönchen an und Extra-Ingwer-Vanille zu auskommt.

Zu den wohl meist gelobten und genannten Kochbüchern im Jahr 2011 zählte „der“ Ottolenghi – gemeint ist damit Plenty: Vibrant Recipes from London’s Ottolenghi, auf Deutsch auch unter dem Titel Genussvoll vegetarisch. mediterran-orientalisch-raffiniert (seriously?) zu haben.

Daraus hat Arthur’s Tochter (kocht) sich eine Pilz-Käse-Lasagne ausgesucht.

Ihr Fazit:

Kalorienärmer geht anders (…). Besser aber kaum!

„Granatenmässig“ fand auch Claus von Nur das gute Zeugs das Gericht, das er nach einem Starkoch-Kochbuch zubereitet hat, Le migliori polpette di tonno nämlich.

Rezepte, die eben einfach und immer funktionieren und schmecken, das ist sein Fazit zu Genial italienisch von Jamie Oliver. Dem ist wenig hinzuzufügen.

Von einem modernen Klassiker zu einem der Kochbuchklassiker überhaupt, Henriette Davidis‘ Praktisches Kochbuch für die gewöhnliche und feinere Küche. Tina von Chocolate River kann sich besonders an den antiquierten Formulierungen und Mengenangaben ergötzen, tritt aber durchaus auch den Beweis der Praxistauglichkeit an.

Der Auflauf von Äpfeln und Reis, eine Art überbackener Milchreis, klingt sehr lecker, und wer will, kann (danke für den Hinweis) das Kochbuch auch im Projekt Gutenberg im Original einsehen.

Lustigerweise gab es auch in der Cooketteria überbackenen Reis, genauer Terrine ou Teurgoule, eine Reisterrine nach Gaston Lenôtre. Noch ein Küchenklassiker 🙂

Desserts de France von Gaston Lenôtre ist nur noch antiquarisch erhältlich. Auch wenn die Vorliebe von Monsieur Lenôtre für reichhaltige Desserts und viele Eier im Gebäck von der Testköchin nicht unbedingt geteilt wird, hat sie seit dieser Aktion ein neues Milchreis-Lieblingsrezept – zur Nachahmung empfohlen!

Frau Multikulinaria kommt uns im Januar quasi regional, denn noch auf dem Krankenbett hat sie aus Die Berliner und die brandenburgische Meisterküche geköchelt.

Für die Mohn-Kartoffelecken auf Feldsalat war nämlich alles im Haus, und ich habe so ein Gefühl, als könne Peggy demnächst auch gezielter auf der Jagd nach Zutaten für Rezepte aus diesem Buch sein…

Aus einer Regionalküche stammt auch der zweite Beitrag der Cooketteria zu dieser Runde von DKduW, aus „Ächti Schwizer Chuchi“ nämlich, zu Deutsch Aus Schweizer Küchen von Marianne Kaltenbach.

Die Aargauer Helsweggen sind ein traditionelles Neujahrsgeschenk an Patenkinder, eine Tradition die aber scheinbar langsam ausstirbt. Cooketteria schreibt zum Buch

Keine Fotos, dafür viele Illustrationen (leider fast keine zum Aussehen der Gerichte), die Schrift ist recht klein und das Format eher unhandlich. Und trotzdem liebe ich das Buch heiss und innig. Wegen den Geschichten zu den einzelnen Gerichten, Erklärungen zu Traditionen und Brauchtum und weil sich das Nachkochen der Rezepte wirklich lohnt. Ausserdem finden sich darin auch viele Gerichte mit sehr ungewöhnlichen Namen, wie z.B. „Schunggebegräbnis“(=Schinkenbegräbnis) oder „Alte Maa“(=alter Mann).

Den Abschluss macht diesen Monat Prost Mahlzeit, wo nach einem Rezept aus Schneller Teller von Stevan Paul gekocht wird. Stevan Paul aka Herr Paulsen aka Nutriculinary ist wahrscheinlich den meisten von Euch ein Begriff, in dem Buch findet man die gesammelten Rezepte der Rubrik Schneller Teller aus der Zeitschrift Effilee.

Der Warme Linsensalat mit Blunzn ist ein Küchenklassiker, und hat gut gemundet – die Rezepte sind schnell und einfach zu machen, und es schmeckte hervorragend – was will man mehr?

Ich bedanke mich ganz herzlich bei allen Teilnehmern und freue mich schon auf die nächste Runde.


 
Wie immer: Ihr seid alle herzlich eingeladen, an diesem Event teilzunehmen – die Regeln stehen hier. Bitte benutzt die dort angegebene eMail-Adresse zum Einreichen Eurer Beiträge. Und sollte sich jemand mal im Round-Up nicht wiederfinden, bitte ich um kurze Info per Mail oder Twitter, es kann schon mal passieren dass mir ein Beitrag durch die Lappen geht; dann korrigiere ich das baldmöglichst.
 

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Appetit bekommen? - Hungry for more?

8 Antworten

  1. Véronique sagt:

    Das Buch von Henriette Davidis habe ich auf mein E-Reader, und genau dieses Rezept war mir letzte Woche aufgefallen… Wenn ich nicht so faul wäre, würde ich ein „Koch die Davidis“ starten. 🙂

  2. Wieder einige verlockende Sachen – die Mohnkartoffeln wandern wohl bald auf den Speiseplan 🙂

  3. Danke für die charmante Zusammenfassung! Es macht immer wieder Spaß, interessante oder längst vergessene Bücher und Rezepte in dieser Rubrik (wieder) zu entdecken. Die Pilz-Käse-Lasagne war mir zum Beispiel noch gar nicht so wirklich aufgefallen, obwohl ich mir den Ottolenghi zu Weihnachten geschenkt hatte…

    • FoodFreak sagt:

      Ich muss in Plenty auch mal einen längeren Blick werfen. Die Lasagne gehört zwar weniger zud en Sachen die mich anmachen würden, aber das Buch ist ergiebig und das Jahr lang 😉

  4. Cooketteria sagt:

    Danke für die tolle Zusammenfassung! Die Polpette di Tonno sehen so verlockend aus, die wandern direkt auf meine To-Do-Liste.

  5. Barbara sagt:

    Danke für die schöne Zusammenfassung, wieder mit schönen Schätzen!

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