Schweinefleisch mit Tamarinde, Thai-style

Dieser Artikel wurde zuletzt am 3. September 2015 aktualisiert

Schweinefleisch mit Tamarinde, Thai-style

Schnell, lecker, thailändisch, und dabei oft jenseits der altbekannten Klassiker, das sind die Stichwörter, die mir zu dem kleinen Büchlein Thai-Wok von Karin Iden einfallen. Das 64 Seiten starke Bändchen ist 2001 bei Augustus erschienen, und nur noch antiquarisch zu finden. Die Rezepte darin sind mehr oder minder für zwei Personen konzipiert, und gegliedert nach Suppen & Snacks, Hauptgerichten, und Rezepten mit Reis und Nudeln, ausserdem gibt es ein paar typische Dipp- und sonstige Saucen zum selbst machen. Fast alles ist wirklich einfach zu machen und lecker – also genau richtig für zwei Asiaküchenfans wie den Liebsten und mich.

Eins der Gerichte hat uns in doppelter Hinsicht überrascht. Der Liebste ist kein großer Freund von Tamarinde, ich bin nicht unbedingt ein Fan von Staudensellerie, in diesem Essen finden sie aber zusammen unser beider Gefallen. (Asiatischer Staudensellerie – der auf dem Bild oben durch grüne Bohnen ersetzt wurde – ist ein feinstieliges Gemüse, mit einem feinen Geschmack, das eher an einen Bund Petersilie erinnert als an die robusten grünen Stangen).


Schweinefleisch mit Tamarinde – Nua Mu Makham

aus: Karin Iden, Thai-Wok

Ergibt: 2 Portionen

Zutaten

  • 2 Scheiben Schweinefleisch aus der Keule (400 g)
  • 4 EL Pflanzenöl
  • 1 EL helle Sojasauce
  • 2 EL Tamarindenmus
  • 2 Kaffir-Limettenblätter
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 frische grüne Chilischote
  • 
100 ml Rindfleischbouillon 
(Instant)
  • Saft von 1 Kaffir-Limette
  • Salz
  • 2 EL Fischsauce
  • 1 Bund asiatischer Staudensellerie
  • 1 kräftige Prise Szechuanpfeffer
  • 1 TL brauner Zucker
  • 1 TL Speisestärke
  • 1 EL Reiswein

Zubereitung

  1. Die Fleischscheiben trockentupfen und quer zur Faser in dünne Streifen schneiden. In 1 Esslöffel Öl und Sojasauce zugedeckt marinieren. Das Tamarindenmus in 3 Esslöffeln lauwarmem Wasser einweichen und durch ein Sieb streichen. Limettenblätter fein schneiden. Knoblauchzehe abziehen und zerdrücken. Die Chilischote entstielen, entkernen und fein hacken. Alles mit Tamarindenmus, Bouillon, Limettensaft, Salz und Fischsauce verrühren. Staudensellerie abbrausen und in 1/2 cm dicke Stücke schneiden. Restliches Öl in einem Wok stark erhitzen, das Fleisch unter kräftigem Pfannenrühren etwa 2 Minuten garen. Mit der gewürzten Bouillon ablöschen, Staudensellerie unterheben, mit Salz, Szechuanpfeffer und Zucker würzen; Speisestärke, 2 Esslöffel Wasser und Reiswein verrühren, zum Fleisch geben und einmal aufkochen lassen.
  2. TIPP — Tamarindenmus können Sie durch Zitronen- oder Limettensaft ersetzen.
  3. VARIANTE — Statt schmalgewachsenem asiatischen Staudensellerie können Sie auch grünen Spargel oder grüne Böhnchen nehmen. Diese vorher 4 Minuten in Salzwasser vorgaren.

So steht’s im Buch, und ich habe auch schon alle Varianten (Bohnen, Sellerie, Asiaspargel) mittlerweile durchprobiert. Die Variante mit Sellerie schmeckt am würzigsten. Bei Verwendung von Bohnen gare ich diese nicht vor, sondern taue sie maximal auf, und lasse sie in der Flüssigkeit garen bis sie die gewünschte Konsistenz haben.

Tipps zu den Zutaten

Anstelle von Kaffirlimette tut es normale Limette, den Reiswein kann man schlicht durch etwas Wasser zum Anrühren der Stärke ersetzen. In manchen Asienläden gibt es im Glas bereits fertiges (kernfreies) Tamarindenmus, das ich gern einsetze, es ist etwas teurer, geht aber auch erheblich schneller. Als Brühe kann man eigentlich alles nehmen was man zur Hand hat, bei mir ist das normalerweise selbstgemachte Hühnerbrühe. Wie schon bei den Reisnudeln mit Hackfleisch sollten Leute die auf Gluten empfindlich reagieren, berücksichtigen, dass die meisten Sorten Light Soy Weizen und damit Gluten enthalten, und evtl. auf Tamari ausweichen. Zu Szechuanpfeffer möchte ich nur auf die fabelhafte Website von Gernot Katzer verweisen.

Mittlerweile nehme ich für das Gericht ca. 600 g Schweineschnitzelfleisch, zwei frische grüne Thai-Chilis (die ich selbstredend nicht entkerne) und ansonsten etwa die Mengen von oben, das reicht für drei große Tellermahlzeiten oder 4-5 Leute im Rahmen eines family style Thai-Essens.

Guten Appetit!

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