Huhn im Pandanus-Blatt

Dieser Artikel wurde zuletzt am 16. Februar 2016 aktualisiert

Pandanus, oder Pandan, oder auch der Schraubenbaum (engl. screw pine) ist eine Pflanze, die – obwohl sie ursprünglich wahrscheinlich aus Hawaii stammt – für mich zu den typisch asiatischen Gewächsen und Geschmäckern zählt. Verwendet werden die langen, lanzettartigen Blätter, die ein betörendes Aroma verströmen, das auch schon mal als die Vanille Asiens bezeichnet wird – wohl, weil das Gewächs hauptsächlich zum Aromatisieren von Süßspeisen Verwendung findet. Aber auch in Hainanese Chicken Rice und nasi lemak kann man Pandanus finden, und natürlich in

Thai-style pandan chicken

Thailändischem Huhn im Pandanus-Blatt

Nachdem ich mir einige Rezepte im WWW angesehen habe, bin ich dann doch wieder bei David Thompson’s Thai Food gelandet, hauptsächlich weil ich dazu nichts weiter einkaufen musste. Für die Pandanblätter zeichnet übrigens Nicky von delicious:days verantwortlich – nachdem ich wochenlang in Hamburg kein einziges Büschel Pandan auftreiben konnte, hat sie mir als Foodbloggernothilfe großzügig ein Päckchen aus München geschickt – Danke!

(Und natürlich gab es am Tag drauf beim Hausasiaten, na? Richtig: Pandanusblätter im Angebot…)

In einer Strassenküche in Thailand habe ich zugesehen, wie geschickt Frauen die Hühnerstücke einwickelten. Thompson merkt an, das gehe in etwa wie Krawatte binden; andere Quellen befinden, dass es keine korrekte Art gebe das zu tun, Hauptsache das Blatt hält. Danach haben wir uns beim Wickeln gerichtet. Es gibt auch ein zwei Videos im Web die das „richtige“ Wickeln zeigen, manche Köche greifen gar zu Zahnstochern (was ich beim Frittieren als suboptimal empfände).

Gesehen habe ich in Thailand, wo ich gerade bei Huhn in Blättern bin, auch Huhn im Betelblatt , und wäre sehr neugierig das mal zu probieren. Auf der Karte der Strassenküche stand es nicht, aber das Gericht wurde an einem der Tische mit viel Freude in einer Gruppe verspeist. Leider kamen wir auch nicht dazu, dort nochmal zu essen und gezielt danach zu fragen. Ich habe dann doch gewisse Zweifel ob ich in Europa so ohne weiteres daun kaduk finden werde 😉


Thai-Huhn im Pandanus-Blatt – gai hor bai dtoei
Rezept von David Thompson – ergibt 4 Portionen

3 entbeinte gehäutete Hühnerkeulen; ca. 1 Pfund, ich habe Hühnerbrust verwendet
2 Korianderwurzeln, gut gereinigt und gehackt
eine Prise Salz
3 Knoblauchzehen, geschält
2 cm Ingwer, geschält
1 Prise gemahlener Sternanis, optional (habe ich weg gelassen)
10 weisse Pfefferkörner
125 ml süße Sojasauce {kecap manis)
5 Esslöffel Palmzucker; bei mir: 1 Scheibe
3 Esslöffen „Chinese red vinegar“, bei mir: Chinkiang-Essig
2 Esslöffel dunkles Sesamöl
2 Esslöffel Worcestershiresauce
ungefähr 15 Pandanusblätter
Öl, zum Frittieren
ein paar geröstete Sesamsamen

Jedes Hühnerfilet in etwa 5 Stücke zerteilen.

Korianderwurzeln, Salz, Knoblauch, Ingwer, Sternanis und Pfefferkörner mi einem Mörser zu einer Paste verarbeiten (bei mir: Elektrohacker), Sojasauce, Palmzucker, Essig;Sesamöl und Worcestershiresauce einarbeiten. Die Hälfte dieser Mischung benutzen, um das Huhn damit zu marinieren. Das Huhn über Nacht oder bis zu drei Tage im Kühlschrank durchziehen lassen. Die übrige Marinade beiseite stellen, sie wird als Dippsauce verwendet (siehe auch meinen Kommentar unten).

Das Huhn aus der Marinade nehmen und jedes Stück in ein Pandanblatt wickeln. Nicht zu heiß in einer Fritteuse oder einem Wok ausbacken, bis das Huhn Farbe nimmt und die Blätter goldbraun werden.

Restliche Marinade mit einem Esslöffel Wasser aufschlagen, Sesam darauf streuen, und als Dippsauce zum Huhn reichen.


Dabei kommt ein mild süßlich würziges, saftiges Fleisch mit nur eben einer dezenten Pandanus-Note heraus.

Ehe jetzt jemand fragt: ja, das Huhn wird vor dem Essen wieder ausgewickelt 🙂

Was uns zur Dippsauce bringt – ich finde sie passt gar nicht dazu. Ich würde lieber etwas säuerlich-scharfes, adstringierendes dazu haben, um die milde Süße des Huhns zu kontrastieren, also prik nam pla, oder noch besser Chilis mit Essig, prik nam som, um eine ausgewogene Mischung der „vier Aromen“ zu erreichen. Insofern reicht auch die Hälfte der Marinade für das Rezept.

Für eine volle Thai-Mahlzeit über einen Snack hinaus ist etwas gedämpfter Jasminreis die richtige Begleitung. Mir hat das Ganze – bis auf das Dippsaucen-Problem – sehr gut geschmeckt.

Und da ich noch mehr Pandanus gekauft habe – man weiss ja nie wann es das Zeug wieder gibt – freue ich mich auf weitere Rezepte mit den aromatischen grünen Blättern 🙂

For an English version of this recipe, click here

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Appetit bekommen? - Hungry for more?

4 Antworten

  1. nifo sagt:

    Danke für das Rezept, wird gleich mal in der Küche vorgeschlagen…

  2. Andrea sagt:

    hört sich schwer original an!! werde ich am Freitag umsetzen.
    Pbrigens: Die Pandan-Blätter lassen sich auch ein begrenzte Zeit einfrieren. Es gibt zwar leichte Geschmackseinbussen, aber besser als garkeine zu haben 😉

  1. 10. Mai 2011

    […] Die deutsche Fassung dieses Rezeptes gibt es hier. […]

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