Blätterteig Caprese

Dieser Artikel wurde zuletzt am 22. Juni 2014 aktualisiert



Eigentlich kam es zu diesem Rezept ja nur, weil in meinem Tiefkühler noch ein Päckchen Blätterteig Eiskristalle ansetzte, und ich eher zufällig in Coffee & Espresso ein Rezept für

Insalata Caprese in knusprigem Blätterteig

fand. Prima, das passte zu dem auf der Fensterbank darbenden Basilikum, und an ein bisschen Mozzarella und Tomate sollte es nicht scheitern.

Das Büchlein kam entweder als Geschenk oder als Spontankauf bei Amazon in meinen Haushalt – genau kann ich das nicht mehr sagen. Es ist eines der Zabert Sandmann Bändchen für 4,95 Euro, die auf rund 120 Seiten mit großformatigen und oft appetitanregenden Bildern irgendein Thema abhandeln, von Currys bis Vegetarisch.

Ds ist eine ganz normale Zweitverwertung von anderen Kochbüchern, und nicht selten finden sich darin wirklich schöne Rezepte. Im vorliegenden Buch geht es – auch wenn der Titel das nahe legt – weniger um das Kochen mit Kaffee und Espresso, sondern mehr um Küche wie man sie in Coffeeshops und Cafés findet – ein weites Feld.

In fünf Kapiteln wird das Thema angegangen:

  1. Step by Step – Espresso, Cappuccino & Co. zubereiten
  2. Heißes & Kaltes – Von Café de Cuba bis Orangenkaffee
  3. Desserts & Pralinen – Von Cappuccinocreme bis Sahnetrüffel
  4. Kuchen & Gebäck – Von Amaretti bis Schokotorte
  5. Snacks & Pikantes – Von Bagels bis Tramezzini

Die gut 70 Rezepte sehen einfach und nachvollziehbar aus und nur selten sind sie angsteinflößend (mein persönliches Panikobjekt ist ein zweifarbiges Konfekt mit Mokkabohnen). Es werden Klassiker geboten, und im großen und ganzen sollte das machbar sein.

Dachte ich.

Dann kam das besagte Rezept. In solchen Momenten bin ich wieder froh, dass ich in der Küche weiß was ich tue… ich gebe es hier so wieder wie es im Buch steht:

Insalata Caprese in knusprigem Blätterteig

4 Portionen

300 g Tiefkühl-Blätterteig
Mehl, für die Arbeitsfläche
1 Eigelb
700 g reife Tomaten
300 g Mozzarella
1 EL Balsamico-Essog
1 EL Olivenöl
Salz
Pfeffer
1/2 TL getrockneter Oregano
Basilikumblätter, zum Garnieren

Die Bklätterteigplatten auf einer Arbeitsfläche nebeneinander auslegen und etwa 10 Minuten antauen lassen. Dann übereinander legen und auf der bemehlten Arbeitsfläche dünn ausrollen. 6 Rechtecke von etwa 8×10 cm Größe ausschneiden. Aus den Teigresten etwa 1 cm breite Streifen schneiden. Das Eigelb verquirlen und die Rechtecke mit dem Eigelb am Rand einstreichen, dann die Teigstreifen als Rand darauf setzen und leicht andrücken.

Die Tomaten waschen und in Spalten schneiden,d abei die Stielansätze entfernen- Den Mozzarella abtropfen lassen und in Scheiben schneiden. Den Backofen auf 225 Grad C vorheizen.

Tomaten und Mozzarella auf den Teigplatten verteilen, jeweils mit einigen Tropfen Essig und Öl beträufeln. Mit Salz und Pfeffer würzen und den oregano darüber streuen.

Die Teigrechtecke im Backofen auf der untersten Schiene 15 bis 20 Minuten goldbraun backen. Mit Basilikum garnieren und sofort servieren.




Wo genau die Autoren von Coffee & Espresso 700 Gramm Tomaten auf der mickrigen Teigmenge unterbringen wollen, war mir von Anfang an unklar. Ich habe 500 g reife Strauchtomaten verwendet, und wichtiger noch; diese entkernt! – denn das fehlt im Rezept völlig. Bei der Flüssigkeitsmenge die ansonsten den Blätterteig runterdrückt hilft auch keine massive Unterhitze mehr.

Gut vorstellen könnte ich mir stattdessen z.B. im Ofen halb getrocknete Tomaten, die auch gleich für mehr Aroma sorgen würden.

Dann die Teigmenge. Mein Paket bestand aus 10 Scheiben (quadratischem) Blätterteig, insgesamt 450 Gramm. Davon habe ich 4 in Streifen zerlegt um die anderen 6 zu umrahmen, und hatte noch etwas Teig über den ich dann darauf gelegt habe. Auf das Hantieren mit Eigelb habe ich verzichtet, ebenso auf das extra Olivenöl, denn auch so war die Masse aus Tomatenachteln (etwa 2 Strauchtomaten je Blätterteigkissen), Käse und Essig feucht genug. 300 Gramm erscheint mir sehr eng bemessen.

Am Ende hatte ich 6 einigermaßen gelungene Teigkissen, die 6 kleine Appetithappen oder 2 volle Portionen ergaben. Ganz okay, aber nichts was ein Prädikat wie ‚muss ich wieder machen‘ verdient hätte.

Ich kann nur hoffen dass die anderen Rezepte aus dem Buch etwas besser sind, denn eigentlich finde ich die einzelnen Ideen doch sehr verlockend. Umso erstaunlicher ist, dass ich aus dem Buch noch nie etwas gekocht habe – weswegen ich diesen Beitrag zum Event DKduW – Dein Kochbuch das unbekannte Wesen einreiche.


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Appetit bekommen? - Hungry for more?

4 Antworten

  1. nesrin sagt:

    Sieht lecker aus. Blätterteig mag ich mit Gemüse sehr. Grüsse..

  2. Sabine sagt:

    Bei mir im Tiefkühler liegt noch ein Paket Dinkel-Blätterteig und wartet auf meine Eingebung! Das wäre eine Idee! Ich probiere es allerdings mal mit getrockneten Tomaten.

  3. Sophie sagt:

    Basilikumpflanzen scheinen zum Sterben geboren zu sein 😉 Ich könnte jedenfalls einen ganzen Friedhof bestücken. Apropos bestücken: Ich nehme dankend deine Vorlage und werde demnächst auch mal wieder ein paar Blätterteighäppchen basteln.

  1. 28. Mai 2011

    […] richtig überzeugt hat mich der Blätterteig Caprese ja nicht, aber das Buch wird dennoch eine zweite Chance […]

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