DKduW – Februar 2011

Dieser Artikel wurde zuletzt am 22. Juni 2014 aktualisiert

Beim Blick auf den Kalender stellte ich heute überrascht fest: huch, es ist ja schon März! Gut, man merkt es dran dass es morgens endlich wieder früher hell wird, aber das war’s dann auch zumindest in unseren Breitengraden an Frühlingsgefühlen. Aber ich will nicht meckern, vor 12 Monaten bin ich noch auf einem halben Meter Schnee auf Rügen herumgestapft… was sind schon ein paar Minusgrade, wenn man sich das Leben doch bestens mit leckeren Rezepten und interessanten Kochbüchern verschönern kann? Inspirationen dafür liefert die Februar-Ausgabe des Events Dein Kochbuch das unbekannte Wesen zuhauf.

Den Anfang macht dieses Mal Jim von No Kitchen for Old Men, zu dessen guten Vorsätzen im Jahr 2011 offensichtlich auch das Ausmisten seiner Kochbuchregale gehört – das habe ich bis auf die Dessert- und Backsektion gerade hinter mir… Dabei förderte er u.a. Kulinarische Streifzüge durch das Elsass zu Tage und stellt das Buch in seinem Beitrag auch gleich genau vor.

Typische elsässische Landküche ist es dann, was auf den Tisch kommt: Kachelmues, ein Gericht das hauptsächlich aus Zwiebeln, Milch, Sahne und ein paar Eiern besteht.

Ein Rezept mit dem eher kryptischen Namen GOOMF-Salat steuert Päm vom Mestolo-Blog bei, natürlich vegetarisch.

Des Rätsels Lösung: Die Buchstaben stehen für die Anfangsbuchstaben der Zutaten, nämlich Granatapfel, Orange, Olive, Minze und Fenchel. Der farbenfrohe und unverkennbar orientalische Salat aus dem Zabert-Sandmann-Softcover Orient vertreibt ein wenig das Grau der Aussenwelt und die Kälte und klingt sehr verlockend.

Winterlich, aber natürlich mit Mittelmeereinschlag kocht Frau Monambelles – zwar fand das Buch, das sie vorstellt, schon einmal seinen Weg in den DKduW-Event aber so ganz furchtbar genau nehmen wir das hier nicht, ganz besonders nicht bei so einem verlockenden Rezept!

Die Lauchpita aus Kozani kommt aus dem Buch Mediterrane Köstlichkeiten, das, wie Susa zu Recht verrägert anmerkt, auch kapitelweise unter anderen Titeln erschienen ist. Ich ärgere mich auch oft, wenn ich ein Kochbuch kaufe (oh, von $tollerAutor!) nur um dann festzustellen, dass es bereits mit anderem Titel im Regal steht, oder drei neue Rezepte dazu gekommen sind um eine andere Ausgabe zu produzieren.

Wo wir schon bei Griechenland und Mittelmeer sind, machen wir doch einen Abstecher an die Tafel von Tobias kocht! Die Schweinelende mit zweierlei Füllung finde ich überaus appetitanregend.

Mit Niedrigtemperaturgaren, so auch der Titel des eingesetzten Buches, habe ich gute Erfahrungen gemacht – sobald mir schönes Schweinsfilet über den Weg läuft, wird das im Hause Foodfreak nachgekocht! Der Hinweis, dass auf der Website der Autorin eine nützliche Gartabelle zu finden ist, sei hier auch nochmal wiederholt – sowas kann man immer gebrauchen.

Nesrin aus Nesrins Küche ist, wie so viele von uns, eine Kochbuchsammlerin, und sie blättert für ihr Leben gern in Büchern über türkische und osmanische Küche. Ich finde es schön zu sehen, dass eine in Deutschland lebende Türkin ihre kulinarischen Wurzeln so genau erforscht und sich dafür begeistert, und die Begeisterung kann man auch aus ihren Blogartikeln immer wieder mitnehmen.

Die türkische Küche. Rezepte aus dem Osmanischen Reich ist ein opulent gestaltetes Buch, mit toller Fotografie, wie man es bei einem Werk aus dem Christian-Verlag erwartet. Zwar sagt Nesrin selbst, dass ihr Bild der Hochzeitssuppe – Dügün Corbasi – nicht mit den Profibildern mithalten kann, aber darum geht es ja auch nicht.

Interessanter finde ich da schon ihr Urteil über das Werk: dass es nämlich authentische türkische Alltagsküche vermittelt. Danke für den tollen Buchtipp!

Zu den schönen Überraschungen dieses Events gehört für mich immer wieder, neue Kochblogs zu entdecken – diesen Monat war das Max von HerdHelden, der seinen Einstand mit einem Dr. Oetker-Kochbuch feiert, Italienisch kochen von A-Z.

Für die Cannelloni, neapolitanisch – Cannelloni alla napoletana hat Max den Nudelteig selbst gemacht, und findet dass das den Aufwand absolut wert ist. Überhaupt ist er mit der systematischen Herangehensweise des Buches ebenso zufrieden wie mit dem Ergebnis, mit anderen Worten: eine Buchempfehlung. Schade nur, dass es kein Foto des fertigen Gerichts gab – war wohl zu lecker um es vor dem Essen noch abzulichten 🙂

Dafür hat Barbara auf der Spielwiese ihre Pasta sehr appetitanregend fotografiert:

Die Pasta mit Broccoli-Sardellen-Sahne-Sauce wäre auch bei uns durchaus mehrheitsfähig, schon die schöne grüne Farbe bringt ein wenig Frühling auf den Tisch. Pate stand dafür Das grosse Pasta- Kochbuch aus dem Könemann Verlag, mittlerweile nochmal aufgelegt von Ullmann.

Gleich zwei Beiträge gibt es im Februar von Jutta aka Schnuppschnüss ihr Manzfred – und natürlich wird gebacken!

Da wären zum einen Dattelschnitten aus einem kleinen englischen Bändchen mit dem Titel More Favourite Cake Recipes.

Die Schnittchen kamen so gut an, dass das Buch wohl in Zukunft häufiger in Verwendung sein wird, und sich auch noch weitere Büchlein der retro-kitschigen Reihe bei Schnuppschnüss anfinden könnten.

Das zweite Rezept, aus Das beste Dr. Oetker Backbuch, erfuhr ein paar Abwandlungen – inspiriert von der Kochschlampe wollte Frau Schnuppschnüss nämlich eigentlich Ricotta-Käsekuchen backen; am Ende wurde es aber doch dieser Käsekuchen mit Streuseln.

Von der ein wenig unbefriedigenden Optik abgesehen, waren sowohl Jutta als auch ihr Liebster begeistert vom Geschmack des Kuchens.

Im Doppelpack nimmt auch Zorra im Kochtopf diesen Monat teil.

Rezept Nummer 1 sind Penne mit Chorizo-Rahm-Sauce … habe ich schon erwähnt dass noch ein Ring Chorizo in meinem Kühlschrank auf Einsatz wartet? 🙂

Das Originalrezept von Marcella Hazan aus Die klassische italienische Küche verwendet natürlich Salsiccia, aber diese Variante gefällt mir ausgezeichnet, und das Hazan-Buch fehlt auch noch un-be-dingt in meiner Sammlung…

Rezept Nummer zwei kommt (yippieh!) aus einem Betty-Bossi-Buch, Niedergaren leicht gemacht, und wie schon bei Tobias geht es hier ums Niedertemperaturgaren. Allein schon wegen der Sauce muss ich die Sesam-Pouletbrüstli mit Sesam-Hollandaise nachmachen, das klingt unglaublich lecker!

Im Hause Brot und Rosen wird ebenso fleissig in alten Kochbüchern geblättert und daraus gekocht. Und wir finden das dritte Dr. Oetker Buch in diesem Round-Up – Schlank und Fit. Es hat so ein typisches 80er-Jahre-Titelfoto, finde ich. Bei Fit und schlank und kalorienarm denkt man erst mal nicht an Dessert, aber mit etwas gutem Willen geht es schon.

Der Birne-Helene Quark fand jedenfalls allgemeinen Anklang, wenn auch die Rezepte des Buches nicht unbedingt verlockend erschienen. (Das geht mir mit Rezeptsammlungen aus diesre Zeit oft so, ich bin beruhigt dass ich da nicht alleine bin…)

Petras zweiter Beitrag führt uns in ihre Heimat, nach Franken, und stellt die fränkische Regionalküche vor anhand von traditionellen Rezepten aus Kulinarische Streifzüge durch Franken.

Der Fränkische Weisskrautsalat mit Speck ist deftig und bodenständig und klingt einfach und lecker.

Einfach und lecker ist auch das Gericht, das Katja im Kaffeebohne-Blog eigentlich schon für die Januar-Ausgabe des Events gekocht hatte, aber irgendwie den Abgabetermin verschlafen hat. Bei scharfem Gemüse in Kokossauce werde ich gleich hellhörig.

Mit so viel frischem Gemüse ein echter Kandidat für trübe Wintertage, quasi der Super-Vitaminboost, und ratzfatz gemacht ist es auch, denn das Ganze kommt aus dem Wok, und das Rezept lieferte ein Weltbild-Büchlein mit dem passenden Titel Wok. Die besten Rezepte.

Kochen für Kinder, davon kann nicht nur Katja ein Lied singen, ist nicht immer einfach. Und ob ‚Kinderkochbücher‘ so der Weisheit letzter Schluss sind, unterliegt wohl gewaltigen individuellen Schwankungen. Die Pfannkuchentorte nach Pettersson und Findus allerdings, die Rike von Genial lecker auf Wunsch ihrer Sprösslinge zusammen mit Töchterchen gemacht hat, kam bei Mutter und Kindern gleichermaßen gut an.

Kein Wunder, dass die Kids Kochen mit Pettersson und Findus lieben.

Ganz und gar für Erwachsene sind dagegen die Kirschpralinen mit Amarenakirschen, die Herr datenhamster hier im Blog als Gastbeitrag zubereitet hat, und das nicht nur weil ein großzügiger Schuss Sherry die Ganache aromatisiert.

Das Rezept aus Chocolat: Sinnliche Verführung kommt von einem Meisterpatissier / Chocolatier, und erfordert schon einiges an Arbeit und Mühe. Die hergestellten Pralinen konnten dann geschmacklich voll überzeugen, aber sind durchaus noch verbesserungsfähig, ebenso wie die Anweisungen im Buch.

Das letzte Wort hat im Februar Robert von Lamiacucina , dessen Kalbsröllchen bei mir sofort Appetit auslösen.

Hauptdarsteller, wenn man so will, sind allerdings die Polentanocken, von denen es auch eine errötende Paprikaversion gibt, und die dank Verwendung eines Spritzbeutels einfach nur meisterlich perfekt geworden sind! Die Polenta Gnocchetti haben Robert schon beim Blättern in Die neue Südtiroler Küche: 15 Meisterköche und ihre Lieblingsrezepte zum Nachkochen gereizt – hier wird augenscheinlich nicht zu viel versprochen.

Vielen Dank für Eure tollen Beiträge und diese Vielfalt an alten und (für mich) neuen Kochbüchern und Rezepten.


 
Wie immer: Ihr seid alle herzlich eingeladen, an diesem Event teilzunehmen – die Regeln stehen hier. Bitte benutzt die dort angegebene eMail-Adresse zum Einreichen Eurer Beiträge. Und sollte sich jemand mal im Round-Up nicht wiederfinden, bitte ich um kurze Info per Mail oder Twitter, es kann schon mal passieren dass mir ein Beitrag durch die Lappen geht; dann korrigiere ich das baldmöglichst.
 

Appetit bekommen? - Hungry for more?

2 Antworten

  1. Schöne Zusammenfassung. Ich freue mich über so viel Inspiration.

  2. Sehr spannend, was so alles in den Kochbuchregalen verborgen steht 🙂 Von den Pralinen würde ich jetzt gerne eine naschen…

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