Albóndigas

Dieser Artikel wurde zuletzt am 4. März 2015 aktualisiert

Albóndigas, das sind auf Deutsch Hackbällchen, auf Italienisch Polpette, im Englischen Meatballs, und fast überall scheinen Hackbällchen eine innige Verbindung mit Tomaten einzugehen – vielleicht, weil es so unglaublich lecker ist?

albondigas
Es gibt wahrscheinlich ebenso viele Rezepte für Albóndigas in der spanischsprachigen Welt wie Köche; in Spanien isst man sie bisweilen als tapa, in Mexiko tut man auch schon mal chile de árbol an die Sauce, und das verwendete Fleisch kann Schwein, Rind, Lamm, eine Mischung dieser Sorten, oder in den Südweststaaten der USA sogar Truthahn sein – Hackfleisch ist vielseitig.

Die folgende Fassung ist tendenziell, nicht nur wegen des Sherry in der Sauce, eher spanisch angehaucht, die Minze kommt aus der mexikanischen Ecke (yierbabuena). Für Lockerheit und ein rundes Aroma sorgen gemahlene Mandeln.


Albóndigas in Sherry-Tomatensauce

20 Fleischbällchen

SAUCE
1 Gemüsezwiebel
Olivenöl
200 ml Sherry (fino)
3 kleine Lorbeerblätter
Zucker
Salz
Pfeffer
500 ml Tomatenpüree
1-2 Teelöffel geräucherter scharfer spanischer Paprika

HACKBÄLLCHEN
500 g Hackfleisch, halb Lamm, halb Rind
Salz
Pfeffer
1 Teelöffel scharfes Paprikapulver
2 Eier
6 Esslöffel gemahlene Mandeln
1 kräftige Prise getrocknete Minze (Nanaminze; ersatzweise Minze aus einem Pfefferminzteebeutel)
2 frische Knoblauchzehen, durchgepresst oder feinst gehackt
3-4 Esslöffel sehr fein gehackte Petersilie

Die Gemüsezwiebel schälen und fein hacken. Langsam in etwas Olivenöl anbraten. Wenn sie beginnt goldgelb zu werden, die Lorbeerblätter zugeben. 2 Minuten garen lassen, dann mit dem Sherry ablöschen.

In der Zwischenzeit alle Zutaten für die Albóndigas gut verkneten. In ungefähr 20 gleich große Kugeln rollen.

Wenn der Sherry stark eingekocht ist, Tomatenpüree zugießen und langsam simmern lassen. Die Fleischbällchen in Olivenöl rundum braun braten. Die Sauce mit Salz und Pfeffer und Zucker würzen, mit dem geräucherten Paprika würzig abschmecken. Noch 1 Minute köcheln lassen, dann die Fleischbällchen in die Sauce geben, Herd abdrehen, Albóndigas etwas in der Sauce nachgaren lassen. Nach Wunsch mit gehackter Petersilie bestreuen.


Wer will, gönnt sich etwas Brot dazu, um die leckere Sauce aufstippen zu können, aber auch zu Pasta machen sich diese Klöpschen hervorragend – ich esse sie am liebsten solo.

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Appetit bekommen? - Hungry for more?

10 Antworten

  1. Susa sagt:

    Hackfleisch und Tomaten führen die innigste Ehe, die ich kenne. In Griechenland heißt das dann Keftedes und kann sowohl mit etwas Brot als Meze gegessen werden oder (von uns bevorzugt Sonntagabend) oder mit Pasta.

  2. Oschn sagt:

    Ich habe es ja bereits getwittert: Diese Hackbällchen sind das leckerste, was ich je aus Hack gegessen habe.

    Abweichungen:
    – Ich habe reines Rinderhack benutzt, weil ich Lamm nicht mag.
    – weil Nanaminze in einem schleswig-holsteinischen 20-tsd-Seelen-Ort nicht zu bekommen ist (und ich nicht für ein Gewürz nur mal eben nach Hamburg-St. Georg fahre, habe ich — wie vorgeschlagen — den Inhalt eines Teebeutels genommen, allerdings keinen „normalen“ Pfefferminztee, sondern den extrem intensiven „Marokkanische Minze“ von Teekanne.
    – Was bitte ist „geräucherter scharfer spanischer Paprika“? Siehe oben, 20-tsd-Seelen-Ort …
    Ich habe handelsüblichen (Rosen-)Paprika, scharf, genommen.
    – Sherry hatte ich gerade keinen da, also musste ich auf süßen Portwein (tawny) ausweichen; auf den Zucker habe in der Sauce habe ich allerdings verzichtet.

    Und sonst?
    Die Sauce fand ich ein wenig zu zwiebelhaltig und würde beim nächsten Mal eine eher kleine Salatzwiebel auswählen (die hier benutzte war ein ziemlicher Kawentzmann).

    Schönen Gruß
    O.

    P.S.: Die Prinzessin schloss sich meiner Meinung übrigens an: Es sei das Leckerste, was sie seit langem gegessen hätte. Und hat das Rezept gleich an die Königinmutter weitergereicht. 😉

  3. Olaf sagt:

    Da läuft einem ja schon das Wasser allein beim anschauen des Bildes im Mund zusammen. Ich werde, nein ich muss das unbedingt nachkochen.

  4. Cryptomon sagt:

    Sehr lecker! Habe es mit kleinen Abwandlungen heute nachgekocht: ich habe zuerst die Hackbällchen (reines rinderhack) gebraten, damit ich im übriggebliebenen Fett die Zwiebeln braten konnte. fü die soße hab ich 800g geschälte tomaten aus der dose genommen und mit ein wenig tomatenmark angedickt. dazu gab’s selbstgemachte aioli und ciabatta.

  5. Malte sagt:

    Nachdem ich letzte Woche bei unserem Lieblingsspanier tolle Albóndigas hatte, will ich mich demnächst auch mal daran versuchen und mich durch ein paar Rezepte kochen. Deines gefällt mir bisher am Besten und wird wohl der erste Versuch werden. Freue ich mich schon drauf!

  6. Malte sagt:

    Heute war es soweit und ich habe deine Albòndigas nachgekocht – man, die waren echt lecker! Anstatt der getrockneten Minze habe ich aber frische genommen, bei Minze muss ich immer ein bisschen vorsichtig sein, weil ich es zu dominant nicht so mag. Ging mit frischer Minze aber auch und gab ein leichtes Minzaroma.

    Unter http://www.facebook.com/pages/MaltesKitchende/331359853588091 habe ich mal ein Foto hochgeladen. Danke für das tolle Rezept.

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