Der perfekte Tarte-Boden, und eine Pinienkern-Tarte

28. Februar 2011

pignoli tarte

Für den Sonntagskuchen habe ich mir vergangene Woche das zweite Rezept aus dem Greyston Bakery Cookbook vorgenommen, eine Tarte mit Pinienkernen, dort elegant als

Pignoli-Tarte

bezeichnet.

Bei den aktuellen Preisen für Pinienkerne stockte mir allerdings kurzfristig der Atem… die Markenware im großen norddeutschen Supermarkt kostete 2,99 € je 60 Gramm; im türkischen Gemüseladen gab’s ein Gläschen mit 80 oder 85 Gramm für 3,99 €. Wie im Rezept gefordert 2 cups der Kerne würden an ein Vermögen grenzen; ich habe weniger verwendet und ein paar Mandelstifte hinzugegeben.

Außerdem verlangte das Rezept nach almond paste, nicht zu verwechseln mit Mandelmus – Almond Paste entspricht in etwa deutschem Edelmarzipan.

Pinienkern-Tarte

1 26-cm-Tarte
aus: The Greyston Bakery Cookbook

BODEN
150 g Mehl, Type 550
2 Esslöffel Zucker
1/4 Teelöffel Salz
100 g Butter, kalt, in kleinen Stückchen
2-3 Esslöffel kaltes Wasser

Butterschmalz

Zutaten schnell zu einem Mürbeteig verkneten (ich hab das im Food Processor gemacht). Teig zu einem Ball zusammenkneten und dann zu einer flachen Scheibe. In Frischhaltefolie wickeln und 1 Stunde kalt legen. Die Tarteform mit zerlassenem Butterschmalz einpinseln, ebenfalls kalt stellen.

Den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche dünn und etwas größer als die Form ausrollen. Die Form damit auskleiden. 30 Minuten kalt stellen. Ofen auf 200 Grad C vorheizen.

Boden mit Backpapier auslegen. Hülsenfrüchte zum Blindbacken drauf füllen. 15 Minuten backen.

(Laut Rezept soll man den Boden 10-15 Minuten backen, dann die Hülsenfrüchte entfernen, und weitere 5 Minuten backen bis der Boden goldbraun ist; mir reichte das so, siehe auch Bild unten).

PINIENKERNFÜLLE
85 Gramm Puderzucker
120 g Marzipanrohmasse
50 g Butter, weich
1 Esslöffel frisch gepresster Zitronensaft
1 Teelöffel abgeriebene Zitronenschale
2 Eiweisse
1 Prise Salz
120 Gramm Pinienkerne
80 Gramm Mandelstifte

Pinienkerne und Mandelstifte zusammen in einer trockenen Pfanne anrösten bis sie duften und Farbe nehmen. Auf einem Teller auskühlen lassen. Eiweisse mit einer Prise Salz steif schlagen.

Marzipan in eine Rührschüssel raspeln. Die weiche Butter und den Puderzucker mit dem elektrischen Handrührer einarbeiten. Zitronensaft und -schale zufügen und zu einer glatten Creme schlagen.
1/3 vom Eiweiss einrühren bis alles geschmeidig ist. Den Rest Eiweiss unterheben.

Pinienkerne und Mandeln einrühren, die Masse auf dem vorgebackenen Boden verteilen und glatt streichen.

Bei 175 Grad ca. 30 Minuten backen bzw. bis die Oberfläche goldbraun ist.

Wie schon bei der Mokka-Kahlua-Mini-Torte aus demselben Backbuch fallen zwei Dinge ins Auge. Zum einen ist auch dieser Kuchen nicht typisch amerikanisch übersüß, sondern in der Süße eher auf der zurück genommenen Seite, was mir sehr behagt. Und zum anderen passten die Mengen erneut perfekt – auch das kann man keineswegs jedem Backbuch nachsagen.

Meine Tarte ist ein wenig zu dunkel geworden, ich habe sie einen kleinen Tick zu lang im Ofen gelassen – dem Geschmack tut das keinen Abbruch, sie lässt sich fast aus der Hand essen und schmeckt auch weder penetrant nach Marzipan, noch zu überbordend nach Pinienkernen. Einfach lecker. Den Vorschlag, die Tarte mit rum-angereicherter Sahne zu servieren, finde ich zwar durchaus anregend, aber sie schmeckt solo ganz prima.

Für mich ein extra Bonbon an dem Rezept, wenn man so will: Der verwendete Mürbeteig und ich kamen bestens miteinander klar. Mit Grundteigen ist das ein bißchen wie mit Ehepartnern, hat man einmal den richtigen und passenden gefunden, sollte man dabei bleiben. Ich habe mich schon mit vielerlei Mürbteigen für Tartes und Torten herum geschlagen, mal waren sie zu bröckelig, mal zu klebrig, mal nicht dünn genug, mal zu dick, mal zu viel, mal zu wenig…

Dieser Teig funktionierte für mich wunderbar, und das Beste daran ist: er passt perfekt in meine (relativ flache) emaillebeschichtete Tarteform mit Hebeboden mit 26 cm Durchmesser.

tarte crust, pre-baked

Er schmeckt super, ist dünn und knusprig und dabei mürbe genug, lässt sich gut handhaben, kurzum: passt.
Damit habe ich meinen perfekten Tarte-Boden gefunden, und werde auch dabei bleiben für andre Tartes.

Erneut schlägt sich das Greyston Bakery Cookbook hervorragend, ich glaube da habe ich einen guten Griff getan :)

 

<

Tags: , ,

8 Responses to Der perfekte Tarte-Boden, und eine Pinienkern-Tarte

  1. KochSchlampe on 28. Februar 2011 at 14:26

    Der alltägliche Luxus muss sein.

    :-)

  2. nata on 28. Februar 2011 at 18:00

    Der Vergleich mit den Ehepartnern ist gut. Und die Tarte auch.

  3. petra on 28. Februar 2011 at 19:28

    Die Tate sieht zu sofort reinbeißen aus. Wird kopiert!

  4. petra on 28. Februar 2011 at 19:38

    Huch, wo sind denn meine Buchstaben geblieben? Liefer noch schnell ein r für die tarte und ein m fürs zum nach!

  5. Klabund on 1. März 2011 at 19:22

    sieht wirklich gut aus, und klingt kompliziert um damit zu prahlen :) wird nachgekocht

  6. Sylvia on 12. März 2011 at 13:26

    Wird definitiv nachgebacken, diesen kleinen Luxus gönn ich mir! ;-)

  7. la23ng on 18. Juli 2011 at 12:53

    Der Mürbeteig ist sehr gut und alleine eine Erwähnung wert.

  8. Dreierlei von der Pinie « Utecht schreibt on 19. Januar 2012 at 07:48

    [...] Carlo Fruttero ist vor zwei Tagen gestorben, wird heute in Castiglione della Pescaia neben dem Grab von Italo Calvino beigesetzt. Luccentini brachte sich schon vor zehn Jahren um. Ich las in den 90ern ihr ganzes Werk,  durch „Wie weit ist die Nacht“ (A che punto è la notte) habe ich mich dann schon im Original gekämpft, es wurde mir ihr liebstes Buch. Zu Ehren der beiden backe ich gleich eine Pinienkern-Tarte. [...]

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*


*

Bento-Boxen

Blog-Events



Cucina rapida - schnelle Küche für Genießer. Ein Blog-Event von mankannsessen.de


Fremdkochen Hüttenzauber