Yemenitisches Hähnchenschnitzel

Dieser Artikel wurde zuletzt am 28. Dezember 2014 aktualisiert

Hähnchenschnitzel (und Putenschnitzel) gehören zu den Dingen die ich in der Gastronomie meide, da es in 99% aller Fälle ohnehin Fertigpamps aus der Fritteuse ist. Selbst gemacht ist das allerdings was ganz andres – ganz besonders wenn man sich die Mühe macht, auch die Semmelbrösel für die Panade frisch herzustellen.

 

Hähnchenschnitzel mit Hawayij

Das Basisrezept für das Hähnchenschnitzel ist entliehen aus The Foods of Israel Today von Joan Nathan; sie schreibt dort dass die Juden in Israel kaum Zugriff auf das aus Europa gewohnte Kalb hatten und deswegen Hähnchen benutzten, das auch in der Wüste herangezogen werden konnte. Die Zugabe von Hawayij bezeichnet sie als eine typische Variation, die neuere Generationen jüdischer Siedler entwickelt haben.

Wer sich nicht die Mühe machen will, das Hawayij selbst herzustellen, kann stattdessen natürlich einfach Salz und Pfeffer und etwas Paprika nehmen.


Yemenitisches Hähnchenschnitzel

Zutaten für 3 Portionen

3 Hähnchenbrustfilets, in dünne Scheiben geschnitten (oder ca. 400 Gramm Hähnchen-„Minuten“-Schnitzel, unpaniert)
3 gehäufte Esslöffel Mehl
1 gehäufter Esslöffel Hawayij – siehe unten
2 Eier
Salz, Pfeffer
frische Semmelbrösel aus ca. 4 Scheiben Toastbrot oder Weissbrot – siehe Text
Butterschmalz
Zitronenspalten

Wer seine Schnitzel selbst herstellt, sollte die Scheiben der Hähnchenbrust noch einmal in einen aufgeschnittenen Gefrierbeutel geben und ein wenig plattieren; vorgeschnittenes Hähnchenschnitzel ist meist dünn genug.

Panierstation:

In einem tiefen Teller Mehl und Hawayij gründlich vermischen. In einem zweiten Teller 2 Eier mit etwas Salz und Pfeffer verschlagen. In den dritten Teller die selbst gemachten Semmelbrösel füllen. (Wer fertige verwendet, kommt auch zum Ziel, die Konsistenz und damit auch die Knusprigkeit des Schnitzels haben allerdings nichts mehr mit dem Original gemein).

Um Semmelbrösel herzustellen, legt man am besten 4 Scheiben Toastbrot, nach Wunsch entrindet, drei oder vier Stunden auf die Arbeitsfläche, so dass sie ein klein wenig antrocknen können. Dann im Elektrohacker / Food Processor zu Bröseln zerkleinern.

Die Schnitzel zuerst in dem Mehl wenden, dann im Ei, zuletzt in den Bröseln, und in einer Pfanne mit heißem Butterschmalz knusprig ausbacken.

Mit Zitronenschnitzen servieren. Beim Essen etwas Zitronensaft auf die Schnitzel sprenkeln.


Bei uns gab es dazu Fenchelsalat; den Fenchel fein gehobelt mit einem Dressing aus Limetten- und Mandarinensaft, Olivenöl und etwas Salz sowie ein wenig Honig.


Hawayij – Jemenitische Gewürzmischung

ergibt ca. 3 Esslöffel voll, also grob die doppelte Menge des obigen Rezepts
nach The Complete Middle East Cookbook

3 Teelöffel schwarze Pfefferkörner
1 1/2 Teelöffel Kümmelsamen
1/2 Teelöffel Safranfäden
1/2 Teelöffel Kardamomsamen, aus ca. 6-8 Kapseln grünem Kardamom ausgelöst
1 Teelöffel Kurkumapulver

Die Gewürze bis auf das Kurkuma in einer Gewürzmühle oder einem Mörser fein zerkleinern. Kurkuma untermischen.


Ich habe meine Hähnchenschnitzel vorsichtig mit dem Hawayij gewürzt, da ich keine Ahnung hatte wie sich die Gewürzmischung macht; das Ergebnis ist eher auf der zurückgenommenen Seite, schmeckt aber angenehm rund-würzig, eine Variante die ich sicher wieder einmal machen werde.

Wer will, kann für das Rezept natürlich auch Putenschnitzel verwenden; da es so gut wie unmöglich ist antibiotikafreie Pute zu bekommen und ich gegen eine große Gruppe Breitbandantibiotika allergisch bin, ist das bei mir allerdings keine Option.

Kalt schmecken die kleinen Hähnchenschnitzel, ggf. mit Ketchup / Gurkenscheibe oder Salatblatt, auch als Belag auf einem Brot oder Sandwichbrötchen, wer also noch Hähnchenschnitzel über hat, sorgt gleich für das Büromittagessen mit.

Guten Appetit!

Print Friendly, PDF & Email

Appetit bekommen? - Hungry for more?

Kommentar verfassen