DKduW – Januar 2011

Dieser Artikel wurde zuletzt am 22. Juni 2014 aktualisiert

Während bei mir im Blog eher Flaute war (was, wie ich euch versichern kann, nicht dran lag dass bei mir nicht gekocht wurde, es war einfach zu viel anderes auf dem Plan), hat sich im Januar eine ganz erkleckliche Anzahl Blogger und Bloggerinnen neugierig in den eignen Kochbuchregalen umgeschaut und dabei alte und neue Schätze zu Tage gefördert.

Und weil ich mich so freue, von Claudia bei Dolce wieder etwas zu lesen, darf ihr Beitrag den Januar auch eröffnen.

Schwedische Zimtschnecken oder Kanelbullar sind ein Klassiker. Mit einem Blog das Dolce heisst, erscheint es nur folgerichtig, dass das Rezept aus La dolce Wiener: Süße Verführungen von Apfelstrudel bis Zimtschnecken kommt, einem Kochbuch in dem sich Sarah Wiener der Dessert- und Backklassiker annimmt.
Claudia vermutet, der fabelhafte Geschmack der Schnecken könne von 150 Gramm Butter im Teig herrühren – gut möglich 🙂

Ganz neu dabei ist die Leselöwin mit ihrem Blog Chilischarf (schöne Entdeckung, schon der Name macht an). Ganz entgegen diesem Namen wird hier aber für den ersten DKduW-Beitrag nicht chilischarf gekocht, sondern eher süßlich-asiatisch, in Form von vietnamesischem Schweinefleisch mit Karamell-Fisch-Sauce.

Pate stand das Zabert Sandmann Buch Vietnam – dessen Gerichte offenbar zwar gut gelingen, aber ein wenig Authentizität vermissen lassen.

Bei Rike von Genial lecker kam im Januar ihr ältestes vegetarisches Kochbuch zum Einsatz – wer also gute Vorsätze hinsichtlich seines Fleischkonsums hat, könnte da fündig werden.

Ich habe zwar aus vielen Gründen nicht vor vegetarischer zu leben, aber das Safranrisotto mit Spinat und Kürbis aus dem nur noch antiquarisch zu findenden Werk Die besten vegetarischen Gerichte für Genießer – 100 köstliche Rezepte kann ich mir gut auch im Hause Foodfreak vorstellen, eine wirklich abwechslungsreiche Aromenkomposition.

Ziemlich küchen- und kochbuchnostalgisch wird es auch bei Schnuppschnüss ihr Manzfred – Anfang der 70er erschien Wild und Geflügel (Dr. Oetker Rezepte), eine Zeit in der, wie Jutta schreibt, gern und oft Mehlschwitzen gemacht wurden.

Am Ende wurde aus dem Rehsteak mit Sauerkirschkompott dann aber doch ein eigenes Rezept, das sich auch im 21. Jahrhundert küchentechnisch nicht verstecken braucht.

Total retro ist auch der Beitrag von Jim bei No Kitchen for Old Men. Ein raffinierter Croque Monsier ist keine besonders hohe Küchenkunst, sondern ein ganz einfaches Gericht, das sich mit Bordmtteln in den meisten Haushalten machen lassen sollte.

Solche einfachen Sachen sind es, die man immer wieder mal essen kann – und wer dazu noch

grundlegende Dinge über verschiedene Toastbrotsorten, Geräte zum Toasten und Toasttipps

sucht, wird in dem GU-Büchlein Toast raffiniert fündig.

Der Kochfrosch hat sich das Buch Suppenglück gewünscht (und auch bekommen), und gleich daraus geköchelt – nämlich eine sehr interessant gewürzte Basis-Gemüsebrühe, in die Zitronengras und Rosmarin hinein kommen.

Der schön bebilderte Beitrag macht so richtig Lust auf leckere Suppen, das Buch klingt ebenfalls ganz verführerisch – eine gute Suppe ist jedenfalls nie verkehrt!

Die Kochschlampe hat zusammen mit Anikó ein Buch hervorgezaubert, das auch bei mir (weitgehend ungenutzt) im Regal steht – Das große Buch der Desserts, einst als Hardcover bei Könemann produziert, heute neu bei einem anderen Verlag zu finden.

Während die Kochschlampe allerdings das Gefühl (hat), das Buch schon durchgekocht und -gebacken zu haben, habe ich gefühlt noch gar nix draus gemacht – vielleicht sollte ich das mal ändern 🙂

Der Ricottakuchen mit in Marsala eingelegten Rosinen ist jedenfalls eine schöne italophile Käsekuchenvariante, die mir gut gefallen würde.

Wo ich schon bei Desserts bin, machen wir kurz den Sprung von Italien nach Griechenland, natürlich wie immer vertreten durch Frau Monambelles. Ein für Griechenland ganz typisches Dessert kommt auf den Tisch, noch dazu inspiriert von einer der bekannteste TV-Köchinnen Griechenlands.

Ein Gericht das Süßes vom Löffel heisst, kann ja nur gut sein, oder? Die Süßen Orangenspalten nach dem Rezept von Argiro Barbarigou in In der Küche mit Argyr werden mitsamt Schale in Sirup geköchelt und klingen – nach Beseitigen eines Rezept-Goofs – wunderbar einfach.

Nach Ungarn entführt uns Petra von Brot und Rosen (die sehr fleissig war und von der ihr weiter unten noch mehr lesen werdet).

Ich liebe Sesam, in einem ungarischen Gericht hätte ich ihn so nicht erwartet, aber das Putenschnitzel mit Sesamkernen – Szezamos pulykamell – scheint ganz typisch zu sein, denn auf die Authentizität ist bei Büchern dieser Reihe eigentlich Verlaß, also kann man annehmen dass auch Ungarisch kochen. Gerichte und ihre Geschichte hier zuverlässig ist.

Robert von Lamiacucina tischt uns diesen Monat Cucina povera aus dem Veltlin auf – ich freue mich immer über die Kochbuchschätze die er ans Tageslicht bringt. In diesem Fall ist das Valtellina e Valchiavenna in tavola, herausgegeben von der Associazione Cuochi aus denselben Tälern (in italienischer Sprache).

Das ganz simple Kartoffel-Bohnen-Püree namens Taròz, in dem Bohnen, Kartoffeln, braune Butter und Käse zu einem harmonischen Ganzen verschmelzen, klingt ausgesprochen köstlich, und wandert bei mir auf die Ausprobieren-Liste.

Einfache Regionalküche präsentiert uns auch Claus von Nur das gute Zeugs in seinem unnachahmlich rustikalen Stil – sein Rosenkohlauflauf ist so simpel, dass man beinahe wirklich kein Rezept dafür braucht.

Umso interessanter ist das (nicht mehr erhältliche) Buch, aus dem die Anregung stammt: Stadt – Land – Fluss: Ein Kulinarischer Wegbegleiter durch den Rhein-Westerwald – ein Bildband über Land, Produkte, Tradition, Keller und Küche im Naturpark Rhein-Westerwald.

Kommen die Klassiker wieder in Mode? mipi von man kann’s essen wird gleich doppelt „klassisch“ – zum einen sind (für mich) Kaninchenkeulen in Senfsauce eine nachgerade klassische Kombination, hier kombiniert mit Tagliatelle und Rosenkohl,

zum anderen kann man die Quelle für dieses Rezept, Alfred Bioleks ‚Meine neuen Rezepte‘, mittlerweile im deutschen Sprachraum ja auch schon als Küchenklassiker zählen.

Dass man auch an ungewohnten Stellen typische Rezepte der (eigenen) Länderküchen finden kann, hat Nesrin in Nesrins Küche diesen Monat festgestellt. Beim Küche Aufräumen (ohja, das habe ich auch gerade hinter mir) fiel ihr Klassische Gemüsegerichte, eins der dünnen Anne-Wilson-Bändchen, in die Hände – und die einfachen, unkomplizierten (und budgetschonenden) Rezepte haben es Nesrin angetan.

Kumpir, die gefüllten Kartoffeln, kenne ich nur aus türkischen Imbißläden – die Variante die Nesrin zubereitet hat klingt eher angloamerikanisch, schmeckt aber sicher genauso gut.

Nach so viel bodenständiger Kost entführt uns Juliane bei Schöner Tag noch in den Orient, oder nach Nordafrika – auf jeden Fall in wärmere, würzigere Gefilde, und genau das möchte man doch bei kaltem Wetter wie wir es momentan haben.

Das Lammragout mit Datteln, Couscous und Granatapfelkernen lässt sich dank schöner Granatäpfel und Datteln momentan auch quasi-saisonal gut zubereiten. Gefunden hat sie das Rezept zu ihrer eignen Überraschung in dem Brigitte-Kochbuch Fleisch, dessen Titel nicht vermuten lässt, dass sich hier eine Art Best-of der Brigitte Rezepte verbirgt. Ich hoffe, dass die angekündigten Rezepte auch noch getestet werden 🙂

Mit Granatäpfeln hat auch Petra von Brot und Rosen schon im Dezember gekocht, und zwar einen Salat mit Blutorangen und Granatapfel, den ich Euch schon wegen der tollen Farben nicht vorenthalten will.

Das Rezept kommt aus Natürlich gut essen!: Meine vegetarische Küche zwischen Bischofswiesen und Dubai von Gabriele Kurz – für alle die mal neue Ideen für ihre Vegetarierkost suchen.

Vegetarisch ist auch das Thema bei einem weiteren Kochbuch, das bei Brot und Rosen neu ausprobiert wurde – Vegetarian Basics, von GU. Hier wird einfach und nachvollziehbar, eben im Stil der Basics-Reihe, das Thema Vegetarismus erläutert, und gut Nachkochbares angeboten.

Den wichtigsten Test hat das Buch schon bestanden: Petras durchaus wählerische Männer, die schon beim Erwerb fürchteten, dass es nun kein Fleisch mehr gibt, mochten den Kichererbsen-Gemüse-Eintopf. Und da Nudeln und Käse ja eigentlich immer gehen, hatten sie auch beim Makkaroni-Auflauf aus demselben Werk nichts zu meckern.

Wie ich ja schon schrieb, war Petra fleissig, weswegen sie auch für die beiden letzten Einträge in dieser Zusammenfassung verantwortlich zeichnet. Zum einen wäre da Das Biokisten Kochbuch: Die echte regionale Saisonküche – ein Buch das ich glaube ich auch langsam schreiben könnte 😀

Nur für sich hat Petra wegen ihrer krüschen Esser die Schwarzwurzelröllchen auf Salat gemacht, die mir auch prima gefallen.

Und weil kein DKduW ohne ein abschliessendes Dessert komplett wäre (auch wenn schon weiter oben zwei Süßspeisen stehen), gibt es zu guter letzt noch Böhmische Mohnbuchteln nach einem Rezept aus Untersachsenberg aus der Zeit um 1900.

Das Buch, aus dem diese klassische Süßspeise stammt, trägt den schönen Titel Familienrezepte aus dem Sudetenland. Geschichten und Rezepte aus alter Zeit – und alles Wissenswerte über dieses Buch kann man bei Brot und Rosen nachlesen. Ich geh dann mal Buchteln machen 😉

Vielen Dank für dieses Füllhorn an Buchvorstellungen und Rezepten, das macht jedes Mal wieder viel Spaß!


 
Wie immer: Ihr seid alle herzlich eingeladen, an diesem Event teilzunehmen – die Regeln stehen hier. Und sollte sich jemand mal im Round-Up nicht wiederfinden, bitte ich um kurze Info per Mail, es kann schon mal passieren dass mir ein Beitrag durch die Lappen geht; dann korrigiere ich das baldmöglichst.
 

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Appetit bekommen? - Hungry for more?

6 Antworten

  1. Ich freue mich immer über die vielfältigen Anregungen: diesen Monat ist ja wieder ein buntes Multi-Kulti-Buffet zusammen gekommen! Danke für die schöne Zusammenfassung.

  2. Juliane sagt:

    Eine sehr schöne Zusammenfassung mit vielen interessanten Rezepten! Da werde ich gleich mal stöbern gehen.

    Viele Grüße und schöner Tag noch,
    Juliane

  3. Jutta sagt:

    Ui, hier war ja was los! Vielen Dank für die ausführliche Zusammenfassung der tollen Rezepte und der Vorstellung vieler schöner Kochbücher.

  4. Tolle Rezepte und Bilder! Da bekommt man schon morgens tierisch Hunger.

    Am besten finde ich die Zimtschnecken, schnell zubereitet und immer ein leckerer happen 🙂

  5. Petra sagt:

    Da kam ja wirklich eine Menge zusammen in diesem Monat – und ganz feine Sachen dabei. Danke für die schöne Zusammenfassung!

  6. Susa sagt:

    „Das große Buch der Desserts“ verstaubt auch seit Jahren bei mir im Regal. Ansonsten: Schöne Auswahl, da ist ja wieder einiges zusammen gekommen!

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