Fremdkochen für den guten Zweck: Pastitsio

Dieser Artikel wurde zuletzt am 7. Juni 2016 aktualisiert

Die Hüttenhilfe hat sich für den Jahresausklang ein besonderes Projekt ausgedacht: Fremdkochen für den Verein Mukoviszidose e.V. Für jedes eingereichte Rezept spendet die Hüttenhilfe großzügige 5 Euro (wer selbst auch spenden möchte ist dazu natürlich herzlich eingeladen).

90 Prozent der Menschen mit Mukoviszidose fehlen Enzyme, die für die Nahrungsverwertung unerlässlich sind. Ihr Körper kann nicht genug Fette aufnehmen. Dadurch müssen sie 50 Prozent mehr an Kalorien zu sich nehmen als gesunde Menschen.

Die Aufgabe lautet deswegen: Kalorienreich kochen. Seien wir mal ehrlich – es ist Winter. Und kalt. Und kalorienreich kochen dürfen, allein das ist doch schon mal eine Teilnahme wert, oder?

Mir fallen zu kalorienreich – neben Peanut Butter Chocolate Cheesecake – vor allem Aufläufe ein, mit rauen Mengen Sahne, Käse, Nudeln, Fleisch… und da passte es ganz wunderprächtig, dass auf meiner Nachkochliste schon seit geraumer Zeit ein Rezept für typisch griechisches Comfort Food steht, nämlich Pastitsio.

2010 pastitsio

Es ist schon viele Jahre her, da saß ich bei meinem Eckgriechen (der zu meinem Leidwesen vor knapp 5 Jahren nach Griechenland heimgekehrt ist), und wollte keines der üblichen Gerichte. „Hast Du was aus dem Ofen, vielleicht Lamm, mit Kritharaki oder so?“ fragte ich den Inhaber, und er warf mir einen verschwörerischen Blick zu. „Meine Frau hat Pastitsio gemacht…“ flüsterte er beinahe, „willst Du probieren?“

Was für eine Frage…

Das folgende Rezept, das ich der Hamburger Göttin der griechischen Küche verdanke, nämlich Frau Monambelles, ist einfacher und bodenständiger gewürzt als bei besagter Griechin; sie hatte ein Händchen für Kräuter, von denen sicher einige in der Hackfleischsauce drin waren; aber auch diese Version ist wunderbar leckere, sättigende Seelennahrung für den kalten Winterabend.


Pastitsio

nach: The Siora´s Cookbook
von: Monambelles

NUDELN
350 g Maccaroni, lange mit großer Öffnung

HACKSAUCE
400 Gramm Rinderhack
500 Gramm Tomatenpüree
1 mittelgroße Zwiebel, gehackt
50 ml Olivenöl
100 ml trockenen Weißwein
ein Lorbeerblatt
eine Zimtstange

LEICHTE BECHAMEL für die Maccaroni
½ EL Mehl
2 Eigelbe
1 EL geriebenen Käse (zum Beispiel Emmentaler oder Gruyère)
150 ml Milch
½ EL Olivenöl (wahlweise Butter)
¼ bis ½ TL Muskat, frisch gerieben
Salz und Pfeffer

CREMIGE BECHAMEL (Finish)
4 EL Mehl
65 Gramm Olivenöl (wahlweise Butter)
500 ml Milch
¼ TL Muskat, frisch gerieben
Salz und Pfeffer

UND
50 Gramm geriebener Parmesan

Ofen auf 180 Grad vorheizen.

Macaroni auf bewährte Art al dente kochen.

Die Tomaten-Hacksauce zubereiten:
Die Zwiebel anbraten, bis sie weich, aber nicht braun ist. Das Hackfleisch dazu geben und unter Rühren so lange braten, bis es krümelig ist. Nun die Mischung mit dem Weißwein aufgießen und einige Minuten ziehen lassen. Das Tomatenpüree, eine großzügige Prise Salz, frisch gemahlener Pfeffer, die Zimtstange und ein Lorbeerblatt hinzu fügen und ca. 30 Minuten köcheln lassen. Zimt und Lorbeer entfernen.

Leichte Béchamelsauce:
Olivenöl oder Butter in einer Kasserolle oder einem Top erhitzen (aufpassen, das die Butter nicht braun wird) und das Mehl einrühren. Ungefähr eine Minute köcheln lassen und die Milch dazu geben. Ständiges Rühren mit dem Schneebesen sollte unschöne Klumpen verhindern. Sobald die Sauce bindet, von der Herdplatte ziehen.Eigelb, Käse, Muskat, Salz und Pfeffer unterrühren und abschmecken. Die kalten Macaroni mit der Sauce mischen.

Die cremige Béchamelsauce auf die gleiche Art zubereiten, ohne die Zugabe von Eiern und Käse.

Den Boden einer Auflaufform mit der Hälfte der Béchamel-Macaroni bedecken. Die Tomaten-Hackfleischsauce auf die Nudeln füllen und mit den restlichen Nudeln belegen. Alles mit der cremigen Sauce bedecken und mit Parmesan besprenkeln. Im Ofen 60 bis 90 Minuten überbacken.


Im Zuge der Völkerverständigung kamen hier übrigens Makkaroni aus dem türkischen Gemüseladen zum Zuge; eine der wenigen Quellen für altmodische Makkaroni dieser Tage (im Supermarkt Fehlanzeige, den Ausflug zum Italomarkt im Industriegebiet wollte ich mir gern ersparen.) Ich habe die Makkaroni in einer grossen Pfanne gegart um sie nicht zu biegen – und dann natürlich ins Sieb geschüttet statt sie herauszuheben, so dass ich sie ordentlich nebeneinander hätte schichten können 🙂

Die Zimtnote hätte für mich stärker sein dürfen; etwas griechischer Oregano oder Thymian würde der Hacksauce meiner Meinung nach gut tun. Aber wenn man erst mal ein gutes Basisrezept hat kann man das ja nach Gusto pimpen.

Ich sage vielen Dank, und καλή όρεξη !

Fremdkochen Mukoviszidose

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Appetit bekommen? - Hungry for more?

8 Antworten

  1. Das sieht ja schon fast verboten lecker aus! Das wäre ein Gericht, mit dem ich sicher auch der bald hier komplett versammelten Familie eine große Freude machen dürfte. Ich stell mir einen Spaziergang durch glitzernden Pulverschnee vor, dann nach Hause kommen und einfach nur genießen… Danke!

  2. Frau M. sagt:

    Das sieht sehr nach comfort food aus. Passt zu einem verschneiten Wintertag. Lecker 🙂

  3. lamiacucina sagt:

    Wird nicht so schlimm sein mit den Kalorien. Die Makkaroni haben ja lauter Löcher.

  4. Susa sagt:

    Vielen Dank für dieses außergewöhnliche Lob, darüber freue ich mich sehr!

    Deinen Trick, die Nudeln in der Pfanne zu garen, muss ich mir unbedingt merken, bei uns ist das Pastitsio optisch nicht der Renner.

    Ich werde mal für Dich meine zahlreichen griechischen Kochbücher wälzen für ein Rezept mit Kräutern, aber pur ist es am klassischsten, alles andere die Kür.

  5. Alina sagt:

    Hört sich köstlich an – und als Dessert einen Espresso zur Verdauung….

  1. 21. Dezember 2010

    […] für den Mukoviszidose e.V. in Form dieses Rezeptes für Pastitsio von Monambelles Fremdgekocht: foodfreak.de Original: […]

  2. 21. Februar 2011

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