DKduW – November 2010

Dieser Artikel wurde zuletzt am 1. Januar 2015 aktualisiert

Schaue ich nach draussen, blicke ich in ein Winterwunderland.

Auf Twitter kursierte neulich ein Witz:

Treffen sich zwei Schneeflocken, sagt die eine: „Ich geh jetzt nach Bayern, mich auf eine Skipiste legen. Und du?“

Darauf die andere: „Ich mach mich auf nach Norddeutschland, ein Verkehrschaos erzeugen.“

Sollte wohl heissen, die Norddeutschen stellen sich an, kaum dass mal 1 cm Schnee liegt – aber selbst in Hamburg haben wir mittlerweile 15 cm Schnee, und das obwohl hier an der Elbe Schnee höchst selten vor dem Jahreswechsel gesichtet wird und, vom letzten Winter abgesehen, die Verweildauer auch eher unter 5 Tage liegt; weiter nördlich sind Schneemengen gefallen wie man sie nur von den großen Seen in Amerika kennt, ganze Orte waren abgeschnitten.

Was man aber auch bei Schneemassen auf den Straßen wunderbar machen kann, ist in der eignen Kochbuchsammlung zu blättern und dabei altes und neues zu entdecken – der Winter ist die beste Zeit für Dein Kochbuch das unbekannte Wesen.

Und obwohl im November eher Weihnachtsmenuplanung und Plätzchenbacken die Foodies beschäftigen, haben doch viele von Euch genau dafür auch noch Zeit gehabt.

Den Auftakt macht dieses Mal Petra von Brot und Rosen, die uns nach Frankreich entführt mittels des Könemann-Wälzers Frankreich. Mediterrane Köstlichkeiten.

Die gefüllten Birnen mit Trockenfrüchten sind ein, wie Petra findet, superköstliches Dessert, und passen ganz wunderbar in die kalte Jahreszeit.

Etwas Süßes kommt im November auch von der Kaffeebohne. Bei Katja wurde mit viel Obst gebacken, das angesichts der Jahreszeit aus dem Vorrat im Glas und in der Dose kommt – so kann man auch eingeschneit noch Obstkuchen backen 🙂

Besonders schön an dem Kirsch-Rührkuchen mit Mandeln ist dass er sehr unaufwändig und dennoch lecker ist. Das Rezept stammt von den Puddinggiganten aus Bielefeld, in diesem konkreten Fall aus Familienstücke. Kuchen vom Blech, kann aber auch ohne Puddingpulver zubereitet werden.

Bei Mestolo wurde zum Monatswechsel gruselig gekocht – nein, nicht gruselig schlecht, sondern Päm hat sich im Rahmen eines Halloween-Menüs aus dem Gruselkochbuch. (Grauenhaft gute Gerichte und Geschichten) inspirieren lassen.

Ihr gefällt das mittlerweile vergriffene Buch sehr gut, vor allem sind die Gerichte gelingsicher, und das kennen wir ja alle, dass Rezepte so gruselig schlecht sein können dass man das Buch vergessen kann – nicht so jedoch hier.

Portwein und Stilton ist eine klassische Kombination, die hier in Form von Port and Stilton Cheese Toast zu keineswegs untotem Leben erweckt wird.

Der Trend diesen Monat scheint zum Süßen zu gehen – Robert von Lamiacucina stellt fest, dass Apfelkuchen einer der meist verbloggten (und wohl auch gebackenen) Kuchen (nicht nur) deutscher Foodies ist, und präsentiert uns einen seiner Lieblingsapfelkuchen, Minuccios Apfelkuchen, eine Torta di Mele.

Ich kenne diesen Kuchen auch in anderen Varianten, nicht nur aus Italien; es sind wohl die Küchenklassiker, die sich überall durchsetzen – die Zubereitungsanweisung an der Robert sich orientiert hat stammt aus Toskana: Küche, Land und Leute von Meuth/Duttenhofer, ein Buch das Robert zu seiner eigenen Überraschung auch besitzt aber wegen des Standortes in anderem Regal quasi nie verwendet. – Schade eigentlich, oder?

Nesrin aus Nesrin’s Küche hat sich vor vielen Jahren einen Brotbackautomaten gekauft, aber schon bald nicht mehr benutzt (eine weise Entscheidung). So lag auch das dazu gehörige Brotbackbuch, Neue Rezepte für den Backmeister, welches sie mitbestellt hatte, ungenutzt herum. Bei einer Tasse Tee hat sie nun das Buch wieder einmal heraus geholt und darin Interessantes gefunden, das nicht zwingend nach der Maschine verlangt, so auch diese Bagels.

Ich finde, da hat sich der Blick in das alte Buch doch schon mal gelohnt!

Juliane von Schöner Tag noch hat für den Beitrag dieses Monats ein Geburtstagsgeschenk eingeweiht, eine Nudelmaschine. Und dafür hat sie sich beste deftige Küche für kalte Tage aus den Alpenländern ausgesucht.

Die Ravioli mit Ziegenfrischkäse kommen nämlich im Verein mit Radicchio und Tiroler Speck – mir läuft das Wasser im Mund zusammen! Und der Blick in das Buch Traum-Nudeln, das unter dem essen&trinken-Logo herausgegeben wurde, verriet ihr dann auch warum die Nudeln so lecker waren – Resident Cook für dieses Buch war nämlich Oliver Trific. Da sieht man mal wieder was man so an ungeahnten Schätzen im Regal haben kann 🙂

Im Hause Genial Lecker wurde auf Wunsch der Kids etwas mit Waffeln und Schokolade gezaubert und das Waffeleisen angeheizt. (Ich liebäugele ja seit Wochen mit einem neuen Waffeleisen, genauer diesem hier, kann mich aber vor allem aus Stellplatzgründen noch nicht so recht durchringen… aber wenn ich das Rezept so vor mir sehe…)

Zu Rikes Ärger hat sie ihr verliehenes Lieblings-Waffelbuch nicht zurück bekommen und musste sich deswegen mit Waffeln (GU Küchenratgeber Relaunch 2006) trösten – aber bei den Straciatella-Waffeln sollte das gelungen sein, oder?

Einfach köstlich nimmt uns mit auf eine sentimentale Reise, in die Rezepte & Erinnerungen von Sophia Loren, die nicht nur toll aussah, sondern auch gut kochen konnte. (Ich kann mich noch erinnern, dass für sie extra in eine Suite im Hamburger Vier Jahreszeiten Hotel eine Küche eingebaut wurde, damit sie ihrem Mann Pasta kochen konnte – auch früher waren Stars schon etwas spleenig.)

Was da aufgetischt wird, ist klassisch italienisch, hier Auberginenauflauf – Melanzane alla parmigiana, und wie Franz sehr richtig schreibt, muss man dieses Werk, das zu Liebhaberpreisen gehandelt wird, nicht unbedingt besitzen, wenn man nicht ein Riesenfan der Loren ist. Ein feines Essen ist aber allemal dabei heraus gekommen.

Manchmal sind es die kleinen und grösseren Katastrophen, die einen Altes mit ganz neuen Augen betrachten lassen – im Falle der Zwergenprinzessin der Verlust des Herdes bzw. der zuführenden Gasleitung, so dass nur mit dem strombetriebenen Backofen gekocht werden konnte (wäre für mich der Moment mir eine portable Induktionskochplatte anzuschaffen…).

Dank des GU-Küchenratgeber Quiches muss allerdings niemand hungern, denn die Rezepte gefielen der Zwergenprinzessin so gut, dass sie sich vorstellen könnte daraus noch vieles mehr zuzubereiten.

Die Möhren-Kartoffel-Tarte klingt nach leckerer, einfacher vegetarischer Kost für kühle Tage.

Bei Chili & Ciabatta kommt diesen Monat ein Küchenklassiker par excellence zum Zuge, das Backbuch (meine Mutter hatte früher genau 1 Backbuch und 1 Kochbuch) mit dem ich aufgewachsen bin – das Dr. Oetker Backbuch: Backen macht Freude in der Ausgabe von 1963. (Genau das liegt bei meiner Mutter seit 40 Jahren fest an derselben Stelle im Wohnzimmerschramk, um Zettelchen und Notizen ergänzt). Es ist meiner Erfahrung nach eine gute Quelle für zuverlässige Grundrezepte.

Die Apfeltaschen mit Quark-Öl-Teig daraus fanden großen Anklang. Die könnte ich eigentlich auch mal für meinen Apfelkuchenhasser…

Claus von Nur das Gute Zeugs stellt im November gewissermaßen die Gretchenfrage des kochbuchhortenden Foodies: Wie viele Kochbücher braucht der Mensch?

Er behauptet: nur eins, und zwar den Pauli, genauer: das Lehrbuch der Küche aus der Schweiz. Da sei alles drin was der Koch an sich so benötige.

Den Beweis tritt er an mit Trockenen Duxelles mit Lauchstreifen, rohem Schinken und Sahne auf Spaghetti
.

ich bin mir sicher, da kann man geteilter Meinung sein 🙂 aber wie ja auch schon bei Dr. Oetker erwähnt: ein wirklich gutes Grundkochbuch im Regal ist nie verkehrt.

Den Abschluß macht Anna-Lena von der Hüttenhilfe, die dieses mal extra 🙂 kein Dr. Oetker-Kochbuch ausgegraben hat, sondern in den Schätzen ihrer Mutter Das Große Kochbuch von Horst Schwarzer und Annette Wolter zu Tage gefördert hat – den Rezensionen bei Amazon nach zu urteilen ein weiteres sehr zuverlässiges Allround-Grundkochbuch.

Der klassisch-deftige Weißkohleintopf mit Hackbällchen wärmt bei dem winterkalten Wetter auf das Feinste. Und dass gutes Essen Leib und Seele zusammenhält wissen wir ja sowieso.

Vielen Dank für dieses Füllhorn an Rezepten und die Schätze aus Euren Regalen, an denen Ihr uns teilhaben lasst. Ich selbst hab es leider nicht geschafft, diesen Monat etwas beizusteuern, hoffe aber ich bin im Dezember wieder dabei.

Bis dahin wünsche ich Euch eine besinnliche Adventszeit, viele leckere Plätzchen, frohe Festtage – und wir lesen uns im Neuen Jahr wieder!

 


 
Wie immer: Ihr seid alle herzlich eingeladen, an diesem Event teilzunehmen – die Regeln stehen hier. Und sollte sich jemand mal im Round-Up nicht wiederfinden, bitte ich um kurze Info per Mail, es kann schon mal passieren dass mir ein Beitrag durch die Lappen geht; dann korrigiere ich das baldmöglichst.

Appetit bekommen? - Hungry for more?

4 Antworten

  1. Da sind ja echte Küchenschätze ausgegraben worden! Danke für die ausführliche Zusammenstellung.

    Übrigens: das erwähnte Waffeleisen sieht ja grandios aus – ich glaube, das bookmarke ich mir auch mal 😉

  2. Juliane sagt:

    Da sind ja wieder sehr schöne Rezepte zusammengekommen! Dankeschön für diese Zusammenfassung.

    Meine Oma hatte gar keine Kochbücher. Sie hatte ein Rezeptebüchlein, da standen handschriftlich alle Familienrezepte drin und einige Zettel mit Rezepten von Freunden, die sie nachgemacht hat, lagen auch noch dabei, und das war´s. Die Experimentierfreude war früher wohl einfach nicht so groß, oder die Möglichkeiten begrenzt? Ich möchte meine Kochbuchsammlung jedenfalls nicht missen, und durch Aktionen wie DKduW gelangt ja auch manches unbenutzte Kochbuch wieder zu neuen Ehren 🙂

    Viele Grüße und schöner Tag noch,
    Juliane

  3. retro sweets sagt:

    I may not understand the language but that pear dessert looks so divine… Actually, all the food pics look delectable. 🙂

  4. Susa sagt:

    Mist, vergessen Dir meinen Beitrag per E-Mail zu melden:
    http://www.monambelles.de/eingemachtes-2092-tapenade-mit-thymian.html

    Aber eine schöne Sammlung ist da zusammen gekommen, es wird wieder mehr als im Sommer gekocht!

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