Hühnerleber mit Thai-Curry

Dieser Artikel wurde zuletzt am 7. September 2015 aktualisiert

Als ich kürzlich so die (recht verzichtbare) Sendung Poh’s Kitchen schaute (Episoden kann man auch im Webstream anschauen), kochte gerade David Thompson Thai-Food. Am interessantesten aber fand ich die Bilder aus Bangkoks Straßenküchen, und ich nahm mal wieder den Wälzer Thai Food zur Hand.

Die

Chicken livers with Southern-style curry paste

Chicken livers with Southern-style curry paste – dat pat baep malayuu

lachten mich sofort an.

Die Mengen allerdings kamen mir recht… gewagt um nicht zu sagen zu scharf und zu flüssig vor – ich denke hier schlägt auch mal wieder der Faktor Kochen über großer Gasflamme im Wok zu, deswegen habe ich das Ganze ein wenig abgewandelt.

Hähnchenleber mit Thai-Curry-Paste
ca. 2-3 Portionen, nach David Thompson
(in einem family-style Menu mehr)

CURRYPASTE
1 längere scharfe rote Chilischote, frisch, und
1 kleine spitze sehr scharfe grüne Chilischote, frisch (das Original verwendet getrocknete Schoten)
1 grosse Prise Salz
2 sehr grosse lange Bananenschalotten (Thompson: 6 kleine rote)
1 mittelgrosse Knoblauchzehe (Thompson: 3 EL)
3 cm frischer Ingwer
2 Teelöffel gefriergetrocknetes Zitronengras (T: 1 EL frisch)
1 Esslöffel gemahlener Koriander
1 Teelöffel gemahlener Kreuzkümmel

UND
300 Gramm Hähnchenleber, geputzt
Salz
3 grosse lange Bananenschalotten (T: 6 kleine rote)
1 Kaffeetasse Hühnerbrühe (T: 2 cups)
etwas Puderzucker
ein Schuss Fischsauce
Salz
ein Schuss Reisessig
Öl

ZUM SERVIEREN
Koriandergrün, gehackt
1 kleine Schalotte, in Ringen

Für die Paste alle Zutaten im Mixer / Elektrohacker pürieren (oder in einem Mörser zerstossen). Thompson verwendet die gesamte Menge Paste auf 200 g Leber, das erschien mir zu viel, ich habe die halbe Pastenmenge genommen.

Die Schalotten in Ringe schneiden, in Öl goldbraun braten, 1/3 davon aus dem Wok nehmen und abtropfen lassen. Die Paste zu den übrigen Schalotten samt Fett geben und anbraten bis sie duftet, dann die Brühe zugießen. Unter Rühren aufkochen bis die Brühe fast ganz verkocht ist. Mit Zucker, Fischsauce, Salz und Essig abschmecken – es soll recht salzig sein.

Leber in den Wok geben und einige Minuten gar ziehen lassen. Mit den gerösteten und rohen Schalotten sowie Koriandergrün bestreuen und servieren.

Ich war begeistert, das Essen ist schnell gemacht und überaus lecker – ein ungewöhnliches Curry mit tollen Aromen. Damit wird das auch mein April-Beitrag zum Event DKduW – Dein Kochbuch, das unbekannte Wesen, denn aus diesem Buch habe ich noch nie etwas gekocht. Das wird sich nach dieser positiven Erfahrung sofort ändern!

Bei uns gab’s dazu übrigens eher un-Thai eine Scheibe Bauernbrot; gedämpfter Reis wäre natürlich ideal, aber auch zum Brot passten die Lebern ganz hervorragend.

For an English version of this recipe, click here.

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Appetit bekommen? - Hungry for more?

8 Antworten

  1. Susa sagt:

    Ich ärgere mich immer über Rezepte in Büchern, die nicht an die Bedürfnisse ihrer Zielgruppen angepasst sind. Was macht denn jemand, der nicht so erfahren wie Du ist? War das Rezept eine Ausnahme oder scheinen auch die anderen nicht für deutsche Herdplatten geeignet zu sein?

    Liest sich aber sehr fein…

    • FoodFreak sagt:

      Susa, nunja, es ist das englischsprachige (es gibt auch ne deutsche Version die aber weitestgehend vergriffen scheint) Buch eines australischen Top-Kochs der sich um möglichst authentische Thai-Küche bemüht. Allein dem Thema Zutaten und Warenkunde widmet er etwa 1/5 des recht umfangreichen Werks. Die Rezepte sehen sehr authentisch aus, und das hier wäre durchaus auch mit der doppelten Menge Brühe und Paste machbar, nur dann eben schärfer und müsste länger einkochen – Thompson erwähnt auch dass bei den Southern Curries kein Kokos o.ä. die Schärfe dämpft (z.B. bei Jungle Currys).

      Ich würde es als ein Thaikochbuch für Fortgeschrittene bezeichnen. Zu anderen Rezepten daraus – stay tuned 😉

  2. Das Thompson-Buch habe ich auch, ebenfalls – oh Schande – noch nichts daraus gekocht. Aber ich habe nach Angucken der Poh-Sendung mit den Roti diese mal im Buch nachgelesen: da fehlen im geschriebenen Rezept doch einige interessante Infos, die Anleitung ist lange nicht so genau.

    • FoodFreak sagt:

      Das ist natürlich sehr schade, bei der Dicke des Buchs wäre dann für hilfreiche Hinweise auch noch Platz im Text gewesen…

  3. Susa sagt:

    Ich gebe mich da Thai-mäßig ganz in Deine erfahrenen Hände und überlasse das Buch den Fortgeschrittenen 🙂

  1. 29. April 2010

    […] Warmwetterküche ist auch die Hühnerleber mit Thai-Curry hier auf Foodfreak. Dafür habe ich einen dicken Wälzer herausgeholt, David Thompsons Thai […]

  2. 3. Mai 2011

    […] For a German version of the recipe, please click here. […]

  3. 10. April 2013

    […] Hier hatte ich ja schon angekündigt, mehr aus David Thompsons Thai Food kochen zu wollen. […]

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