Ananaskonfitüre

Dieser Artikel wurde zuletzt am 22. Juni 2014 aktualisiert

Wie das Leben so spielt… monatelang schaffe ich es gar nicht, an meinem eignen Dauer-Event Dein Kochbuch das unbekannte Wesen teilzunehmen, und diesen Monat ist das schon mein drittes DKDuW-Rezept. Denn diese

 

Fruchtige Ananas-Konfitüre

stammt aus dem sehr schönen Einmachbuch Leckere Marmeladen und Gelees. Selbstgemachte Köstlichkeiten von Bridget Jones, aus dem ich zuletzt im Jahr 2006 eine Bittere Orangenmarmelade gemacht habe – das ist nun wirklich lang genug her…

Der Grund, aus dem ich dieses Buch damals gekauft habe – und immer noch schätze und wieder kaufen würde – ist, dass Miss Jones ihre Konfitüren und Marmeladen im besten Sinne old school macht – hier kommt kein Gelierzucker zum Einsatz, kein Gelfix oder gar die 2:1 (und von Veronique Witzigmann gehypten 3:1) Mixturen mit Sorbinsäure. Das ist ein sehr unmoderner Stil, der aber dazu führt dass ausser Frucht und Zucker in ihre Leckereien wirklich nix andres drinsteckt, und Pektine selbst aus Kochäpfeln und Zitrusschalen hergestellt werden.

An der Ananaskonfitüre gefiel mir auch, dass der holzige Kern der Ananas und die Schalenabschnitte, bei denen man doch schnell leckeres Fruchtaroma mit weg wirft, benutzt werden. Zumindest wenn man wie ich hier Bio-Ananas hat, ansonsten würde ich das mit den Schalen eher lassen 😀

Fruchtige Ananas-Konfitüre

6 unbehandelte Zitronen
2 unbehandelte, grosse Ananas
1,5 kg Zucker
15 g Butter

Zitronen auspressen. Schalen kleinschneiden, mit dem Saft in eine Kasserolle geben. Ananas schälen, Herzstück entfernen. Schale und Herzstück zerkleinern, in die Kasserolle geben. Mit 1,2 l Wasser aufkochen, Temperatur herunterschalten, Topf zudecken und die Masse eine Stunde lang köcheln lassen.

Ananas-Fruchtfleisch kleinschneiden, in den Einmachtopf geben, den durchpassierten Restesud dazugießen. Masse zum Kochen bringen, Temperatur reduzieren, 30 Minuten köcheln lassen. Zucker zugeben, unter Rühren auflösen. Masse auflochen, bis der Gelierpunkt erreicht ist. Butter einrühren (so entsteht weniger Schaum). Konfitüre abfüllen und sofort luftdicht verschließen.

Das sind die Originalmengen… bei mir: 3 Bio-Zitronen, 1 mittelgrosse Bio-Ananas, 650 ml Wasser, 500 g Zucker, keine Butter = knapp 4 kleine oder 3 grössere Marmeladengläser voll. Vor der Zuckerzugabe habe ich die Masse noch ein wenig per Mixstab homogenisiert. Herausgekommen ist eine wirklich extrem fruchtige und dennoch süß-aromatische Konfitüre, die grandios nach Ananas schmeckt. Ich muss allerdings gestehen, ich habe am Ende auch noch einen kräftigen Schuss weissen Rum zugegeben 🙂

Der eine oder andere wird beim Blick aufs Rezept zu Recht anmerken, dass hier doch recht lang gekocht wird – machen wir uns aber nix vor, bei den Mengen Zucker die in eine Konfitüre kommen sind alle Arten Vitaminverluste ohnehin egal, die Energiekosten allerdings lassen schon nachdenken. Der Geschmack leidet zumindest bei dieser Fassung überhaupt nicht; den Prozess des Pektinbrei-Kochens (ich habe die Masse deutlich länger kochen lassen bis die Zitronen wirklich weich waren) würde ich aber ggf. in diesem (und anderen) Rezepten in den Slowcooker auslagern. Das schaue ich mir näher zur Erntesaison 2010 nochmal an.

Auf dem Bild oben sind keine Stückchen zu sehen – das liegt daran dass der Marmeladenrest auf dem Brötchen gleichzeitig der Rest aus dem Topf ist, die ganzen Stücke habe ich nämlich in die Marmeladengläser gefüllt.

Wieso ich das Buch nicht schon längst wieder zur Hand genommen habe ist mir ein Rätsel – beim Blättern wünsche ich mir die Beerensaison herbei, und bin sicher, dieses Mal wird es nicht 4 Jahre im Regal einstauben.

Eine supergeniale Ananaskonfitüre, die bestimmt auch ein schönes Geschenk für Ananas-Fans ist. (Und da der Liebste Ananas hasst ist sie ganz mein 😀 )

 

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Appetit bekommen? - Hungry for more?

6 Antworten

  1. foo sagt:

    Auf Wikipedia heisst es, dass Sorbinsäure geschmack- und geruchlos ist. Was ist das Problem damit?

    • FoodFreak sagt:

      da liegt die Wikipedia falsch. Es gibt einen nicht hohen aber vorhandenen Prozentsatz Menschen, der den (säuerlichen und eindeutigen) Eigengeschmack von Sorbinsäure problemlos ausmachen kann, ich gehöre dazu.

  2. Jörg Nieß sagt:

    Also der weisse Rum hat inzwischen der Marmelade einen leichten Touch von Cointreau hinzugefügt. (Subjektiver Ersteindruck beim heutigen Frühstück!) Eine Marmelade der Spitzenklasse, die sich mit vielerorts oft übertriebener Süße beim Einkochen auf das angenehmste zurück hält.

    Ich hatte das Glück, selbige vor gut einem Jahr von Foodfreak zugeschickt zu bekommen. Doch wie es in der heutigen Alltags-Hektik leider immer mal wieder vorkommt, ist sie ins Regal der Abstellkammer gewandert und einfach vergessen worden, (wann fängt Alzheimer, bzw. Demenz an —– ? Äh, tjah!)

    Der heutige Eindruck beim Frühstück war im wahrsten Sinne des Wortes NACHHALTIG!!!!!

    Grüße aus München

  3. Martin sagt:

    Hallo zusammen,
    ich kann mich da dem Jörg nur anschließen! Super lecker, aber sehr nachhaltig :))
    Einfach toll! Übrigens eine super Seite hier!

  4. Ralf Herzog sagt:

    Ich habe sie auch nachgekocht, ist wohl eines der besten Marmeladen überhaupt! Allerdings habe ich nicht 1,5 kg, sondern nur 1 kg Zucker verwendet. Das mit dem weissen Rum ist echt eine tolle Idee!

  1. 29. April 2010

    […] war auch die Ananaskonfitüre, die einen Hauch von Tropen versprüht und an Frühstück im Sonnenschein auf der […]

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