Van den Daele, Aachen

27. Februar 2010
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Auch wenn ich vor einer Tour natürlich auch Gastro-Kritiken sichte, hatten wir die “Alt Aachener Kaffee- und Weinstuben Van den Daele” nicht auf dem inneren Radar, als wir geocachend durch die Kaiser- und Kurstadt Aix-la-Chapelle spazierten. Im Gegenteil – rein zufällig kamen wir hier vorbei, sahen in die Auslagen – wunderbar aussehende Kuchen im Schaufenster – und beschlossen spontan einen Kaffeestopp einzulegen.

Im Inneren erwartete uns ein wirklich sehr historisches Ambiente, insgesamt vier alte Bürgerhäuser sind hier nach und nach und Zimmerchen für Zimmerchen zu einem großen Ganzen gewachsen, mit dunklen Holzvertäfelungen, kleinen Räumen, steilen Treppen, Kerzenleuchtern, Printen-Modeln an den Wänden und allem was man von einem historischen Kaffeehaus so erwartet.

Nach “belgischen Reisfladen” stand uns nicht der Sinn, eher schon nach dem gut aussehenden Käsekuchen und der Schokoladenmoussetorte. Den Käsekuchen gab es mit Himbeer (ein klägliches Reststück) und Heidelbeeren, wofür ich mich entschied; ausserdem für eine “hausgemachte Schokolade” (laut Karte).

Beides war eher durchschnittlich. Die heisse Schokolade entpuppte sich als stinknormaler (hausgemachter) Kakao, welcher nicht besonders schokoladig schmeckte (zum Vergleich: bei Böckeler in Karlsruhe gibt es heisse Schokoladen aus sortenreinen Edelschokoladen hergestellt). Der dünne Mürbeboden und der Biskuit unter der Käsesahnemasse waren handwerklich einwandfrei und geschmacklich gut; die Käsesahnemasse war in der Konsistenz ebenfalls sehr gut, hatte aber zu viel Zitronenschale abbekommen, die deutlich hervorstach. Das Heidelbeerkompott obenauf war schon am Geschmack eindeutig als aus dem Glas zu identifizieren; ein Blick auf die Zutatenanmerkungen der Speisekarte verrät, dass alle Fruchtmischungen zumindest Farbstoff enthalten, und vermutlich samt und sonders aus dem Glas kommen. Die Portion war allerdings gut bemessen.

Der Service war aufmerksam, die Bedienung zuvorkommend, vom berüchtigten “Öcher Charme” war hier wenig zu spüren.

Torsten orderte Milchkaffee und die besagte Schokomousse-Torte.

Eindeutig die bessere Wahl – das Tortenstück war eine Art gigantischer Schokotrüffel und schmeckte einfach nur hervorragend, würde ich jederzeit wieder bestellen – ein Genuss für alle Schokofans.

Printen und auch reichlich Kuchen ausser Haus gingen weg wie die warmen Semmeln, zu erwerben hier an der Theke direkt am Eingang.

Summa summarum, wegen des besonderen Ambientes und der Schokomousse-Torte eine Empfehlung wert, aber keineswegs Spitzenklasse. Gegen exzellente Torten wie etwa die der Konditorei Steinhusen in Lübeck sähe van den Daele ziemlich blass aus.

Alt Aachener Kaffee- & Weinstuben „Leo van den Daele“
Büchel 18/Ecke Körbergasse
D-52062 Aachen

Öffnungszeiten:
Montag – Samstag 9 – 18:30 Uhr
Sonntag, Feiertag 11 – 18:30 Uhr

www.van-den-daele.de

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4 Responses to Van den Daele, Aachen

  1. 28. Februar 2010 at 08:26

    Ich muss ganz dringend wieder nach Aachen… so schmackhafte Fotos… wenn ich Zeit hätte würde ich heute für einen Bummel durch die Altstadt und für die Torte dahin machen naja und dann noch einen kurzen Trip über die Grenze nach Heerlen zum Einkaufen

  2. Ute
    28. Februar 2010 at 18:22

    Wärt ihr 50 Meter weiter gegangen und beim Cafe zum Mohren (http://www.cafezummohren.de/) eingekehrt, hättet ihr euch eine Schokoladenüberdosis geben können. Zum einen ist die Schokolade da einfach wunderbar, zum anderen ist der Krippekratz (Brownieähnlicher Schokokuchen mit Karamellkruste) einfach unwiderstehlich. Die Eistorten und den großartigen losen Tee brauche ich da schon fast nicht mehr zu erwähnen. Und Kaffee haben sie auch. ;)

    • FoodFreak
      28. Februar 2010 at 18:39

      Okay, das nächste Mal – dann sagen wir auch Bescheid, und wir können uns ja mit Dir und Campbell da treffen? :-)

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